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Bewegende Erinnerungen und Relikte aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs

Bewegende Erinnerungen und Relikte aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs

Vor 70 Jahren, Anfang März 1945, haben sich die US-Armee und SS-Gebirgsjäger tagelange heftige Kämpfe in und um Lampaden und im Ortsteil Obersehr geliefert. LampaDia ist eine Gruppe im Ort, die sich mit dieser Vergangenheit auseinandersetzt. Eine von ihnen initiierte Multimedia-Ausstellung im Bürgerhaus ist noch bis zum 8. März geöffnet. Sie lockte gleich am ersten Tag über 300 Interessierte an.

Lampaden. "70 Jahre Frieden - Kämpfe um Lampaden und Umgebung" ist der Obertitel einer Ausstellungswoche der Gruppe LampaDia, die am Sonntag mit mehr als 300 Gästen feierlich eröffnet worden ist. Eine volle Kirche und am selben Tag zweimal ein mit Ausstellungsbesuchern übervolles Bürgerhaus belohnten die Arbeit der geschichtsinteressierten Gruppe. Nach dem Sonntags-Hochamt, das Pastor Kai-Georg Quirin eigens auf das historische Ereignis ausgerichtet hatte, begrüßte Mitinitiator der Gruppe LampaDia, Bernd Hermesdorf, Bürger aus Lampaden und Umgebung, Zeitzeugen und Initiatoren vor der Kirche zu einer Gedenkfeier.
Ortsbürgermeister Martin Marx dankte dem fünfköpfigen LampaDia-Team für seine unermüdliche Arbeit, um die Vergangenheit zur Erinnerung und Mahnung aufleben zu lassen. Im Gedenken an die Gefallenen des Zweiten Weltkriegs legten Johann Kirchen und Fabian Minn einen Kranz am Kriegerdenkmal nieder. Griseldis Fischer-Lichdi begleitete die Zeremonie an der Trompete mit "Ich bete an die Macht der Liebe". Zwei weiße Tauben stiegen als Zeichen des Friedens in den Himmel auf.
Zeitzeuge Johann Kirchen berichtete von den Kriegsgeschehnissen zwischen Hinzenburg und Lampaden, die er als kleiner Junge miterlebt hatte.
Für die Ausstellung im Gemeindehaus, das die Ortsgemeinde der Gruppe LampaDia bis zum 8. März zur Verfügung stellt, haben die Initiatoren jahrelang Relikte aus dem letzten Krieg, Fotos, Schriften und Todesnachweise zusammengetragen. In einer Präsentation stellt Florian Lorenz die gefallenen Männer, "die man eigentlich nur von der Gedenktafel her kennt", in Bild und Schrift, mit ihrer familiären Herkunft und ihrem Todesumstand vor. Nach bewegenden Berichten von Augenzeugen auf der Leinwand zeigt ein weiterer Film im zerstörten Ort amerikanische Panzer und die Leichen deutscher Soldaten. Ewald Marx aus Obersehr hat die Kämpfe im Lampadener Ortsteil als Kind ebenfalls erlebt und berichtete vor den aufmerksamen Zuhörern: "Ein amerikanischer Panzer drehte plötzlich sein Kanonenrohr auf unser Haus und schoss durch das Haus hindurch, da man dort versteckte deutsche Soldaten vermutete. Hätte er etwas weiter rechts angehalten, wäre unsere gesamte Familie getötet worden." hmExtra

Dem LampaDia-Team gehören Florian Lorenz, Bernd Hermesdorf, Fabian Minn, Thorsten Dussa und Timo Huwer, an. Ivo Wilms und Bart Moonen, zwei Archäologie-Studenten aus den Niederlanden (sie suchen nach Relikten des Zweiten Weltkrieges) haben ihre Funde ebenfalls im Gemeindehaus ausgestellt. Die Ausstellung im Gemeindehaus ist noch bis zum 8. März von 15 bis 20 Uhr, Samstag von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Heute, 18 Uhr: Film "Die Kampfhandlungen" (Vormarsch der Amerikaner und Gegenangriff der Deutschen in und um Lampaden). 7. März, 10 Uhr und 14 Uhr: Fahrten und Wanderungen zu Kriegsschauplätzen. Anmeldung hierzu unter lampadia@gmx.de hm