Benefizkonzert: Wie zwei junge Schodener die Sanierung des Jugendraums im Ort unterstützen

Benefizkonzert: Wie zwei junge Schodener die Sanierung des Jugendraums im Ort unterstützen

Die Jugendlichen in Schoden (Kreis Trier-Saarburg) wollen ihren Jugendraum wiederhaben. Zwei junge Männer veranstalten deshalb ein Benefizkonzert.

Konzerte für die Jugend in Schoden mit Bands aus der Region sind dringend nötig, finden Christian Klein vom Verein 1200 Volt und der Vorsitzende der Katholischen Jugendgruppe (KJG), Dennis Klein.

Ein weit größeres Ziel als die Unterhaltung für junge Leute wollen die beiden 21-Jährigen am 28. April ab 20 Uhr im Bürgerhaus mit drei Bands erreichen: Die Renovierung und Instandsetzung des Jugendkellers steht an. Der Erlös soll die Sache voranbringen. "Die Veranstaltung heißt 1200 Volt 2.0 und läuft unter dem Motto ,Widerstand ist zwecklos'", sagt Christian Klein, der mit Julian Lambertz und dem Schodener Heimat- und Kulturverein an den Vorbereitungen arbeitet.

Der Name spielt auf den 1200. Geburtstag Schodens im vergangenen Jahr und die damalige erste Rocknacht an. "Der katastrophale Zustand des Jugendkellers muss beendet und wieder zu einer zentralen Anlaufstelle für die Jugend werden", wünscht sich Dennis Klein.

Gerockt wird direkt über dem Jugendkeller auf der Bühne des Bürgerhauses. Fünf Euro werden dafür an der Abendkasse verlangt. Für rund 350 Musikfreunde ist Platz im Saal. Tom Rommelfanger (16), einer der Jugendlichen aus Schoden, will hingehen. Er ist begeistert und sagt: "Das Benefizkonzert ist eine tolle Idee, echt cool!" Er hofft, dass es was für den Jugendkeller bringt.

Den Freitagabend eröffnen In Progress aus Dilmar. Die sechs Musiker inklusive einer Sängerin spielen erst seit eineinhalb Jahren zusammen. Die aktuellen Hits der 90er und 2000er Jahre haben sie drauf. Einen Stilwechsel wird es anschließend mit Freidenkeralarm aus Trier geben. Deutschpunk und Punk in englischer Sprache spielen diese drei mit Titeln wie "God save the Queen" der Sex Pistols oder "Opel Gang" der Toten Hosen. In beiden Bands spielt und singt auch Christian Klein mit. Einen etwas gewöhnungsbedürftigen Namen hat die Formation Buhää & The Rhabarbers aus dem saarländischen St. Wendel. Diese fünf Männer spielen die Rock- und Pop-Geschichte der letzten Jahrzehnte rauf und runter.

Im Jugendkeller sieht es derzeit unordentlich und äußerst ungemütlich aus. Was am schlimmsten ist: Feuchtigkeit hat dazu geführt, dass sich Schimmel breitmacht. Das hat etliche elektronische Geräte und Möbel in Mitleidenschaft gezogen und schadet dem Gebäude insgesamt. Dennis Klein ergänzt: "Schimmelsporen in der Luft greifen die Atemwege an."

Vor eineinhalb Jahren ist der Jugendkeller nach der Empfehlung eines Gutachtens, das die Ortsgemeinde in Auftrag gegeben hatte, geschlossen worden. Rundherum muss das Fundament aufgebaggert und trockengelegt werden. Drinnen müssen neue Leitungen und sanitäre Anlagen installiert werden. Die rund 120 KJG-Mitglieder wollen auch selbst mitanpacken. Dennis Klein: "Gerade der jüngere Nachwuchs droht uns ohne einen entsprechenden Raum auszugehen."

Da trifft es sich gut, dass handgemachte Musik gerade eine Renaissance erlebt und immer beliebter wird. Es soll auch nicht das letzte Konzert sein, sondern Auftakt einer Serie, die immer im April stattfinden soll. Die KJG gibt es seit 40 Jahren, den Keller seit Mitte der 80er Jahre. "Der Keller ist ein Begriff", sagt Dennis. Ältere Schodener könnten da so manches Histörchen erzählen. Die Bar des Bürgerhauses, in der sich die KJGler derzeit treffen, sei einfach nicht dasselbe, denn: "Der Keller hat Identifikationspotenzial. Ein Stockwerk höher fehlen dieses Flair und das Gefühl, unter sich zu sein." Dennis und Christian Klein sowie viele weitere junge Leute sehnen sich nach dem ersten Mittwoch, an dem der Keller wieder um 20 Uhr aufgesperrt wird.Extra: SO WIRD DIE SANIERUNG FINANZIERT

Für die Sanierungskosten von 67.000 Euro hat die Kommunalaufsicht die Erlaubnis zum vorzeitigen Baubeginn zugesagt. Von der Verbandsgemeinde kommen 5000 Euro, vom Kreis 10.000 Euro. Über Crowd-Funding der Volksbank Trier-Saarburg wurden 5140 Euro gespendet, wovon 1900 Euro von der Volksbank direkt stammen. Rund 7000 Euro fehlen derzeit noch.