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Bilder von Paul Magar sind derzeit in seiner Heimatstadt Konz zu sehen. Bei der Eröffnung gab es Einblicke in die Beziehung des Künstlers zum Ort seiner Kindheit.

Konz : Große Kunst in  kleiner Galerie

Die seltene Chance, eine Ausstellung des Künstlers Paul Magar in seiner Heimat zu sehen, bietet sich derzeit im Kloster Karthaus. Die Besucher lassen sich vom Licht faszinieren – und erfahren von Magars Beziehung zu Konz.

 Diese Gelegenheit gibt es nur alle zehn Jahre: Indiesem Abstand zeigt die Stadt Konz Werke des international renommierten Künstlers Paul Magar. Er lebte von 1913 bis 1938 in Konz und begann dort seine künstlerische Karriere. Die Ausstellung mit 27 farbenreichen und nach Harmonie suchenden Werken in Magars Heimtstadt läuft noch bis zum 8. Dezember.

Der Konzer Bürgermeister Joachim Weber begrüßte zur Ausstellungseröffnung von „Paul Magar – Farb-Sicht Retrospektive III“ rund 60 Kunstfreunde in der städtischen Galerie Konz im Kloster Karthaus. Unter ihnen die Tochter des im Jahr 2000 verstorbenen Künstlers, Dorothea Hölzer-Magar, und Winfried Manns, ehemaliger Bürgermeister der Stadt Konz, Kunstfreund und persönlicher Bekannter des Malers Magar. Manns übernahm auch die Einführung in Magars Werk. Er erläuterte anhand der ausgestellten Bilder dessen künstlerische Entwicklung und machte vor allem deutlich, dass Paul Magar Zeit seines Lebens eine enge Beziehung zu der Stadt an Saar und Mosel gepflegt hat.

Im Konzer Rathaus und im Treppenhaus des Klosters Karthaus hängen Werke, die Magar der Stadt Konz vermachte. Ironischerweise ist unter den Konzer Werken ein besonderer Blick auf die Trierer Porta Nigra. Obwohl Magar seine künstlerische Ausbildung Anfang der 1930er Jahre an der Werkkunstschule in Trier begann, zählt er eher als Konzer Künstler denn als Trierer. Dort wird er weitaus weniger beachtet.

Winfried Manns macht in seinem Vortrag aber auch deutlich, dass Magar nicht als Konzer bezeichnet werden kann. Mehr als 50 Jahre seines langen Lebens hat er in Bonn-Bad Godesberg gelebt und gearbeitet. Dort entstanden die Werke, die ihn berühmt machten. Seine Karriere als Maler gipfelte darin, dass er mit dem Columbus-Triptychon, einem in Deutschland nie gezeigten Bild, den deutschen Kulturbeitrag auf der Expo 92 in Sevilla stellte.

Dieses Bild ist auch in der diesjährigen Ausstellung in Konz nicht zu sehen. Doch viele der 27 Werke beeindrucken durch ihre Farbgestaltung, ihre Formensprache und ihre positive Weltsicht. „Das Licht, wie Paul Magar es einfängt und künstlerisch verarbeitet, das ist wirklich einzigartig“, sagt die Kunsthistorikerin Christa Blasius, die in Konz lebt und aus rein privatem Interesse zur Ausstellungseröffnung gekommen ist.

Dorothea Hölzer-Magar, die Tochter des in Konz gefeierten Künstlers, bietet einen Großteil der Werke zum Kauf an. Wer sich – ob kaufinteressiert oder nicht – die Bilder anschauen möchte, hat bis zum 8. Dezember Zeit. Die Ausstellung ist geöffnet donnerstags und freitags von 17 bis 20 Uhr sowie samstags und sonntags von 15 bis 18 Uhr.

Am letzten Ausstellungstag, dem 8. Dezember, geben um 11 Uhr Schüler der Trierer Karl-Berg-Musikschule  ein Konzert von zugunsten der Konzer-Doktor-Bürgerstiftung.