Besuch im Papstpalast

KELL AM SEE. (red) Eine malerische Felslandschaft, durchzogen von dem Wildwasserfluss Ardèche – dieser Anblick bot sich den Jugendlichen auf dem Campingplatz "Le Gros Chène", mitten im Herzen der Provence. Die erste Ferienfreizeit der Verbandsgemeinde Kell am See führte die Jugendlichen nach Frankreich.

Die Freizeit fand in zwei Etappen statt: Die erste Woche verbrachten die zwölf Jugendliche im Alter von 13 bis 17 Jahren unter Aufsicht der beiden Gruppenleiter Michael Binder und René Maudet an der Ardèche, die zweite Woche am Mittelmeer. Am Strand lagen Kanus bereit, um zu einer Spritztour durch die Wellen aufzubrechen. Die Höhlen in der Umgebung und das nahegelegene Städtchen Vallon luden zu Ausflügen ein. Als Höhepunkt brach die Gruppe zu einer zweitägigen Kanutour auf, mit Übernachtung auf einem Biwakplatz in der freien Natur. Insgesamt 35 Kilometer wurden an beiden Tagen auf dem Fluss zurückgelegt. Die zweite Hälfte der Freizeit verbrachte die Gruppe in Saintes Maries de la Mer am Mittelmeer. Sonne und Strand boten einen idealen Ausgleich zur vorhergehenden Rudertätigkeit. Vorwiegende Freizeitbeschäftigung war nun das Schachspiel. Ein Höhepunkt war der Tagesausflug nach Avignon mit der Besichtigung des Papstpalastes. Keine Probleme hatte die Gruppe mit der Selbstversorgung bei den Mahlzeiten. Jeder Teilnehmer hatte abwechselnd einen Dienst beim Kochen, Spülen oder Aufräumen zu leisten. "Alle mussten im Küchenzelt mithelfen", sagt René Maudet, der in der Vergangenheit bereits als Betreuer auf Freizeiten einer katholischen Jugendgruppe mitgewirkt hat. "Die gemeinsame Verantwortung für das Essen stärkt den Zusammenhalt und fördert soziale Verhaltensweisen." Das Teamwork in der Küche funktionierte reibungslos - jeden Abend stand ein leckeres Gericht für 14 Personen auf dem Tisch. Etwas gedämpft wurden die Urlaubsfreuden durch die häufigen Diebstähle auf den Campingplätzen. Im Verlauf der Freizeit kamen den Jugendlichen ein größerer Bargeldbetrag und zwei Kameras abhanden. "Es war schon ärgerlich, dass man nichts unbewacht liegen lassen konnte", sagt Jugendpfleger Binder. "Beim nächsten Mal haben wir eine abschließbare Kiste dabei und nehmen alle Wertsachen in Verwahrung." Kaum getrübt wurde die Freizeit durch das Wetter. Die Teilnehmer genossen durchgehend sonnige Tage mit Temperaturen über 30 Grad Celsius bei einer leichten Brise. Die Jugendlichen bekamen 13 abwechslungsreiche Tage im Süden Frankreichs geboten. Bei der Ferienfreizeit stand jedoch nicht allein der Urlaubsgedanke im Vordergrund - sie hatte auch eine pädagogische Zielsetzung und verspricht einen langfristigen Nutzen für die Jugendarbeit. "Die Teilnehmer waren schließlich diejenigen jungen Leute, mit denen ich auch in den Jugendräumen zusammenarbeite. Die Freizeit gab mir die Möglichkeit, die Jugendlichen sehr viel näher kennen zu lernen, als dies in den Jugendräumen der Fall ist. Die gewonnene Vertrauensbasis ist von großem Wert für meine weitere Arbeit", sagt Jugendpfleger Binder.