Bildung

Zum Bericht "Von der Hauptschule zum Wirtschaftsabitur" (TV vom 14. Februar) meint dieser Leser:

Das Beispiel von Myriam Meller zeigt, dass unser Schulsystem nicht nur durchlässig sein kann, sondern sehr durchlässig ist. Dass die Chancen nicht für alle gleich sind, ist klar. Denn jeder von uns verfügt über besondere Fähigkeiten, beziehungsweise ihm fehlen besondere Fähigkeiten, die bis zu einem bestimmten Punkt gefördert werden können. Die Förderung und Verbesserung der Chancengleichheit beginnt nicht erst während der Schulzeit. Sie beginnt schon wesentlich früher (während der Schwangerschaft) und fordert das Mitwirken aller Beteiligten, insbesondere der Eltern und Kinder. Der Slogan "Wir lassen niemanden zurück" ergibt nur einen Sinn, wenn die Betroffenen auch mitgehen möchten ("Fördern durch Fordern"). Wirkliche Chancengleichheit wird es nie geben, solange unsere Kinder und deren Umfeld (wünschenswerterweise) nicht genormt sind. Wenn wir nach der Auflösung der Hauptschule noch die Realschule plus auflösen, hätten wir nicht nur einige, sonder alle benachteiligten Kinder auf dem Gymnasium, aber keines der wirklichen Probleme gelöst. Das Abitur wird nur benötigt, um ein Studium zu beginnen. Man kann auch ohne Schulabschluss eine Ausbildung beginnen. Auch die Banken müssen keine Abiturienten einstellen. Interessanterweise haben die meisten der älteren Bankmitarbeiter kein Abitur. Roland Jung, Saarburg

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