Besuch aus einer biblischen Stadt

Saarburg · Seit 15 Jahren gibt es alle zwei Jahre einen Austausch von israelischen und Saarburger Schülern. Die Gymnasiasten und ihre Gäste aus dem Heiligen Land legen Wert darauf, sich persönlich kennenzulernen, um über die Berichterstattung in den Medien hinaus, selbst ein Bild von der Kultur des Landes zu bekommen. Im September folgt der Gegenbesuch.

Saarburg. Ein Empfang im Ratssaal der Verbandsgemeinde ist eine wichtige Station im Besuchsprogramm der jungen Israelis, die seit 15 Jahren einen Schüleraustausch mit dem Saarburger Gymnasium pflegen. Diesmal begrüßte Bürgermeister Jürgen Dixius 13 Israelis aus Nazareth, die neun Tage lang bei ihren Altersgenossen in der Verbandsgemeinde lebten und ein umfangreiches Besichtigungsprogramm absolvierten.
"Es ist immer wieder spannend, wie unterschiedliche Kulturen ihre Lebensräume gestalten", stellte der Verwaltungschef fest. Üblicherweise kämen die Informationen meist aus den Medien. Jetzt seien ein persönlicher Kontakt und Gespräche möglich, bei dem vieles besser verstanden werden könne. Dixius erklärte, dass die Region bis vor 70 Jahren auch ein Grenzland war, aber durch das Vereinte Europa und die gemeinsame Währung viel Freiheit möglich geworden sei. "Das ständige Miteinander der Nationen ist zu einer Selbstverständlichkeit geworden." 86 Nationen leben in der Verbandsgemeinde Saarburg, was ebenso selbstverständlich sei, so der Bürgermeister.
Der israelische Lehrer Osama Banna sagte: "Die Schüler sind gespannt darauf, Land und Leute kennenzulernen." Man freue sich ganz besonders, wenn man die heutigen Gastgeber im September in Nazareth empfangen könne. "Das persönliche Gespräch mit den Gästen ist wichtig", stellt David Gläsner (18) aus Kirf fest. "Deutschland ist ein Land mit großer Freiheit", sagt Lana Badaan (15). Das Leben sei in Israel aber auch nicht so gefährlich, wie es im Fernsehen manchmal gezeigt werde. "Es ist durchaus möglich, von Israel mit dem Auto in die Nachbarländer zu fahren. Man wird an der Grenze halt scharf kontrolliert", erklärt Karam Abu Hanna (16). Anna Haag (18) aus Irsch staunt: "Ich dachte, die Leute seien alle verschüchterter. Aber das Gegenteil ist der Fall. Die sind total offen." Man habe viel über politische Ansichten diskutiert. Dabei überwiegen die Gemeinsamkeiten. Am besten geht das mit gemeinsamen Essen. "Die Süßigkeiten sind echt super", hieß es von israelischer Seite. Auch Völkerverständigung geht durch den Magen. doth
Extra

Die Saarburger Schüler brauchen nur den Flug nach Israel zu bezahlen, der 350 Euro kostet. Der Aufenthalt im September wird über die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion vom Land bezuschusst. Auf dem Programm der Gäste standen Besichtigungen in Trier, Koblenz, Kastel-Staadt und die Saarburg. doth