Bewaffneter Überfall auf Juwelierladen in Konz: Prozess beginnt, zwei Männer vor Gericht

Kostenpflichtiger Inhalt: Konz : Bewaffneter Überfall auf Juwelierladen – Zwei Männer ab Montag vor Gericht

Im September 2018 wurde ein Juweliergeschäft in Konz ausgeraubt. Die Täter sollen mit einer Schusswaffe gedroht und Schmuck im Wert von rund 41 000 Euro erbeutet haben. Sechs Männer sollen an  der Tat beteiligt gewesen sein. Der Prozess gegen zwei von ihnen beginnt am Montag.

Gemeinschaftlich begangener  schwerer Raub: Dies wirft die Staatsanwaltschaft einer Gruppe von sechs Männern vor, von denen drei gefasst sind. Zwei von ihnen müssen sich ab Montag vor dem Trierer Landgericht verantworten.

Die Tat Zugeschlagen hat die Bande am 21. September 2018 in einem Juwelierladen in Konz. Nach Auffassung der  Staatsanwaltschaft hat sich der Überfall so abgespielt: Zwei Männer haben an jenem Freitagmorgen, kurz nachdem das Juweliergeschäft geöffnet wurde, den Laden betreten. Einer von ihnen hat die beiden Angestellten mit vorgehaltener Schusswaffe gezwungen, sich hinzulegen. Der andere ist zum Tresor des Ladens gegangen. Der Tresor war nicht abgeschlossen. Dennoch gelang es dem Mann entweder nicht, ihn zu öffnen, oder er hat ihn versehentlich verschlossen. Daraufhin soll eine Angestellte zum Tresor gezerrt worden sein. Sie wurde aufgefordert, den Safe zu öffnen, was sie auch getan hat. Mehrfach ist der Angestellten dabei laut Anklage mit den Worten „We will kill you“ (Wir werden dich töten) gedroht worden.

Nachdem die Frau den Tresor geöffnet hatte, musste sie sich laut Staatsanwaltschaft wieder mit der anderen Angestellten auf den Boden legen. In dieser Zeit hätten sich die Täter Schmuck und Uhren im Wert von exakt 41 109,01 Euro aus dem Tresor genommen. Anschließend hätten sie die beiden Angestellten mit Klebeband gefesselt. Die Täter flüchteten laut Anklage zu Fuß.

Die Rolle der Angeklagten An dieser Stelle kommt der mutmaßliche Täter B. ins Spiel, der einschlägig vorbestraft und nun angeklagt ist. Der Angeklagte B. hat laut Staatsanwaltschaft bei dem Raub als Fahrer fungiert. Ihm wird vorgeworfen, die beiden Männer, die den Laden überfallen haben, nach Konz gefahren und dann auf sie gewartet zu haben. Die beiden Männer sind laut Anklage nach der Tat wieder zu ihm gekommen. Das Trio sei dann in eine gemeinsam  angemietete Ferienwohnung gefahren. B. soll das Auto gebraucht gekauft und die Kennzeichen dafür auf einem Schrottplatz gestohlen haben. Gefahren sei er, ohne einen Führerschein zu besitzen, heißt es.

Den Raub hat laut Staatsanwaltschaft der Angeklagte N. geplant. N. ist nicht vorbestraft. Er soll die sechsköpfige Gruppe zusammengestellt und die Ferienwohnung angemietet haben. In dieser Wohnung hätten sich alle Komplizen außer B. aufgehalten. Dem Angeklagten N., der finanzielle Probleme hatte, ist es laut Anklage darum gegangen, seine Schulden loszuwerden und mit seiner Familie ein neues Leben zu beginnen.

Während der Tat soll N. mit den weiteren Beteiligten auf dem Parkplatz eines nahe gelegenen Möbelhauses in einem Wagen gewartet haben. Sie hätten laut Staatsanwaltschaft den gestohlenen Schmuck bei  Bedarf von den übrigen Beteiligten übernehmen und in Sicherheit bringen sollen. Die beiden Angeklagten befinden sich seit November 2018 in Untersuchungshaft. Zuvor lebten sie in der Verbandsgemeinde Konz.

Der dritte Festgenommene Ein dritter Mitbeschuldigter ist laut dem Leitenden Oberstaatsanwalt Peter Fritzen Ende 2018 im Zuge einer internationalen Fahndung aufgrund eines Europäischen Haftbefehls in Montenegro festgenommen worden. Gegen ihn bestehe der Verdacht, einer der Haupttäter gewesen zu sein, der den Raubüberfall  ausgeführt habe, teilt Fritzen mit. Er sei Ende Juni von Montenegro nach Deutschland ausgeliefert worden und befinde sich nun in Untersuchungshaft. Gegen ihn ist laut Fritzen inzwischen ebenfalls Anklage wegen gemeinschaftlichen schweren Raubes erhoben worden.

Mehr von Volksfreund