Benefiz-Radtour "Vor-Tour der Hoffnung" rollt ab Sonntag durch Trier und die Großregion

Kostenpflichtiger Inhalt: Einsatz für kranke Kinder : Eine Benefiz-Radtour rollt ab Sonntag durch Trier und die Großregion

150 Radfahrer, darunter Prominenz aus Sport, Politik und Wirtschaft, steigen vom 11. bis 13. August für kranke Kinder in den Sattel. Ein Turn-Weltmeister zeigt Spektakuläres.

Was haben Eiskunstlauf-Ikone Norbert Schramm, die deutsche Weinkönigin Carolin Klöckner und Biathlon-Olympiasiegerin Petra Behle gemeinsam? Sie werden ab Sonntag, 11. August, drei Tage lang in die Pedale treten und mit der Benefiz-Radtour „Vor-Tour der Hoffnung“ durch den Landkreis Trier-Saarburg radeln. Dabei geht es nicht darum, wer als Erster ins Ziel kommt. Die Teilnehmer wollen  krebskranken Kindern helfen.

Die Idee Unterwegs werden die Radfahrer in mehreren Orten haltmachen und Spendenschecks entgegennehmen. Dafür haben Gemeinden, Vereine, Schulen oder Privatleute seit Januar fleißig gesammelt. Die Idee zur Rundfahrt hatte 1996 Jürgen Grünwald, damals Verkehrsdirektor der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler. Er radelte mit einem Scheck über 4500 D-Mark nach Gießen, wo seit 1983 die bundesweite Rad-Benefizfahrt „Tour der Hoffnung“ startet. Seitdem organisieren Grünwald und sein Verein jedes Jahr vor der großen Tour die „kleine“ Rundfahrt durch eine Region von Rheinland-Pfalz.

Die Teilnehmer „Wir sind wie eine große Familie“, sagt Mitorganisator Johnny Klein aus Morbach. Manche der Radfahrer hätten Kinder an den Krebs verloren. „Sie wollen etwas tun, um etwa die Forschung zu unterstützen.“ Andere motiviere die Dankbarkeit, selbst nicht betroffen zu sein. Begleitet werden die Radler von Prominenten aus Sport, Politik und Wirtschaft. Einige Olympiasieger, Welt- und Europameister sind am 11. August in Trier am Start (siehe Info). „Die Promis wollen mit ihrem Namen unsere gute Sache unterstützen“, sagt Klein. Einige von ihnen wie der Ex-Zehnkämpfer Guido Kratschmer (siehe Interview) seien schon lange dabei.

Die Strecken Die Porta Nigra in Trier ist an allen drei Tagen der Startpunkt (siehe Grafik). Beim Prolog am Sonntag geht es zunächst zum Weinfestival nach Konz-Oberemmel. Nach Stopps in Wiltingen und Grevenmacher hält der Tross beim Hoffest des Johannishof in Langsur-Mesenich. Zurück in Trier wird Bischof Stephan Ackermann einen Reisesegen aussprechen. Erstes Ziel am Montag, 12. August, ist der Konzer Rathausplatz. Weiter geht es in den Hochwald nach Kell am See, Hermeskeil und Osburg und zurück ins Ruwertal zur Waldracher Kirmes. Die Fahrt endet bei einer Sektgala im Kurfürstlichen Palais Trier. Die Strecke am Dienstag, 13. August, führt über Nittel und Wincheringen nach Luxemburg (Remich, Schengen), Frankreich (Apach), ins Saarland (Perl) und nach Saarburg. Zum Finale gibt es ein Fest an der Villa Kunterbunt in Trier.

Das Programm Insgesamt legen die 150 Teilnehmer rund 300 Kilometer in der Großregion zurück. An jedem Ort mit längerem Stopp gibt es ein Bühnenprogramm. „Wir singen unser Vor-Tour-Lied mit Kindern aus Kitas oder Schulen, es gibt Tänze und andere Aufführungen“, sagt Johnny Klein, der die Scheckübergaben mit Laura Lahm, der deutschen Weinprinzessin 2017/18, moderieren wird. „Drei Spendenaktionen stellen wir jeweils auf der Bühne vor.“ Ein „Highlight“ bietet Eberhard Gienger, Reck-Weltmeister von 1974. Er springt am Montag über Hermeskeil und Waldrach, am Dienstag über Wincheringen und Saarburg aus einem Flugzeug mit dem Fallschirm ab.

Auf diesen drei Strecken sind die Fahrer der „Vor-Tour der Hoffnung“ vom 11. bis 13. August im Kreis Trier-Saarburg und in der Großregion unterwegs. Foto: TV/Schramm, Johannes

Die Herausforderung Insgesamt überwinden die Radler 3175 Höhenmeter. Das sei schon eine Herausforderung, sagt Johnny Klein. „Von Konz nach Kell gibt es einige Steigungen, die es in sich haben. Da muss man richtig trainiert sein.“ Für diejenigen, die an ihre Grenzen stießen, sei allerdings ein Bus im Einsatz, der sie bei Bedarf zum nächsten Stopp bringe.

Die Spenden Seit Jahresbeginn haben Tour-“Kümmerer“ für ihr Anliegen geworben und die Gemeinden zu Spendenaktionen animiert. „Es gab viele tolle Aktionen“, lobt Klein. Beispielsweise hätten Schüler der Grundschule St. Marien in Saarburg 3500 Euro bei einem Spendenlauf erlaufen: „Die haben bei 35 Grad eine Stunde lang Runden gedreht.“ 5000 Euro habe eine Gedenkfahrt für verstorbene Mitstreiter von Morbach nach Osburg gebracht. Zu spenden ist laut Klein auch nach der Tour weiter möglich (Infos: www.vortour-der-hoffnung.de).

Das Geld geht diesmal an 24 Institutionen, darunter sind zwei aus Luxemburg, der Trierer Verein Nestwärme und das Nachsorgezentrum Villa Kunterbunt. Im Vorjahr rollte die Vor-Tour durch die Eifel rund um Bitburg. Dort kam die bisherige Rekordsumme von etwa 612 000 Euro zusammen. „Ob wir den Rekord knacken, ist nicht entscheidend. Wichtiger ist, dass wir die Leute mit dem Projekt erreichen.“

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