"Blackout" in Reinsfeld

REINSFELD/HERMESKEIL. Die Tücken der Technik schlugen diesmal zwar nur punktuell zu, aber knapp zwei Jahre nach dem großen Blackout in der Region Trier standen die Bewohner von Reinsfeld am Mittwochmorgen erneut stundenlang ohne Strom da. Auch in Hinzert-Pölert kam längere Zeit kein Strom aus der Steckdose.

In Reinsfeld blieb gestern nach dem Aufstehen nicht nur der Kaffee kalt: In rund 900 Haushalten ging am Mittwochmorgen zwischen 6.45 und kurz nach 9 Uhr so gut wie nichts mehr: Nach einem totalen Stromausfall gab es in Reinsfeld für mehr als zwei Stunden kein Licht mehr, blieben Radio-Wecker stumm, Computer-Monitore schwarz und Telefonleitungen tot. Etwas kürzer, nämlich eineinhalb Stunden, war das benachbarte Hinzert-Pölert von der Energieversorgung abgeschnitten.

Ursache für den Blackout war nach Angaben von RWE-Pressesprecher Rolf Lorig ein Kurzschluss in einer so genannten Kompakt-Station in der Nähe von Hermeskeil, der durch eindringende Feuchtigkeit hervorgerufen wurde. In den Kompakt-Stationen wird der Hochspannungsstrom von 20 000 Volt auf die haushaltsübliche Spannung von 380 Volt heruntergefahren. "Bevor wir das Problem beheben konnten, mussten wir zunächst herausfinden, wo es aufgetreten ist und 40 solcher Stationen abklappern", begründet Lorig die Dauer des Defekts.

Für die meisten Menschen in Reinsfeld bedeutete der totale Blackout einen zwar ärgerlichen, aber mit keinen gravierenden Konsequenzen verbundenen Einschnitt in den Alltag. "Man hat aber wieder einmal gesehen, wie abhängig man mittlerweile vom Strom ist", sagt Ortsbürgermeister Rainer Spies stellvertretend für viele Bewohner des Hochwalddorfs. Auch er selbst musste seine Planungen am Mittwochmorgen kurzerhand umstellen und blieb zunächst in Reinsfeld "gefangen". Der Grund: "Wir kamen mit dem Auto nicht mehr aus der Garage raus, weil wir das elektrische Tor nicht öffnen konnten", erzählt der Gemeindechef.

Weitaus größere Auswirkungen hatte der Stromausfall für mehrere Firmen. Direkt vom Blackout betroffen waren nämlich neben Hinzert-Pölert und der Ortslage Reinsfeld auch die beiden Industriegebiete in Reinsfeld und im Hermeskeiler "Grafenwald". "Für uns war dieser Stromausfall natürlich sehr ärgerlich. Denn unsere Produktion wurde von einer Sekunde auf die andere für rund zwei Stunden lahm gelegt. Das ist eine Sache, die uns selbstverständlich viel Geld kostet", heißt es bei Siegenia-Aubi, dem größten Gewerbebetrieb in der Verbandsgemeinde Hermeskeil, der mit seinen Werken sowohl im Reinsfelder Industriegebiet als auch im "Grafenwald" ansässig ist. Über einen "kompletten Betriebsstillstand" ärgert sich auch Rainer Andres, der Betriebsleiter der Autobahnraststätte "Hochwald". Dort standen die Autofahrer ebenfalls rund eineinhalb Stunden vor Zapfsäulen, aus denen kein Benzin mehr kam. Weil auch die Kassen ihren Geist aufgegeben hatten, "war außerdem auch der sonstige Verkauf unmöglich", berichtet Andres.

Anders als vor knapp zwei Jahren, als in der ganzen Region Trier drei Stunden lang die Lichter ausgingen, war der Blackout dieses Mal jedoch auf einen engen Radius begrenzt.

Keine Gefahr für Krankenhaus-Patienten

Während in der Verbandsgemeinde Kell am See überhaupt keine Störungen auftraten, fiel in der Stadt Hermeskeil der Strom zwar zwei, drei Mal aus - das aber jeweils nur für wenige Sekunden. "Klar: Unsere Computer sind abgestürzt und mussten wieder hochgefahren werden. Es war aber nicht nötig, dass unsere Notstromaggregate eingesetzt werden mussten. Für unsere Patienten hat also keinerlei Gefahr bestanden", betont Peter Joecken, der Pflegedirektor des Hermeskeiler St. Josef-Krankenhauses. Auch im Kaufland-Markt in Abtei habe es lediglich kurzzeitige Stromausfälle gegeben, die den Betrieb nicht eingeschränkt hätten, heißt es seitens der Geschäftsleitung.

Keine "besonderen Vorkommnisse" vermeldete schließlich die Polizei in Hermeskeil, während die Stützpunktfeuerwehr in der Hochwaldstadt zumindest zu einem Einsatz gerufen wurde. Ausgerechnet als die Kühe an der Melkmaschine angeschlossen waren, fiel nämlich außerhalb von Hermeskeil der Strom auf dem Hof eines Landwirts aus, berichtet Stützpunktleiter Daniel Bredel.