Bioenergie-Dorf braucht noch Anlaufzeit

Bioenergie-Dorf braucht noch Anlaufzeit

Im Hintergrund planen die "Pfalzwerke" bereits intensiv, doch bis zum Baubeginn der Biogasanlage als wichtigste Komponente beim 4,5 Millionen-Euro-Vorhaben "Bioenergie-Dorf" Grimburg ist noch etwas Geduld gefragt. "Nicht vor Mitte 2009", so Projektleiter Andreas Krebs, wird die "Zentralheizung für den ganzen Ort" errichtet.

Grimburg. Nach den durchaus strittigen Diskussionen im Gemeinderat in den vergangenen Monaten sind die politischen Entscheidungen letztlich einstimmig gefallen. Grimburg will ein Projekt mit Vorzeigewirkung in Angriff nehmen und "Bioenergie-Dorf" werden. Dafür sollen eine mit nachwachsenden Rohstoffen und Gülle gespeiste Biogasanlage als zentraler Baustein sowie ein Holzhackschnitzelkraftwerk plus ein Heizölkessel als zusätzliche Absicherung installiert werden, die über ein Nahwärmenetz alle 170 Haushalte beheizen könnten. Möglich machen will dies die Pfalzwerke AG. "Fest steht: Wir werden hier in Grimburg investieren und sind schon voll in der Planung", versicherte Andreas Krebs, Projektleiter beim Ludwigshafener Energiedienstleister, in der jüngsten Ratssitzung. Zurzeit spielen sich die Aktivitäten aber ausschließlich im Hintergrund ab. Laut Krebs müssen zunächst erst die bauplanerischen Verfahren über die Bühne gebracht und "etliche Gutachten" - etwa über die mögliche Geruchsbelastung - erstellt werden. Besonders wichtig ist die Frage, wie viel Zuschüsse für das Projekt fließen. Denn, so Krebs: "Uns ist klar: Je niedriger der Preis für den Anschluss ist, umso attraktiver ist es für die Grimburger mitzumachen." Der Anschluss an das Nahwärmenetz ist nämlich freiwillig und kostet einmalig 5000 Euro. Hinzu kommen ein monatlicher Grundpreis von 123 Euro und ein Betrag von 3,5 Cent pro verbrauchter Kilowattstunde.

Ziel: Über 75 Prozent der Haushalte schließen sich an



Garantien wolle er zwar keine geben, so Krebs. Wenn aber alle Fördertöpfe ausgeschöpft werden können, sei es denkbar, dass sich pro Haushalt die Anschlussgebühren um 1800 Euro reduzieren. Laut Ortsbürgermeister Franz-Josef Weber (FWG) haben bei einer Befragung circa 80 Haushalte ihr Interesse bekundet. Er und die Pfalzwerke rechnen aber langfristig mit deutlich mehr Abnehmern. "Ich bin sicher, dass nach fünf Jahren über 75 Prozent der Haushalte angeschlossen sind", sagte Krebs im Rat. Er betonte, dass die planerischen Vorbereitungen "nicht vor Mitte 2009" abgeschlossen sind und erst dann am Sportplatz mit dem Bau der Biogasanlage der sichtbare Start für die Umsetzung des Vorhabens erfolgt. Er sagte aber auch: "Wir wollen mit der Anlage noch 2009 ans Netz gehen." Zudem gehen die Pfalzwerke davon aus, "schon Ende 2009" über das Nahwärmenetz Wärme ins Dorf liefern zu können. Eine feste Zusage für diesen Termin wollte Krebs aber nicht geben.

Auf Nachfrage von Alfons Lauer (CDU) ging Krebs auch auf die Situation in der Ortsdurchfahrt ein, die derzeit erneuert wird. Dort sollen bis Mitte 2009 die Rohre für das Nahwärmenetz verlegt werden. Das bedeutet, dass die Feinschicht der Fahrbahn decke erst danach aufgetragen und bis dahin die aktuell bereits verlegte grobe Asphalt-Tragschicht als Provisorium belassen wird. Die Mehrkosten, die entstehen, weil die Straße wieder aufgerissen werden muss, gehen aber nicht zulasten der Anlieger. Sie werden komplett von den Pfalzwerken übernommen. Weber betonte abschließend nochmals seine Überzeugung: "Das Projekt ,Bioenergie-Dorf' wird ungeheuer positive Auswirkungen für Grimburg haben. Wir freuen uns auf die Reise, die wir mit den Pfalzwerken antreten werden."