Bizarre Flattertiere im Herbstwind

Bizarre Flattertiere im Herbstwind

KORLINGEN. (dis) Das elfte Trierer Drachenfest auf den Höhen bei Korlingen war wieder ein toller Erfolg - auch wenn das Wetter nicht mitspielen wollte. Zeitweise tummelten sich unzählige der bizarren Fluggeräte am Herbsthimmel.

Die zweitägige Veranstaltung, zu der sogar Drachenbegeisterte aus Mannheim, Wuppertal, Berlin und Hamburg angereist waren, begann mit leichtem Nieselregen. Allerdings wehte dazu auch die für die Drachen erforderliche leichte Brise. Dieser Wind war schließlich Garant dafür, dass die bunten Fluggeräte in allen Größen und Farben ihren Lenkern und den Zuschauern Freude bereiteten. Die "Drachenfreunde Leyendecker" hatten sich als Veranstalter bestens auf das jährliche Großereignis vorbereitet. So war die Wiese oberhalb von Korlingen in verschiedene Bereiche eingeteilt worden. Im Sektor "Vorführfeld" erhielten die Vereinsmitglieder Gelegenheit, die Besucher mit Flugdemonstrationen zu begeistern. Und auf dem angrenzenden Gelände war es jedem Gast freigestellt, selbst seine Fertigkeiten an den Lenkschnüren zu demonstrieren. So war der Luftraum über Korlingen zeitweise übersät mit allerlei Fluggeräten, die sich aber nie in die Quere kamen und schon aus der Ferne gut zu erkennen waren. Die früher einfach aus Papier und Holz zusammengebauten Drachen haben sich inzwischen zu regelrechten Hightech-Sportgeräten entwickelt: Kohlefaser-Stäbe und ultraleichtes Nylon rangieren auf Platz eins bei den Werkstoffen.Exotische Drachen aus Malaysia

Doch auch die neusten Kreationen stellen für die Drachenfreunde keine Probleme dar. Bei allen technischen Details und dem Fachsimpeln über die neuesten Modelle wurde beim Drachenfest der Spaß am Sport nicht vergessen. So gab es Flugshows und Teamflüge, ebenfalls gezeigt wurden exotische Drachen aus Malaysia oder Riesendrachen mit Tierformen. Auch an ein eigenes Programm für die jüngsten Besucher hatten die Veranstalter gedacht. Drachenfreunde-Präsident Winfried Thomm ließ allerdings seinen Star, den 100 Meter langen "Centipede", wegen des Nieselregens im Käfig. Thomm: "Den lasse ich nur bei gleichmäßigem Wind und absoluter Trockenheit aufsteigen." Thomms Drachen aus dem "Reich der Mitte" - eine 2000 Euro teure Konstruktion - besteht aus reiner Seide und Bambusholz. "Vielleicht gibt es im nächsten Jahr trockeneres Wetter, um ihn wieder steigen zu lassen", sagten sich viele Besucher. Vor über 13 Jahren hatte Winfried Thomm den Drachensport in die Trierer Region gebracht. Seit dem 1998 trafen sich regelmäßig einige Drachenbegeisterte aus dem Raum Trier zum gemeinsamen Drachenflug. Sie tauschten Erfahrungen in Flug und Fertigung der Drachen aus und frönten in angenehmer Gesellschaft dem Drachensport, egal ob mit Ein-, Zwei- oder Vierleinern. Alle Richtungen waren vertreten. Schon kurz darauf traf sich die Gruppe einmal im Monat zum Fachsimpeln. Von da an war es nicht mehr weit bis zum nächsten Schritt - der Vereinsgründung . Die Drachenfreunde sind im Internet zu finden unter www.spiel-mit-dem-wind.de