"Bei mir gibt's keine halben Sachen"

"Bei mir gibt's keine halben Sachen"

KONZ-KRETTNACH. Er ist ein Vertreter der Freien Wählergruppen, die bei den jüngsten Kommunalwahlen im Juni vielerorts überraschend gut abgeschnitten haben und zum Teil die Ortsbürgermeister stellen. Mit 68 Prozent der Wählerstimmen hat Dieter Klever den bisherigen Ortsvorsteher Ingo Adam (CDU) nach 15 Jahren im Tälchen abgelöst.

"Bei mir gibt es keine halben Sachen. Wenn ich mich engagiere, dann richtig", sagt Dieter Klever. Eine Aussage, die man dem großen, kräftigen Mann, der im luxemburgischen Echternach geboren wurde und in Bollendorf aufwuchs, allein wegen seiner souveränen Erscheinung auf Anhieb abnimmt. Dabei hatte er bis vor wenigen Jahren mit aktiver Politik nichts am Hut. Nach einer Ausbildung zum Werkzeugmacher in Remscheid im Bergischen Land arbeitete er einige Jahre in Rockenhausen (Pfalz), wo er seine Meisterprüfung "draufsattelte". Schließlich zog es den heute 51-Jährigen doch wieder in heimatliche Gefilde. Im Konzer Stadtteil Krettnach wurde er "sesshaft". 24 Jahre arbeitete Klever bei der Firma Zettelmeyer, war Abteilungsleiter des Produktionslagers. Vor zweieinhalb Jahren habe er jedoch "Lust verspürt, nochmal etwas Anderes zu machen" und wechselte als Produktionsleiter zur Bitburger Firma Euro Forming Service. Zur Kommunalpolitik kam Klever ungeplant. "1998 bin ich in Konz gefragt worden, ob ich mich mit den Inhalten der FWG identifiziere", erzählt er. "Ich habe die Arbeit der Gruppierung als ganz vernünftige Angelegenheit angesehen." Ein Jahr später "bekam" das Tälchen seine eigene FWG, Klever wurde Vorsitzender. Bereits bei den damaligen Wahlen trat er gegen Ingo Adam an, unterlag jedoch um sieben Stimmen. Klever: "Im Vorfeld der jüngsten Wahl haben mich die FWGler überzeugt, dass wir so weit sind." 50 Anliegen habe der Ortsvorsteher seit seiner Wahl bereits an die Verwaltung geschickt. Daraufhin seien beispielsweise kranke Bäume am Friedhof gefällt, lose Platten bei der Friedhofskapelle befestigt und Dornenhecken geschnitten worden. "Gemeinsam mit dem Leiter des Bauhofs mache ich alle vier bis sechs Wochen eine Fahrt durchs Tälchen und schaue, wo Handlungsbedarf ist. Denn wenn wir kleine Löcher direkt beseitigen, dann werden es keine großen", ist Klever überzeugt. Fällt ihm etwas Negatives an Privatgrundstücken auf, spricht er die Eigentümer direkt an: "Man muss vernünftig mit den Leuten reden und sie auf die Dinge hinweisen." Denn neben seinen vorrangigen Zielen, die Drieschen im Tälchen so schnell wie möglich zu beseitigen (ausführlicher Bericht folgt in einer unserer nächsten Ausgaben), die Verkehrsberuhigung so weit es geht umzusetzen und einen Teich an der Ölmühle in Niedermennig anzulegen, geht es Ortsvorsteher Klever vor allem um eines: "Ich möchte ein schönes, sauberes Tälchen und werde darauf ein Auge halten."