Bitte, Schnee, bleib weg!

Wehe, wir bekommen einen langen, strengen Winter mit viel, viel Schnee! "Warum, wäre doch schön", entgegnen Sie mir jetzt. Ich aber weise darauf hin: Wenn es doch so kommt und uns Frau Holle in der nächsten Zeit häufiger beglückt, könnten wir im Kreis Trier-Saarburg im Müll versinken.

Einen kleinen Vorgeschmack darauf hat es ja vorige Woche im Hochwald schon gegeben, wo das drohende Verhängnis auch seinen Lauf nahm. Im vergangenen Winter haben dort in einigen Dörfern die Fahrzeuge unserer Abfuhr-Armada von der ART mit ihren Schneeketten diverse Straßen demoliert. Die Gemeinden haben deswegen Entschädigung verlangt, es kam auch zu einer Einigung.

Doch als es dieser Tage den ersten heftigen Wintereinbruch gab, hat der ART bekannt gegeben, welche Lehren er aus dem Fall gezogen hat. Der Entsorgungsverband will nämlich fortan auf Nummer sicher gehen. Wenn viel Schnee liegt und die Straßen nicht geräumt und gestreut sind, bleibt der ganze Krempel eben vor der Tür stehen, bis das Wetter wieder besser wird - so die Ansage vom ART.

Und siehe da, sogleich haben rund um Hermeskeil prall gefüllte Tonnen, gelbe Säcke und Sperrmüll drei, vier Tage länger die Blicke der Passanten erfreut. "Nun gut", werden jetzt viele Flachland-Moselaner sagen, "diese Probleme haben eh nur die Leute hoch droben im Gebirge." Damit werden sie auch vermutlich Recht haben.

Andererseits weiß man aber nie, welche Kapriolen das Wetter schlägt. Deshalb hoffe und bete ich inständig: Bevor überall im Kreis ein Müllchaos wie vorigen Sommer in Neapel ausbricht, wünsche ich mir dann lieber doch keine weiße Pracht herbei, sondern gebe mich ausnahmsweise mal zufrieden damit, wenn in diesem Winter bei Plusgraden alles im grünen Bereich bleibt.