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Bezirksbeamte der Polizei im Raum Konz/Saarburg​: Ansprechpartner für Bürger

Polizei : Das sind die Gesichter der Polizei im Raum Konz/Saarburg

Bezirksbeamte sind bei der Polizei die festen Ansprechpartner für die Bürger eines Raums. Erstmals hat in Saarburg eine Frau diesen Job übernommen. Was sie und ihre Kollegen über ihre Arbeit sagen.

Herr Schulze aus Palzem hat den Eindruck, in der Straße, in der er wohnt, wird immer wieder zu schnell gefahren. Er kann sich an den Bezirksbeamten wenden, denn dieser kennt die Lage vor Ort und vermittelt bei Bedarf weiter. Frau Klein in Greimerath hat nach einer Anzeige erneut Probleme mit ihrem Ehemann. Sie wendet sich am besten direkt an die Bezirksbeamtin. Denn diese dürfte die Umstände bereits kennen, weil die Fälle in ihrem Bezirk bearbeitet, nachdem eine Anzeige erstattet wurde. Und wenn Frau Schneider aus Beurig sich unsicher in ihrem Haus fühlt, in dem sie allein wohnt, kann sie sich in Sachen Einbruchsschutz ebenfalls an den Bezirksbeamten wenden.

Bindeglied zu Kommunen, Vereinen, Schulen und Kindergärten

„Bezirksbeamte sind wichtig für die Polizeiarbeit vor Ort“, sagt Armin Görgen, Leiter des Kriminal- und Bezirksdienstes der Polizeiinspektion Saarburg. Sie seien die ersten Ansprechpartner für die Bürger, sie seien das Gesicht der Polizei. Die Bezirksbeamte, denen feste Bereiche zugeordnet sind, sollen die Sorgen und Nöte der Menschen kennen und Bindeglied sein unter anderem zu Kommunen, Vereinen, Schulen und Kindergärten. Dahinter steckt der Gedanke, dass die Polizei in Rheinland-Pfalz Bürgerpolizei sein soll, die vom Dialog lebt. Ganz uneigennützig ist das nicht. Denn Hinweise sind für die Polizei wichtig, ob es nun um Tipps geht, mit Hilfe derer Straftaten überhaupt erst bekannt werden oder um Informationen, die zur Aufklärung von Fällen führen.

Zuständigkeiten geografisch neu sortiert

Drei Bezirksbeamte teilen sich das Gebiet der Inspektion Saarburg (siehe Infobox) auf. Jeder von ihnen ist Ansprechpartner für rund 15.000 Menschen. Vor wenigen Wochen ist Silke Brausch neu zum Dreier-Team gestoßen. Das haben die Verantwortlichen zum Anlass genommen, die Bezirke geografisch neu zu ordnen (siehe Infobox). Brausch ist für die Bewohner der Orte links der Saar die Ansprechpartnerin. Bernhard Schiffmann kümmert sich um die Dörfer rechts der Saar und Volker Braun ist zuständig für den Bezirk Mosel.

Die erste Bezirksbeamtin in Saarburg

Silke Brausch ist bei der Saarburger Inspektion die erste Frau auf diesem Posten. Die gebürtige Taben-Rodterin, die heute mit ihrer Familie im angrenzenden Saarland lebt, sieht sich dennoch nicht als Pionierin. Sie sagt: „Das macht heute keinen Unterschied mehr, ob ich den Polizeijob als Mann oder Frau mache.“ Die Leute hätten sich an Frauen bei der Polizei gewöhnt, auch intern sei viel passiert. Mittlerweile sei in fast jeder Streife eine Frau dabei und auch in jeder Schicht auf der Wache. In den Kindergärten würden sogar Polizistinnen gemalt – mit Zöpfen, ergänzt Brausch lachend.

Die 46-Jährige, die auch Koordinatorin der Deliktart „Gewalt in engen sozialen Beziehungen“ ist, erinnert sich noch an ihre Anfänge vor fast 30 Jahren bei der Polizei in Trier. Damals waren Frauen dort noch die Ausnahme, denn erst seit 1987 wurden weibliche Polizeikräfte eingestellt. Brausch: „Ältere Kollegen waren damals der Meinung, Frauen bei der Polizei sollten den Telefonhörer in die Hand nehmen, aber nicht raus auf die Straße gehen. Heute gibt es das nicht mehr.“ Bei Schlägereien habe es früher Bedenken gegeben, Frauen einzusetzen. Das hat sich laut Brausch auch durch die bessere Ausstattung verändert. Heute verfügten die Sicherheitskräfte über einen Taser, und jeder besitze eine schusssichere Weste. Früher habe lediglich eine dieser Westen, die noch dazu viel schwerer gewesen seien, im Auto der Streife gelegen.

Was Erfolg für einen Bezirksbeamten bedeutet

Der dienstälteste in der Runde der Bezirksbeamten ist Bernhard Schiffmann aus Losheim. Der 57-Jährige, der als leidenschaftlicher Motorradfahrer auch Mitglied der Motorradstaffel der rheinland-pfälzischen Polizei ist, macht den Job seit 2019. Auf die Frage, welche besonderen Erlebnisse er in dieser Zeit hatte, antwortet der 57-Jährige: „Ich bin immer froh, wenn ich Lösungen anbieten kann oder es zu einem vermittelnden Gespräch kommt und beispielsweise eine Anzeige deshalb zurückgezogen wird.“ Das sei dann ein Erfolg.

Von Trier-West in den Bezirk Mosel

Volker Braun (52), der dritte Bezirksbeamte in Saarburg, der ebenfalls in Losheim lebt, hat seine jetzige Tätigkeit zuvor in Trier-West ausgeführt. Es erstaunt, wenn er feststellt: „Von der Vorgangsbelastung war es dort ähnlich wie in meinem jetzigen Bezirk Mosel.“ Allerdings war er im Trierer Westen, der teilweise als sozialer Brennpunkt gilt, für 3000 bis 4000 Menschen weniger zuständig, dafür zählten aber Einrichtungen wie Diskotheken, Jobcenter und Eroscenter zu seinem Gebiet. Sein Job mit den „ehrlichen Hauzen“ im Trierer Stadtteil, in dem er auch viel Elend gesehen hat, hat ihm auch gefallen. Zu seinem jetzigen Bezirk sagt er: „Hier gibt es nicht so viel Anonymität, auf den Dörfern kennt jeder jeden. Das ist idyllischer.“