Besucher feiern den Saarriesling-Sommer: 2500 Gäste pilgern zu den Weingütern

Besucher feiern den Saarriesling-Sommer: 2500 Gäste pilgern zu den Weingütern

Zehn Weingüter, 31 Winzer, mehr als 200 Weine und 2500 Besucher: Der Saarriesling-Sommer entwickelt sich zu einer Riesling-Verkostung, die Weinfreunde nicht verpassen sollten.

Welchen Wein kombiniert man am besten mit einem Mango-Chutney? Claus Piedmont kennt dazu die perfekte Wahl: "Den Wein des Winzers Johann Peter Mertes aus Kanzem sollten sie dazu trinken. Die Säure des Chutney kompensiert den Restzucker, so dass sie dessen Vielschichtigkeit schmecken können."

Der Winzer und Gastgeber des Eröffnungsabends zum Saarriesling-Sommer aus Konz-Filzen kennt auch die passenden Weine zu Pilzen, Bachsaibling, Kalb und Trüffelkartoffeln. Er scherzt und verteidigt die Spontanvergärung - eine Methode, auf die vor allem Winzer setzen, bei denen der Terroir-Gedanke (siehe Extra) im Vordergrund steht. Da kommt es bei der Arbeit im Keller auch mal zu Kontroversen mit seiner Tochter Sitta, die an der Hochschule Geisenheim Weinbau studiert. Sven Hahn hat eine Ausbildung als Koch. Er kommt aus Köln und genießt mit Verwandten den Eröffnungsabend. Sowohl mit dem viergängigen Menü wie mit der Weinauswahl ist er zufrieden. Wenige Stunden später sind die fünf wieder auf Tour, um sich einen Überblick über die verschiedenen Weingüter der Region zu verschaffen.

Die vierte Auflage des Saarriesling-Sommers ist eine schmackhafte Herausforderung. Gut gelaunt tüfteln die Besucher an ihren Tour-Routen, um bloß keinen Wein zu verpassen. Mehr als 200 werden von 31 Winzern in zehn Weingütern angeboten. Der Busservice, den die Organisatoren auf die Beine gestellt haben, macht fast alles möglich und hat den Charme, dass sich die Besucher auf ihrer Fahrt zum nächsten Weingut noch schnell untereinander austauschen können.

Die Weingüter sind schon mittags, kurz nach dem Öffnen ihrer Türen, gut besucht. "Ich hatte kaum Zeit, mich nach dem Aufbau zu duschen", sagt ein sichtlich gut gelaunter Christian Ebert vom Schloss Saarstein. Einer der Hauptanziehungspunkte ist das Weingut von Othegraven in Kanzem, das der Fernsehmoderator Günther Jauch vor fünf Jahren gekauft und zwischenzeitlich umfangreich saniert hat. Er hat versprochen, dass er nach dem Auslaufen der ARD-Polittalkshow mehr Zeit in Kanzem verbringen wird. So zitiert ihn zumindest die Deutsche Presseagentur (dpa).
Extra

Terroir ist ein ursprünglich aus Frankreich stammender Begriff, dessen Gedanke sich nur schlecht ins Deutsche übersetzen lässt. In Frankreich versteht man darunter eine Kombination aus Klima, der Dauer des Sonnenscheins, dem Gelände, der Geologie und der Bodenfeuchtigkeit. Das Terroir der Saar ist geprägt vom Schieferboden, den Umlaufbergen und Steillagen, der Reberziehung (oft Einzelpfahlerziehung), dem kühleren Klima sowie der Bodenbearbeitung. itz