Bei ihm ist die Kirche im Dorf

Prälat Professor Maximillian Hommens hat vor kurzem in Ayl mit einem Hochamt sein "Silberjubiläum" gefeiert. Seit 25 Jahren ist er Pfarrer der Gemeinde St. Bartholomäus in Ayl und Biebelhausen - als "Hobby", wie er sagt. Denn hauptberuflich arbeitet der studierte Jurist als Kirchenrechtler beim Bischof in Trier.

 Liebt das Leben in seiner Gemeinde Ayl: Pastor Maximillian Hommens (Mitte). TV-Foto: Dirk Tenbrock

Liebt das Leben in seiner Gemeinde Ayl: Pastor Maximillian Hommens (Mitte). TV-Foto: Dirk Tenbrock

Ayl. (dt) Im Juni 1984, vor 25 Jahren, trat Prälat Professor Maximillian Hommens seinen Dienst als Pastor in Ayl an. Mit gemischten Gefühlen, wie er schmunzelnd erzählt.

"Natürlich war ich unsicher, wohin ich hier geraten war. Ich wollte jedoch, um die Bodenhaftung nicht zu verlieren, neben meiner Aufgabe als Jurist beim Bischof unbedingt eine eigene Gemeinde beackern."

Skeptisch und gerührt ist er am Ende des Hochamtes, mit dem er sein Jubiläum feiert. Eben noch wollte er seine Gemeinde mit einem verschmitzten Lachen und dem obligatorischen Scherz verabschieden. Nun aber, als die Menge der Gratulanten auf ihn einstürmt, ist ihm offensichtlich unbehaglich ob des ganzen Aufhebens um seine Person.

Die Gemeinde schätzt ihren Seelsorger, deshalb sind neben Honoratioren viele "Pfarrkinder" gekommen, um ihrem Pfarrer zu gratulieren und zu danken. "Er kann in Trier machen, was er will. Hauptsache, er bleibt bei uns", sagt Ludwin Rausch aus Biebelhausen.

Winzer Bernd Eilenz, der dem neuen Pastor an seinem ersten Tag in Ayl per Moped das Dorf zeigte, erzählt augenzwinkernd: "Meine Oma war daraufhin schon skeptisch, wer denn unser neuer Pfarrer ist."

Viel hat Hommens bewegt in den 25 Jahren, obwohl ihn seine zunehmenden Aufgaben beim Bischof und als Ordensreferent, als Stiftungsrat und als Professor an der Uni Saarbrücken in Beschlag nehmen. Seine Gemeinde stand jedoch immer im Vordergrund: Die Ausbildung zahlreicher Messdiener, der Kirchenchor, zuletzt das Engagement für die Renovierung des Kirchendaches und der Orgel - all dies hat er neben vielen anderen Projekten und der "normalen" Seelsorge auf sich genommen.

"Bei ihm ist die Kirche noch im Dorf. Er ist Mensch geblieben", meint Ortsbürgermeister Siegfried Büdinger, der sich des Privilegs bewusst ist, dass die Gemeinde Ayl in Zeiten des Priestermangels noch einen eigenen Pastor hat. "Dafür hat unser Pfarrer immer gekämpft." Man sagt ihm nach, er sei ein "barocker Mensch". Damit ist seine Vorliebe für das Spielerische und Üppige gemeint - nicht zuletzt bei seiner Statur. Er kocht aus Passion. "Meine Bibliothek quillt über vor Kochbüchern und Literatur über die romanischen Länder. Alles werde ich wohl nicht mehr lesen können."

Noch viele Jahre möchte der Prälat Pfarrer in Ayl bleiben. "Bis ich den finalen Umzug auf den Kirchhof antrete."

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