Blick in die Zukunft

Ob und wann es in Irsch wieder ein Neubaugebiet geben wird, ist offen. Sicher ist: Die Verbandsgemeinde (VG) Saarburg will die Irscher Ratsleute auch künftig bei der Entwicklung von Bauland unterstützen. Außerdem soll Besitzern von Grundstücken, die in einem Erschließungsgebiet liegen, ein Rückkaufsrecht eingeräumt werden.

Vor zwei Jahren legte die in Münster ansässige WGZ Immobilien und Treuhand GmbH dem Irscher Gemeinderat ein Erschließungskonzept für ein Baugebiet im nördlichen Ortsbereich (Foto) vor. Das Vorhaben kam allerdings nicht zustande. TV-Archiv/Foto: Hermann Pütz

Irsch. Es ist die "klassische" Methode, Bauland zu erschließen: Eine Gemeinde erwirbt unerschlossene Grundstücke, die in einem bestimmten Gebiet liegen, um sie baureif zu machen. Ein Vorteil des Verfahrens ist, dass die Gemeinde als Erschließungsträger die Verkaufspreise für das fertige Bauland bestimmen kann. Das Problem: Die Erschließung eines Baugebiets stößt mitunter auf Widerstand. Beispielsweise dann, wenn sich Besitzer von Grundstücken, die in einem als Baugebiet infrage kommenden Bereich liegen, "quer stellen", wie Paul Loch vom Grundstücksreferat der Verbandsgemeinde Saarburg in der jüngsten Sitzung des Irscher Gemeinderats erklärte. "Wenn ein einzelner Eigentümer nicht verkaufen will, kann das schon das ganze Projekt gefährden", sagte Loch.Eine Lösung ist, verkaufsunwilligen Grundstückseigentümern die Möglichkeit einzuräumen, ihr Land auf eigene Kosten erschließen zu lassen. Allerdings: "Das sogenannte Umlageverfahren wird in der VG Saarburg nicht mehr praktiziert", berichtete Loch. "Das Problem war, dass die Gemeinden auf den anteilsmäßigen Planungskosten und anderen Auslagen sitzen bleiben mussten, da nur die eigentlichen Erschließungskosten von den Eigentümern zu tragen waren."Rückkauf-Optionen einräumen

Besser sei, Besitzern von Flächen, die in Bauland umgewandelt werden sollen, Rückkauf-Optionen einzuräumen. Konkret heißt das: Wer dazu bereit ist, Land an die Gemeinde zu veräußern, soll im Gegenzug das Recht haben, daraus entstandenes Bauland gewissermaßen zurückzukaufen. Paul Loch: "Der Vorteil gegenüber dem Umlageverfahren ist, dass alle Kosten im Zusammenhang mit der Erschließung in die Preise für die fertigen Baugrundstücke eingerechnet werden können. Die Gemeinde geht damit kostenneutral aus der Sache heraus." Allerdings funktioniere das Verfahren nur, wenn die Gemeinde zuvor in den Besitz sämtlicher Grundstücke im Erschließungsgebiet komme. In einigen Orten der VG werde das Prinzip bereits erfolgreich angewandt.Ob und wann es in Irsch wieder ein Neubaugebiet geben wird, ist derzeit offen. Mehrere Versuche, in der Saargemeinde Bauland zu schaffen, sind in der jüngeren Vergangenheit bereits gescheitert. So hatten verschiedene Investoren, darunter die in Münster ansässige WGZ Immobilien und Treuhand GmbH, der Gemeinde Erschließungskonzepte vorgelegt (der TV berichtete). Laut Paul Loch vom Grundstücksreferat will die VG ihre Gemeinden auch künftig bei der Baulandentwicklung unterstützen. Extra Gemeinderat kurz gefasst: Die Gemeinde Irsch zahlt der Freiwilligen Feuerwehr einen Zuschuss von 1000 Euro für die Anschaffung einer Vereinsflagge. Außerdem erhielt die Feuerwehr die Erlaubnis, sowohl auf der Flagge als auch auf ihrer Dienstbekleidung und den Einsatzfahrzeugen das Irscher Wappen zu verwenden. Darüber hinaus will die Gemeinde dem Sportverein "Eintracht" ein Grundstück auf dem Sportplatzgelände zur Verfügung stellen, auf dem ein vom Deutschen Fußballbund (DFB) finanziertes Mini-Spielfeld angelegt werden soll. (hpü)