1. Region
  2. Konz, Saarburg & Hochwald

Besucher aus dem künftigen Sylt Polens

Besucher aus dem künftigen Sylt Polens

Alle zwei Jahre freut sich Hermeskeil auf Besuch aus der Partnerstadt Hel. Seit 2002 ist diese Freundschaft gewachsen. Der Freundeskreis hat mittlerweile 70 Mitglieder. Die Hälfte davon ist polnischer Abstammung. Diesmal staunten besonders diejenigen, die Hermeskeil und Umgebung zum ersten Mal erlebten.

Hermeskeil. Der Austausch ist rege zwischen Hermeskeil und der Partnerstadt Hel. Jedes Jahr treffen sich Gruppen in einer der beiden Orte. Bernd Jennen, Vorsitzender des Deutsch-Polnischen Freundschaftskreises in Hermeskeil, pflegt diese Partnerschaft mit seinen 70 Mitgliedern seit 2002: "Wir zeigen den Leuten unsere Region und unsere Freundschaft." Kürzlich waren 40 Polen zu Besuch.
Vor Jahresfrist bekamen beide Partnerstädte einen neuen Chef, Mathias Queck und Klemens Adam-Kohnke. Der Erste Bürger aus Hel sagt: "Diese Partnerschaft hat gezeigt, dass sofort Freundschaften entstehen, wenn man sich kennengelernt hat." 123 Jahre lang sei Polen besetzt gewesen, was immer mit Ängsten verbunden war. Heute sei jedes Treffen zwischen Hermeskeilern und den Menschen aus Hel ein großes Ereignis.
Im Oktober fahren Gymnasiasten


"Wir gehen respektvoll und freundschaftlich miteinander um", stellt sein Amtskollege Queck fest. Die unterschiedlichen Kulturen kennenzulernen bringe beide Seiten menschlich voran. Von Beginn an gibt es auch einen Jugendaustausch. "Das ist wichtig, damit junge Leute sich selbst ein Bild machen können, und damit weniger manipulierbar durch andere Meinungen werden", sagt Adam-Kohnke. Im Oktober fahren 15 Gymnasiasten in die Partnerstadt.
Hel, die Stadt an der Spitze der gleichnamigen Halbinsel (Putziger Nehrung), die Danzig von der Ostsee trennt, ist nach Meinung von Queck eine aufstrebende Stadt mit viel Potenzial: "Das kann das Sylt Polens werden." Der Tourismus ist heute der große Wirtschaftsfaktor.
Beide Städte waren Garnisonsstandorte und in beiden ist das Militär abgezogen. Von Hermeskeil wird das dortige ehemalige Militärkrankenhaus unterstützt. Auch zwischen den beiden Krankenhäusern werden Freundschaften gepflegt.
Trachten, bei denen ein intensives Blau dominiert, tragen die Mitglieder der Volksgruppe der Kaschuben, die in der Region um Hel leben, auch in Hermeskeil. "Die Tracht sagt viel über deren Geschichte", weiß Adam-Kohnke.
Und was sagen Gäste, die erstmals in Hermeskeil dabei sind? Der Vorsitzende des Stadtrats Hel, Arnold Antkowski, ist von Hermeskeil beeindruckt: "Hier gibt es so viel Grün und gepflegte Natur." Um historische Gebäude werde sich gekümmert. Da können sich die Leute in Polen einmal inspirieren lassen.
"Es ist ein fantastisches Land", begeistert sich Karoline Rybacka. Sie staunt: "Überall lächeln die Menschen." Hermeskeil habe eine Seele.
Informationsmaterial über Hel liegt im Feuerwehrmuseum und in der Hermeskeiler Tourist-Information aus. Das Angebot einer Kur in Hel im Viersternebereich ist in Vorbereitung.
Extra

Die Kaschuben (auch Kassuben, polnisch Kaszubi, kaschubisch Kaszëbi) sind ein west-slawisches Volk, das in Polen in der Woiwodschaft Pommern (Województwo pomorskie) im Landstrich Kaschubien, auch Kaschubei genannt, lebt. Darüber hinaus sind viele sich dieser Ethnie zugehörig fühlende Menschen in die USA, nach Kanada und nach Deutschland ausgewandert oder im weiteren Polen beheimatet. Umstritten ist der Ursprung des Namens, eine gängige Erklärung ist, dass er sich von dem Kassub, einem Mantel, den die Kaschuben trugen, ableitet. Doch ist dies nicht gesichert. Quelle: wikipedia.org