Blindes Kind überzeugt Publikum bei Saarburger Serenaden am Klavier

Saarburger Serenaden : Blinder Pianist ist der Star des Abends

Das Gastspiel der Saarburger Serenaden bei der Liedertafel Irsch wird zu einem Höhepunkt des Festivals.

Musik ist schon für sich genommen immer ein magisches Ereignis, wenn sie gut ist und gut gespielt wird. Wie sehr der Mensch mit Klang verschmelzen kann, hat jetzt ein zehnjähriger Südkoreaner mit seinem Gastspiel bei den Saarburger Serenaden in Irsch gezeigt. Geonho Kim wird bei der Irscher Liedertafel an den Flügel geführt, denn er ist von Geburt an blind („Dieser Junge ist ein kleines Genie“, TV vom 23. Juli).

Nach kurzer Orientierung an den Tasten legt er los. Piano Trio Nr. 1 in D-Dur Opus 330 von Carl Bohm (1844-1920) heißt sein Stück, das er mit der Geigerin Cherie Chung und der Cellistin Isabel Handa spielt, und das er nach Gehör einstudiert hat. Aber wie können alle drei im selben Moment anfangen zu spielen? Da hat der musikalische Leiter der Liedertafel, Gottfried Sembdner, einen Vermutung: „Ich habe sie zweimal atmen gehört.“ Das also ist das „geheime“ Signal, denn Blickkontakt und ein kurzes Nicken, wie das andere Musiker machen, funktionieren hier nicht. „Der ist so begabt“, sagt Festivalleiter Semyon Rozin. Mit Bravorufen wird der kleine Pianist zum Star des Abends geadelt.

Zum sechsten Mal ist Rozin mit Dozenten und Studenten nach Irsch gekommen, denn der Laienchor der Liedertafel scheut keine musikalische Herausforderung. Rund 200 Zuhörer wollen sich dieses Spannungsfeld zwischen künftigen Profis und Freizeitsängern nicht entgehen lassen. Chorleiter Sembdner hat immer eine Überraschung parat. Beispielsweise mit „Nothing else matters“ von Metallica. Sembdner schrieb dafür ein Arrangement für seinen Chor, drei Geigen und ein Cello. „Das klingt jetzt ganz sanft“, beruhigt er im Vorfeld.

Koreanisches Musikgenie spielt in Saarburg Klavier

Und dann kommt die Uraufführung: die Vertonung des Gedichtes „Wünsche zum Neuen Jahr“ von Peter Rosegger (1843-1918). Es endet mit den Zeilen: „Ziel sei der Friede des Herzens. Besseres weiß ich nicht.“ Das ist die Botschaft, die an diesem Abend von Irsch ausgeht.Sänger sind diesmal bei den Serenaden-Kursen nicht vertreten. Aber auch Instrumentalisten können singen, wie sich bei der Zugabe „Bohemian Rhapsody“ von Queen herausstellt. Der Superhit von 1975 ist ein Klassiker, auch in Irsch.

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