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Bescheider Forellenhof bleibt auch weiterhin geschlossen

Bescheider Forellenhof bleibt auch weiterhin geschlossen

Vor gut einem Jahr haben sich die Türen des Bescheider Hotel-Restaurants Forellenhof geschlossen. Seitdem fehlt in der Verbandsgemeinde Hermeskeil eine wichtige touristische Anlaufstelle.

Bescheid. Interessenten gab es zwar bereits einige. Doch bisher hat sich keiner von ihnen entscheiden können, den Forellenhof zu kaufen. Frühere Stammgäste müssen daher nach wie vor ohne das beliebte Ausflugslokal auskommen und Urlauber ohne die geschätzte Übernachtungsadresse. Dabei hat die traditionsreiche ehemalige Mühle auf Bescheider Gemarkung einiges zu bieten. Daher waren das Hotel und das Restaurant auch bis zur Schließung des Betriebes Ende 2012 gut besucht beziehungsweise belegt.
Dass sich dennoch bisher kein Käufer fand, liegt möglicherweise einfach nur daran, dass der Verkaufspreis längerfristig eher sinkt als steigt. Ernsthafte Interessenten warten folglich lieber geduldig einige Zeit ab.
Verkaufspreis: 1,65 Millionen


Eingehend umgeschaut in den Gebäuden sowie auf dem weitläufigen Gelände haben sich inzwischen "jede Menge" potenzielle Käufer, wie Hermann-Josef Robert versichert. Er ist Mitglied der Erbengemeinschaft und seit 26 Jahren Inhaber eines weiteren beliebten Ausflugslokals, des Hotel-Restaurants Zummethof oberhalb von Leiwen.
Bei einem der potenziellen Käufer spielten laut Robert letztlich die Banken nicht mit. Dabei habe der Mann aus Luxemburg ein Superkonzept in der Tasche gehabt. Bei einem zweiten Interessenten sei praktisch schon alles perfekt gewesen. Warum es dann doch nicht klappte, kann er nicht sagen: "Ich weiß nicht, woran es lag."
Nachdem sich nun offensichtlich auch Gespräche mit der Familie von Günther Reh aus Trier zerschlagen haben, ist der Forellenhof günstiger zu haben. Derzeit wird er für 1,35 Millionen Euro statt zuletzt 1,65 Millionen Euro angeboten. Laut Robert gibt es aber weiterhin mögliche Investoren, die sich für die Immobilie interessieren.
So seien etwa mögliche Käufer aus dem Ruhrgebiet dazu gestoßen, was ihn darin bestärkt, dass der Forellenhof an und für sich ein gefragtes Objekt ist. Ihm persönlich war die Entscheidung, den elterlichen Forellenhof zu verkaufen, besonders schwer gefallen. Als Mann vom Fach und Vater zweier Söhne, von denen sich einer ebenfalls für das Hotelfach entschieden hat und derzeit in der Lehre ist, hätte er ihn gern weiter betrieben. Doch aus gesundheitlichen Gründen sieht er sich außerstande, dauerhaft zwei größere Betriebe wie Zummethof und Forellenhof zu leiten.
Frühere Stammgäste des Bescheider Gemarkung gelegenen Betriebes müssen sich daher weiter in Geduld üben. "Das ist wirklich sehr schade", spricht Ortsbürgermeister Raimund Olinger auch für Bürger von Bescheid, für die der Forellenhof seit jeher das Ausflugslokal war. Der Ortschef hofft daher, dass sich bald ein Käufer finden wird. Claudia Fuchs, Leiterin der Tourist-Information Hermeskeil, kann sich dem nur anschließen. Für die Urlaubsregion sei es schmerzlich, dass ein Vorzeigebetrieb nun schon seit mehr als einem Jahr geschlossen sei. Immerhin konnte der Forellenhof seit 2011 als "Zwei-Sterne-Superior"-Hotel des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes glänzen und als "Qualitätsgastgeber Wanderbares Deutschland" des Deutschen Wanderverbandes. "Für die Urlaubsregion ist das ein großer Verlust", sagt Fuchs. Bedauerlich sei das mit Blick auf Premiumwanderwege wie den Saar-Hunsrück-Steig. Entlang der Routen würden zwar etliche Ferienwohnungen angeboten: "Aber das ist nicht das, was wir brauchen." urs
Extra

Der Traditionsbetrieb Forellenhof ist seit Generationen in Familienhand. Das Hotel mit 21 Zimmern sowie ein Gäste- und Ferienhaus verfügen über etwa 50 Betten. Es gibt ein Restaurant mit 250 Sitzplätzen in mehreren Räumen, einen Biergarten für 100 Personen und eine rustikale Bauernscheune, in der 280 Personen sitzend feiern können. Über das 100 000 Quadratmeter große Gelände verteilen sich Forellenteiche sowie Gehege mit Dam-, Rot- und Schwarzwild, Ziegen und Schafen. Die einstige Mahl- und Sägemühle wandelte sich in den 1960er Jahren, als viele Müller ihre Betriebe aufgaben, zum Gastronomiebetrieb. Josef und Maria Robert eröffneten eine Gaststube, später ein Hotel sowie das für seine Forellen- und Wildspezialitäten weithin bekannte Restaurant. Nach dem Tod des Seniorchefs führten vor drei Jahren Familienmitglieder die "Forellenhof - Bescheider Mühle GmbH". 2012 entschied sich die Erbengemeinschaft, das Anwesen zu verkaufen. urs