Besser als Film und Fernsehen

Mit 227 teilnehmenden Kindern und Jugendlichen, die in acht Wochen 1466 Bücher gelesen haben, ist die zweite Auflage des Lesesommers Rheinland-Pfalz in Saarburg auf besonders fruchtbaren Boden gefallen. Das ist eine Steigerung um 50 Prozent im Vergleich zu 2008 und mehr als in Trier.

Saarburg. (doth) Fast klingt es wie ein Rekordversuch fürs Guinness- Buch: In Saarburg lasen 227 Kinder und Jugendliche in acht Wochen des Lesesommers Rheinland- Pfalz 1466 Bücher mit insgesamt 207 720 Seiten. "Das ist eine Steigerung um 50 Prozent", freut sich die Leiterin der Stadtbücherei, Gudrun Lüdecke, die für diese Aktion 359 neue Bücher anschaffte.

Gelesen wurde in zwei Altersstufen, im "Juniorclub" bis zwölf Jahre und im "Teensclub" von 13 bis 16 Jahren.

Alle Bücher wurden auf einer Teilnahmekarte von den jungen Lesern bewertet. Der Inhalt musste wiedergegeben werden. "Wenn in drei Stunden Öffnungszeit der Stadtbücherei bis zu 80 Kinder mir die Geschichten vortragen, dann ist richtig was los", erinnert sich Lüdecke. Die Bewertungskarten waren auch gleichzeitig Lose für "Wunsch-frei-Gutscheine", Kinobesuche, die Eisdiele, die Seilbahn und vieles mehr. Alle nehmen noch an einer landesweiten Verlosung des Hauptpreises teil: Vier Personen besuchen den Europapark in Rust. Die Zertifikate, die jeden Teilnehmer als fleißigen Leser ausweisen und im Sitzungssaal der Verbandsgemeinde Saarburg ausgehändigt wurden, wirken sich auch positiv aufs Zeugnis aus. Gefordert war, mindestens drei Bücher in acht Wochen zu lesen. Die meisten Bände schafften die Mädchen im "Teensclub" mit durchschnittlich 13 Büchern. Fleißigste Leserin bei den unter Zwölfjährigen war Julia Mein aus Saarburg, die sich in 44 Bücher mit 4420 Seiten vertiefte. Beste Leserin im "Teensclub" wurde Nele Jeromin aus Wawern mit 40 Büchern und 8420 Seiten.

Das konnte nur einer toppen: Sebastian Kirsch aus Wiltingen. Er holte sich nur dicke Wälzer aus dem Regal, 20 an der Zahl mit stolzen 8791 Seiten. Als großes Lesetalent entpuppte sich auch Nina Petri aus Saarburg. Sie besucht zwar noch den Kindergarten, las aber drei Bücher. "Man lernt viel, und die Phantasie wird angeregt", bestätigt Teilnehmerin Meike Daumen (13) aus Saarburg, die es auf 25 Bücher brachte. Die gleichaltrige Anne Lui aus Irsch findet: "Bücher sind viel besser als Film und Fernsehen."

Mit Stolz betont Stadtbürgermeister Jürgen Dixius die hohe Lesemotivation, die von der Bibliothek ausgeht: "Die Bücherei hat eine hohe Bedeutung für die gesamte Region".