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Bei Saar-Mosel-Bad in Konz bleiben Verluste konstant

Ausschuss der Verbandsgemeinde Konz : Bei Saar-Mosel-Bad bleiben Verluste konstant

Ein Zwischenbericht der Konzer Verbandsgemeinde-Werke zeigt: Trotz Corona ist die Kostenentwicklung bei Hallenbad, Wasser und Abwasser einigermaßen stabil. Eine Chance ergibt sich beim Thema erneuerbare Energien.

Der Leiter der Konzer Verbandsgemeindewerke, Ralf Zorn, weiß, dass der Betrieb eines Hallenbads für eine Kommune kein Gewinngeschäft ist: „Unser Schwimmbad ist von vorne herein mit einem jährlichen Verlust von 1,1 Millionen Euro berechnet worden“, sagte er jüngst im Werkausschuss des Verbandsgemeinderats Konz. Privatwirtschaftlich betriebene Spaßbäder nähmen ja auch mitunter das Zehnfache an Eintritt, rechnet Zorn den Ausschussmitgliedern vor.

Wie gewohnt stand der Werkleiter für seinen jährlichen Zwischenbericht im Herbst den Kommunalpolitikern Rede und Antwort. Die Zahlen und Fakten seien stets eine „Momentaufnahme“, die in diesem Jahr allerdings aufgrund der ungewöhnlichen Umstände der Corona-Pandemie ganz anders „beleuchtet“ würden.

„Die Pandemie hatte für das Saar-Mosel-Bad gravierende Folgen“, stellte der Werkleiter fest. Der Lockdown zwischen dem 16. März und dem 5. Mai habe zu einer kompletten Schließung geführt und danach nur einen eingeschränkten Badebetrieb zugelassen. Das habe auch Zeit für Reparaturen und eine Generalreinigung bedeutet. Danach wurden laut Zorn Mitarbeiter in anderen Bereichen der Werke eingesetzt, was Kostenerstattungen in Richtung Badbereich fließen ließ.

Es wurden erheblich weniger Eintrittsgelder eingenommen, sagte Zorn. Und dennoch: „Wir gehen davon aus, dass der Jahresverlust von 1,1 Millionen Euro gehalten werden kann.“

Einen Gewinn erzielten die Werke bei der Wasserversorgung trotz Pandemie. Er verringert sich laut dem Werkleiter jedoch voraussichtlich um 23 000 Euro auf 477 000 Euro. „Wir gehen von einem gleichbleibenden Wasserverbrauch aus“, sagte Zorn und erklärte: „Verzögerungen gab es bei der Planung und Ausführung geplanter Baumaßnahmen, Gewerbe- und Industrie nahmen wegen des Lockdowns weniger Wasser ab.“ Dafür floss an anderer Stelle mehr davon, weil in vielen privaten Haushalten Menschen im Homeoffice gearbeitet hätten.

Ähnliches gilt für die Abwasserbeseitigung. Um den Betrieb aufrechtzuerhalten, wurden für den Lockdown zwei Teams gebildet und Homeoffice eingeführt. „Für die Bevölkerung gab es keinerlei Einschränkung in unserem Service“, bestätigte Zorn.

Durch den trockenen Sommer habe man häufiger spülen müssen, um Verstopfungen von Kanälen zu vermeiden, wenn das Niederschlagswasser fehlte. Unterm Strich wurden nicht wie berechnet 7,173 Millionen Euro, sondern sogar nur 6,585 Millionen Euro in diesem Bereich ausgegeben.

Mit einem ähnlichen Ertrag als im Vorjahr, rund 82 000 Euro, rechnet Zorn beim Betriebszweig Energie. „Dieser Betriebszweig ist ständig im Fluss“, beklagte der Werke-Manager. Im laufenden und im vorherigen Jahr seien keine neuen Anlagen errichtet worden. Aber gerade bei Freiflächen-Photovoltaik änderten sich gerade die Rahmenbedingungen. Durch günstigere Module und erweiterte Speichertechnik würden diese Anlagen wieder interessant.

Die Fortschreibung des Flächennutzungsplans der VG könnte Investoren anlocken oder die Werke selbst zum Mitinvestor werden lassen.