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Bisher neun Zuschüsse für private Bauherren

Bisher neun Zuschüsse für private Bauherren

Den Kampf gegen ausblutende Ortskerne lässt sich die Verbandsgemeinde (VG) Hermeskeil seit einem Jahr Bares kosten. Sie gewährt einen Zuschuss von maximal 8000 Euro, wenn Privatleute leerstehende Häuser sanieren oder durch den Abriss von Bruchbuden Schandflecke in den Dörfern beseitigen. Bisher kamen neun Bauherren in den Genuss einer Förderung. Doch ausgeschöpft ist der Zuschusstopf noch nicht.

Hermeskeil. Innen ist schon alles fix und fertig saniert. Jetzt ist die Fassade an der Reihe. Das Gerüst wurde gerade am Haus von Jil und Steven Heinz aufgestellt. Die junge Familie, zu der noch Tochter Alea gehört, hat in der Alten Kirchstraße in Hermeskeil ein neues Zuhause gefunden. Die Entscheidung, die Immobilie zu kaufen und auf Vordermann zu bringen, sei schon vor dem 1. Juli 2013 gefallen.
6000 Euro Zuschuss


"Doch als wir dann gehört haben, dass es das Förderprogramm der VG gibt, war das für uns sehr hilfreich und ein super Schmankerl", sagt Jil Heinz. "So konnten wir auch Sachen machen, die sonst nicht in der Baufinanzierung drin gewesen wären und die wir erst später peu à peu hätten machen können." 6000 Euro hat Familie Heinz von der VG als Zuschuss erhalten.
Denn seit einem Jahr gibt es ein spezielles Förderprogramm, mit dem die VG das viel zitierte Ausbluten der Ortskerne verhindern und stattdessen dort wieder mehr Leben hinbringen will. "Wegen des Einwohnerschwunds wird das Thema Dorfinnenentwicklung immer drängender. Das haben die Ortsgemeinden aber durchweg erkannt, und man geht dagegen an", betont VG-Chef Michael Hülpes. Das Zuschussprogramm ist zwar nicht der einzige Baustein der sogenannten Ortskerninitiative (siehe Extra). Die VG will damit aber bewusst einen finanziellen Anreiz für Privatleute schaffen, um mit diesem Instrument drohende Leerstände von Häusern zu verhindern. Wer ein mindestens 50 Jahre altes und zwei Jahre lang verwaistes Haus auf Vordermann bringt und dabei mindestens 80 000 Euro investiert, erhält einen Zuschuss von 5000 Euro. Pro Kind unter 15 Jahren gibt es zusätzlich 1000 Euro. Die Maximalförderung beträgt 8000 Euro. Anfänglich waren die Zuschüsse bei privaten Bauherren sehr begehrt. 2013 hatte die VG dafür 30 000 Euro in ihrem Etat zur Verfügung gestellt. Diese Fördermittel waren schnell vergeben - und zwar für vier Sanierungsprojekte und drei Häuserabrisse in den Gemeinden Bescheid, Reinsfeld, Naurath und der Stadt Hermeskeil.
Deshalb hat die VG den Zuschusstopf 2014 auf 50 000 Euro aufgestockt. Bislang wurden dieses Jahr aber nur zwei Zuschussanträge gestellt. In beiden Fällen planen Privatleute in Bescheid die Sanierung alter Häuser. Dass ausgerechnet im kleinen 420-Einwohnerort so viele Bauaktivitäten laufen, kommt nicht von ungefähr. Schon vor der VG hat die Gemeinde nämlich ein eigenes Programm zur Revitalisierung alter Gebäude mit einem Maximalzuschuss von 5000 Euro. "Wegen der doppelten Förderung ist das Ganze in Bescheid natürlich besonders lukrativ", sagt Hülpes.
Acht Bescheider Bürger haben im Laufe der Zeit Bares bekommen, weil sie alte Immobilien in Schuss gebracht haben oder das in naher Zukunft tun wollen, so die Auskunft von Ortsbürgermeister Raimund Olinger.
Dass die Nachfragen für einen Zuschuss von der VG zurückgegangen sind, erklärt sich Hülpes damit, dass es möglicherweise vielen Bürgern gar nicht mehr bewusst ist, dass es dieses Förderprogramm gibt. Deshalb weist die Verwaltung sanierungswillige Bürger noch einmal ausdrücklich darauf hin, dass dieses Jahr noch genug Geld im Zuschusstopf vorhanden ist und die VG noch 40 000 Euro zur Verfügung stellen kann.Extra

Ein genauer Überblick über das Förderprogramm der VG mit all seinen Modalitäten findet sich auf der Internetseite www.hermeskeil.de unter der Rubrik Bürger - Ortskerninitiative. Darüber hinaus wurden in mehreren Gemeinden weitere Aktivitäten angestoßen, um wieder mehr Leben ins Dorf zu bringen. In der Stadt Hermeskeil sowie in Grimburg und Rascheid wurden in einem formellen Verfahren sogenannte Sanierungsgebiete ausgewiesen. Wer dort Immobilien besitzt und diese modernisiert oder instand setzt, kann steuerliche Vorteile in Anspruch nahmen. In Geisfeld wurde bereits 2013 ein zweijähriger Prozess der Dorfmoderation angestoßen, der von Fachfrau Beate Stoff (Osburg) begleitet wird. Unter anderem gab es laut Ortschef Theo Palm bisher mehrere Bürger-Workshops oder auch Vorträge zu Themen, die in Zusammenhang mit der Dorfinnenentwicklung zu sehen sind: etwa Tipps für barrierefreies Wohnen. In Gusenburg soll noch dieses Jahr ebenfalls eine Dorfmoderation beginnen. Das wachsende politische Gewicht des Themas wird dadurch deutlich, dass künftig in acht Orten (Damflos, Geisfeld, Gusenburg, Hinzert-Pölert, Neuhütten, Rascheid, Reinsfeld und Züsch) sogenannte Dorfentwicklungsausschüsse gebildet werden sollen. ax