Betreuungszeit rauf, Sonnenanlage weg

Irsch · 130 Unterzeichner einer Unterschriftenaktion und die CDU- Fraktion des Irscher Ortsgemeinderates wollen die Verlängerung der Betreuungszeiten in der Grundschule. Außerdem kämpfen sie für die Entfernung der ihrer Ansicht nach hässlichen Photovoltaikanlage vom Schulhof.

Irsch. "Die Photovoltaikanlage auf dem Hof der Grundschule ist absolut fehl am Platz", schimpft der Vorsitzende der CDU-Fraktion im Irscher Ortsgemeinderat, Helmut Steuer. Eltern und Nachbarn der Schule unterstützen diese Ansicht mit etwa 130 Unterschriften. Die Pausenhallenfunktion sei nicht erfüllt, erklärt Steuer. Und mehr noch: Es bestehe Verletzungsgefahr an einigen Bauelementen der Anlage.
"Fehler gemacht"


Steuer gibt zu: "Wir haben beim Beschluss für diese Anlage einen Fehler gemacht." Es sei auf Grundlage einer kleinen Zeichnung entschieden worden.

Die CDU plädiert für das Entfernen der Anlage. Sie solle woanders aufgestellt werden, vielleicht auf dem Sportplatz. Ortsbürgermeister Jürgen Haag hat wenig Hoffnung, dafür die Mittel von der Kommunalaufsicht genehmigt zu bekommen.
FWG-Sprecher Günter Britten spricht sich dafür aus, die Gefahrenpunkte zu sichern, damit die Kinder auch nicht mehr auf die Fundamente der Anlage klettern können. SPD-Fraktionsvorsitzender Markus Löwe schätzt die Kosten einer Standortänderung auf 50 000 Euro: "Da sagt die Kommunalaufsicht, das ist Schwachsinn." Jetzt soll erst einmal der Investor der Photovoltaik anlage, der in der Ratssitzung nicht namentlich genannt wurde, zu dem Ansinnen Stellung nehmen.
Seit 2005 wird in der Irscher Grundschule eine Nachmittagsbetreuung angeboten. Was mit acht Schülern begann, nutzen inzwischen 22 Kinder und deren Eltern. Für das nächste Jahr gibt es 26 Neuanmeldungen, die meisten Eltern wollen über 14.30 Uhr hinaus - am besten bis 17 Uhr - ihre Kinder in guten Händen wissen.

Geld für Mehraufwand


"Da haben wir ein Problem mit der Essensausgabe und mit einem weiteren Raum", erklärt Ortschef Haag. Jetzt soll herausgefunden werden, ob die Eltern bereit sind, für den Mehraufwand zu zahlen.
Der Träger der Betreuung ist das Sozialwerk Saar-Mosel, das die Kosten auf etwa 62 Euro pro Monat schätzt, plus die Kosten fürs Essen von rund vier Euro pro Portion. "Die Personalkosten werden von 18 000 auf 30 000 Euro pro Jahr steigen", schätzt Haag. Für eine Essenslieferung aus dem benachbarten Kindergarten sei die dortige Küche nicht ausgelegt, bedauert der Ortsbürgermeister. Jetzt sollen Fragebögen an die Eltern geschickt werden, um den Bedarf am Betreuungsangebot zu erfassen, um damit genauere Kosten ermitteln zu können.
Extra

Eine Ortsgemeinde mit defizitärem Haushalt muss nach dem Willen der Kommunalaufsicht des Kreises alle Einnahmemöglichkeiten ausschöpfen, um noch an Zuschüsse für örtliche Projekte zu kommen. Dem Irscher Rat wurde die Erhöhung der Friedhofsgebühren nahegelegt. Beschlossen wurde, die Gebühr für den Erwerb einer Familiengrabstätte von 650 auf 750 Euro zu erhöhen. Die Gebühr für ein Reihengrab ist um moderate zehn Euro auf 385 Euro gestiegen. Für die Reinigung der Leichenhalle wurde eine Gebühr von 25 Euro festgesetzt. doth