1. Region
  2. Konz, Saarburg & Hochwald

Besucherstopp Saarburger Seniorenheim St. Franziskus Corona

Corona-Pandemie : Besucher haben 14 Tage lang keinen Zutritt zum Saarburger Seniorenheim (Update)

Die Zahl der Corona-Fälle im Heim ist weiter gestiegen. Wie die Betreuer versuchen, die Situation für die Bewohner der Einrichtung erträglich zu gestalten.

Die Zahl der positiv auf Covid-19 getesteten Bewohner des Seniorenzentrums Saarburg hat sich auf 19 erhöht. Dies hat Pressesprecherin Anke Longen mitgeteilt. Vergangene Woche Freitag waren es noch elf Infizierte. Das Geschehen sei weiterhin auf das zweite Obergeschoss konzentriert, heißt es. Den Bewohnern gehe es den Umständen entsprechend gut.

Das Gesundheitsamt und das zuständige Landesamt stimmten laut Longen dem Vorschlag der Heimleitung zu, einen sofortigen Besucherstopp für das gesamte Seniorenzentrum zu verhängen, um weitere Infektionsketten zu reduzieren. Der Besucherstopp gilt zunächst für die Dauer von 14 Tagen. Wenige Ausnahmen sind in Absprache mit der Heimleitung möglich. Laut Matthias Gehlen, Verwaltungsdirektor des Saarburger Krankenhauses, zu dem das Seniorenzentrum gehört, seien solche Ausnahmen im Sterbefall möglich sowie bei Verschlechterung des Allgemeinzustands der (nicht positiven) Bewohner. Heimleitung und Pflegedienstleitung würden den Einzelfall prüfen.

107 Menschen leben derzeit im Seniorenzentrum St. Franziskus und zwar in Einzel- und auch Doppelzimmern. Auf sie kommen 51,6 Vollzeitkräfte. Verwaltungsdirektor Matthias Gehlen sagt: „Auch, wenn dieser Schritt für unsere Bewohner und auch deren Angehörige eine ganz erhebliche Einschränkung bedeutet, so ist es dennoch unsere Aufgabe, die anderen Bewohner und auch unsere Mitarbeiter vor weiteren Ansteckungen zu schützen und handlungsfähig zu bleiben.“

Angehörige könnten den Kontakt zu den Bewohnern per Telefon und nach Möglichkeit per Videotelefonie halten – so wie auch im Frühjahr. Die Pflegerinnen und Pfleger würden versuchen, die Senioren bei Bedarf bei Videotelefonaten zu unterstützen. Gehlen: „Wie oft uns dies aber personell gelingt, muss von Tag zu Tag vor Ort entschieden werden.“ Die acht Ergotherapeuten und Betreuungsassistenten im Heim unterstützten die Mitarbeiter bei diesem Vorhaben. Auf die Frage, wie das Haus außerdem versucht, die Situation für die Bewohner erträglicher zu gestalten, antwortet Gehlen: „Insbesondere indem unserer Ergotherapie möglichst viele Einzeltherapien und -gespräche mit den Bewohnern anbietet.“ Zur Ergotherapie gehören kognitive Trainings, Bewegungsübungen, Bastelarbeit und das Vorlesen von Zeitungen.

Bewohner und Angehörige haben laut Gehlen großteils Verständnis für die aktuellen Auflagen. Die Mitarbeiter hätten die Maßnahmen wie die Isolation mit großem Engagement gut hinbekommen. Der Verwaltungsdirektor weist aber auch darauf hin, dass die Pflegedienstleitung und die Hygienekraft derzeit im Dauereinsatz seien und Mitarbeiter auch Ängste hätten. Gehlen: „Wir kommen auch an Grenzen. So mussten Abstriche für alle Besucher gemacht werden.“ Es würden auch Mitarbeiter vom Krankenhaus im Heim eingesetzt. Zusätzlich versuche man, über Agenturen Leihkräfte zu finden. Im Krankenhaus und dem Seniorenzentrum zusammen arbeiten 700 Kräfte.

Entdeckt wurde das Virus im Saarburger Seniorenheim am vergangenen Donnerstag zunächst bei einer Patientin, die wegen erhöhter Temperatur getestet worden war. Alle positiv getesteten Bewohner wurden separat untergebracht. Vergangene Woche wurde zunächst ein Besucherstopp für die betroffene Etage, also das zweite Obergeschoss, verhängt. Es ist das erste Mal, dass Bewohner positiv auf das Virus getestet wurden. Im Frühjahr hatte sich lediglich eine Pflegerin infiziert. Im Seniorenzentrum St. Franziskus werden schon seit längerem alle Mitarbeiter und Bewohner regelmäßig auf Covid-19 getestet.

(mai)