Bienen machen Schule

In der Imker-AG des Gymnasiums Konz lernen 17 Schüler am praktischen Beispiel, warum die Bienen für Mensch und Natur so wichtig sind. Aktuell haben sie ihre zweite Honigernte geschleudert. Das Projekt ist ein Baustein im Nachhaltigkeits-Profil der Schule.

Konz. Dichter Rauch dringt aus dem Smoker der Imker, die Bienen werden ruhiger. Vorsichtig hebt Helin die mit Honig gefüllte Wabe aus dem Stock, während Vanessa die Bienen mit dem Bienenbesen abstreicht. Dies ist Schwerstarbeit, denn eine Wabe wiegt bis zu zwei Kilogramm, und die Bienen bleiben in Trauben darauf sitzen. Die zwölfjährigen Schülerinnen arbeiten routiniert wie Profi-Imker und das, obwohl es erst ihre zweite Honigentnahme ist. "Es ist interessant, wenn man sieht, wie viel Arbeit das alles ist", sagen die beiden Mädchen.
17 Schüler, die meisten aus der Klasse 6a des Gymnasiums Konz, haben sich der neu gegründeten Imker-AG angeschlossen. Jeden Montag treffen sie sich, schauen nach den Bienen und erledigen die anfallenden Arbeiten.
Viele der Schüler haben längst ihre Meinung über Bienen und Honig revidiert. Sie wissen nun, dass die Immen nur stechen, wenn sie sich bedroht fühlen und dass selbst gemachter Honig wirklich gut schmeckt. Dass Bienen zu den wichtigsten Nutztieren gehören, habe sie längst verstanden und "ihre" Bienen zutiefst ins Herz geschlossen. Begonnen hat alles im Frühjahr 2014. Zunächst haben die Schüler die Fläche freigeräumt und freigeschnitten und Ende März drei Bienenstöcke aufgestellt.
Finanzielle Unterstützung bekamen die Jungimker von der Landeszentrale für Umweltaufklärung. Daneben haben sie selbst ein kleines Darlehen aufgenommen, denn die Grundausstattung für Imker ist teuer. Zwar ist in den Osterferien ein Volk geschwärmt und hat sich dabei aufgelöst, aber die zwei verbliebenen Bienenvölker leisten einiges. Die erste Honig ernte des Jahres brachte bereits 37 Kilo Honig ein, so viel, dass die Schüler alleine mit dem Schleudern gut vier Stunden beschäftigt waren. Die zweite Ernte ist mit 45 Kilogramm noch üppiger. Der Verkauf des schuleigenen Honigs läuft gut, und so wird die AG bereits in diesem Jahr das aufgenommene Darlehen zurückzahlen können. "Bienen sind sehr wichtig für die Nahrungskette" erklärt Jörg Ruhe, selbst langjähriger Imker. "Aber viele Menschen sagen nur ,Oh Gott, Bienen!\' und wollen mit ihnen nichts zu tun haben." Um das zu ändern, hat er die AG mit Biologielehrer Marc Greweldinger ins Leben gerufen. Die beiden wollen den Schülern die zentrale Rolle der Bienen für die Natur nahebringen und zeigen, dass man sich vor den kleinen Helfern nicht zu fürchten braucht. grf