Besuch auf der Burg

GRIMBURG. (ax) Wo einst die Rittersleut’ hausten, Kaiser Maximilian auf Jagd ging, mit Hunderten von Hexenprozessen aber auch ein ganz dunkles Kapitel aufgeschlagen wurde, erlebten gestern 50 TV-Ferienspaßler eine vergnügliche und informative Zeitreise. Sie besichtigten die Burg Grimburg.

Sie wurde vor 800 Jahren erbaut, und ist heute die imposanteste Ruine im Hochwald. Kein Zweifel: Weit und breit lässt sich nirgends die faszinierende Welt des Mittelalters besser nachempfinden als auf der Burg Grimburg. Deshalb haben sich am Montag 50 TV-Leser auf den Weg gemacht, um die frühere Landesburg der Trierer Erzbischöfe zu "erobern" und dabei allerhand Wissenswertes über die historische Bedeutung des alten Gemäuers und den Alltag seiner früheren Bewohner zu erfahren. Denn im Schatten des mächtigen Turms wussten die Burgführer so manche spannende, mitunter aber auch grausame Geschichte zu erzählen. Die Grimburg war einst Verwaltungssitz für über 40 Dörfer. Sie erhielt 1512 allerhöchsten Besuch von Kaiser Maximilian I. und erlebte zwischen 1580 und 1630 ihren Tiefpunkt, als sie Schauplatz von annähernd 300 Hexenprozessen wurde, die für viele angeklagte Frauen mit dem Todesurteil endeten - ein Kapitel, das im neuen Hexenmuseum im Dorf Grimburg seit 2005 historisch aufgearbeitet wird. Um 1700 wurde die Burg schließlich aufgegeben, verkam zum Steinbruch für die Bewohner der umliegenden Orte und wurde erst 1978 wieder vom Förderverein "Burg Grimburg" aus ihrem "Dornröschenschlaf" erweckt. All das und noch viel mehr, wussten die Burg-Experten Helga Arm und Dittmar Lauer zu berichten. Die Teilnehmer der kostenlosen Führung waren vom TV-Gastspiel auf der Grimburg jedenfalls begeistert. "Vor allem meine Jungs finden es hier sehr spannend ", sagt Kathrin Schühlein aus Kröv, während ihre Söhne Jonas und Robert gerade den Burgturm erklimmen. Sie selbst findet es besonders bemerkenswert, "wie toll hier wieder alles aufgebaut wurde". Und auch für Heike Loscheider aus Krautscheid in der Eifel hat sich der Weg gelohnt: "Ich habe ein Faible fürs Mittelalter, bin zum ersten Mal hier und muss sagen, dass die Grimburg eine der schönsten Anlagen ist, die ich bisher gesehen habe."