"Bereicherung für Issel"

SCHWEICH. Die künftige Bebauung von Flächen stand im Mittelpunkt der jüngsten Stadtratssitzung in Schweich. Außerdem soll noch in diesem Jahr mit dem Ausbau der Markus-Konder-Straße begonnen werden.

"Städtebauliche Fehlentwicklungen" befürchtet die Verwaltung entlang der Oberstiftstraße - insbesondere durch eine Bebauung in zweiter Reihe entlang des Föhrenbachs. Mit einem Bebauungsplan könnte die Entwicklung dort in geordnete Bahnen gelenkt werden. Dies empfiehlt auch die Kreisverwaltung. Schon in der vorangegangenen Sitzung hatte der Rat beim Büro Stolz + Kintzinger einen Kostenvoranschlag für die Planung bestellt. Architekt Hans-Peter Stolz legte nun ein Angebot zum Gesamtpreis von rund 13 000 Euro vor. Es umfasst die städtebauliche Überplanung des Areals links und rechts der Oberstiftstraße einschließlich der landespflegerischen und lärmschutztechnischen Untersuchungen. Bei einer Gegenstimme entschied sich der Rat schließlich für einen Bebauungsplan "Oberstiftstraße". Bereits positiv beantwortete Bauvoranfragen für diesen Bereich sollen davon nicht berührt werden. Einstimmig sprach sich der Rat für eine private Überplanung des Bereichs "Ober dem Hof" in Issel aus. Ein Investor hat dort die ehemaligen Betriebsgrundstücke und -gebäude der Firma Riewer erworben. Die eigens für das Projekt gegründete "Grundstücksverwaltungsgesellschaft mbH" will die Fläche zwischen der Eidechsenmauer und der Straße "Zur Kiesgrube" (K 35) neu bebauen und vermarkten.32 Wohneinheiten und sieben Einfamilienhäuser

Architekt Hans-Peter Stolz, den der Investor mit der Planung beauftragt hat, erläuterte den Projektentwurf: Vorgesehen ist neben dem Bau von sieben Einfamilienhäusern die Errichtung von drei dreigeschossigen Komplexen mit insgesamt 32 Wohnungen. Hinzu kommt die erforderliche Infrastruktur wie Wege, Garagen, Stellflächen und Grünanlagen. Von den Fraktionen wurde bemängelt, dass die Planung keinen Gehweg am Rande entlang der Kreisstraße ausweise. Sollte sich nach dem Bau der Wohnhäuser ein Bedarf ergeben, wäre die Stadt Schweich in der (kostspieligen) Pflicht. Architekt Stolz wies auf die durchgängig geplanten Stellplätze und Grünanlagen hin, wodurch sich ein äußerer Gehweg erübrige. Insgesamt stieß das Projekt auf Zustimmung - insbesondere bei den Ratsmitgliedern aus Issel. "Eine begrüßenswerte Planung. Die bisher dort durchgehende Hallenfront wird durch eine lockere, optisch angenehme Bebauung ersetzt", meinte Johannes Heinz (CDU). Johannes Lehnert (FWG) sprach von "einer Bereicherung für Issel", weshalb man nun schnell zu Ergebnissen kommen müsse. Der Beschluss für den privaten Bebauungsplan "Ober dem Hof" fiel einstimmig. Ebenso einmütig folgte das Votum zum Ausbau der Markus-Konder-Straße, die zuvor ein neues Kanalsystem und einen Erdgasanschluss erhält. An den Gesamtkosten von 188 000 Euro beteiligen sich die Abwasserwerke der Verbandsgemeinde und die Stadtwerke Trier mit zusammen 54 000 Euro. Der Anteil der Stadt beträgt rund 134 000 Euro. Ausbaukosten auf zwei Haushaltsjahre strecken

Stadtbürgermeister Vitus Blang: "Vermutlich wird der Ausbau erst im Herbst beginnen, so dass sich die Kosten über zwei Haushalte strecken lassen." Die Anliegerbeiträge könnten dann erst nach Ermittlung der grundstücksbezogenen Kosten festgesetzt werden. Dann sei auch eine Anliegerversammlung geplant.

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