Biergarten und Multi-Kulti-Anlage im Ortsgemeinderat Schoden

Kostenpflichtiger Inhalt: Gemeinde : Freizeitanlage Schoden: Ortschef will „wohldurchdachte Lösung“ für Multi-Kulti-Anlage

Ob Biergarten, Kanuverleih und Minigolfplatz in Schoden jemals wieder öffnen dürfen, ist ungewiss. Der Gemeinderat will im Dezember entscheiden, ob die Voraussetzungen dafür geschaffen werden sollen.

Ortsbürgermeister Rüdiger Hausen stellte in der Schodener Ratssitzung zunächst fest: „Seit 20 Jahren ist die Freizeitanlage Multi Kulti in Schoden ein Besuchermagnet.“ Als vor wenigen Wochen herauskam, dass ihre Nutzung nur teilweise genehmigt ist, war die Aufregung groß. Das war auch an den Reaktionen auf dem sozialen Netzwerk Facebook abzulesen. 18 Zuhörer waren zur Ratssitzung gekommen, darunter Wolfgang Cartus, Betreiber des Biergartens.

„Erst die Beschwerden einiger Anwohner, und ich rede da bewusst im Plural, haben zu der Erkenntnis geführt, dass einige rechtliche Grundlagen für den Betrieb fehlen“, sagte Hausen. Ein Biergarten mit Sitzgelegenheiten ist nicht genehmigt, nur ein Kiosk ist zugelassen. Auch der Minigolfplatz und der Kanuverleih mit Paddel- und Schwimmwestenausgabe am Gebäude sind illegal. Zudem fehlt es an Parkplätzen.

Die Entscheidung, ob die Gemeinde die rechtlichen Grundlagen schaffen soll und dafür den Bebauungsplan ändert, will Rüdiger Hausen nicht übers Knie brechen. Er will, dass alle Möglichkeiten konsequent erörtert werden. Hausen: „Wir müssen die berechtigten Einwände der Einwohner mit den Interessen der Touristiker und der Gewerbetreibenden unter einen Hut bringen. Das will wohldurchdacht sein.“

Der Ortschef sagte: „Egal wie die Entscheidung ausfällt, sie wird richtungweisend sein, und es wird Gewinner und Verlierer geben.“ Hausen versprach, dass nichts verschleppt oder ausgesessen werde. Um Baurecht zu schaffen, müssten vorher die Kosten ermittelt werden. Alle Beteiligten, Anwohner, Gewerbetreibende und Touristiker müssten an einen Tisch. Laut Sitzungsvorlage schätzt die Verbandsgemeindeverwaltung Saarburg-Kell die Kosten für die Änderung des Bebauungsplans auf 10 000 bis 15 000 Euro. Sie weist darauf hin, dass ein Lärmgutachten nötig sei.

Hausen stellte klar, er wolle sich auf keinen Fall von den sozialen Netzwerken leiten lassen, sondern den gesunden Menschenverstand nutzen und mit vielen Leuten reden. Baurecht zu schaffen brauche mindestens neun Monate, was bedeute, dass die nächste Saison im Freizeitzentrum wohl auf Sparflamme laufen müsse.

Der Beigeordnete der Verbandsgemeinde Saarburg-Kell, Martin Alten, sieht die Vorgehensweise laut seinen Worten als richtig an. Er sagte: „Es braucht Ruhe und Zeit, um die beste Lösung zu finden.“ Schuldzuweisungen würden da nicht weiterhelfen. Weitere Wortmeldungen gab es zu diesem Punkt nicht. Das Thema wurde unter der Überschrift „Informationen und Anfragen“ behandelt, womit von vornherein festgelegt war, dass kein Beschluss gefasst würde. Laut Sitzungsvorlage der Verwaltung soll der Rat in der nächsten Zusammenkunft am 19. Dezember über das weitere Vorgehen entscheiden.

Biergartenbetreiber Cartus hatte sich mehr von der Sitzung erwartet. Er sagte: „Ich habe dem Ortsbürgermeister und jedem Ratsmitglied meine Lösungsvorschläge zukommen lassen. Ich hätte erwartet, dass darüber zumindest diskutiert wird.“ Cartus hatte Vorschläge für einen verstärkten Lärmschutz am Biergarten und für Verkehrsverbesserungen unterbreitet. Er plädiert dafür, eine Interimslösung zu finden, bis Baurecht hergestellt ist. „Hier geht es doch um meine Existenz“, sagte er. Die Bauaufsicht hat laut Sitzungsvorlage allerdings darauf hingewiesen, dass die Nutzungen der Multi-Kulti-Anlage illegal sind und zum Saisonstart im März 2020 untersagt werden müssten, wenn die rechtlichen Voraussetzungen bis dahin nicht geschaffen worden seien.