Blühende Landschaften in Gusenburg

Gusenburg/Grimburg : Blühende Landschaften

Etwa 40 Besucher kamen zur Blühflächenbegehung in Gusenburg.

Ende Juli lockte eine Hermeskeiler Initiative. Nun luden Naturfreunde zu einer Blumenwiese am Gusenburger Sportplatz ein. Das Blütenmeer ist ein Projekt der Regionalgruppe Gusenburg/Grimburg (der TV berichtete) des bundesweiten „Netzwerks Blühende Landschaft“. Gruppensprecherin Hiltrud Pawlik schaute sich die Idee dafür in Rascheid ab. Ein Gusenburger Landwirt und ein Grimburger Forstwirt setzten sie um. Sie bearbeiteten den Boden der von der Gemeinde zur Verfügung gestellten etwa 500 Quadratmeter großen Fläche. Im Frühjahr säten sie dann das von der Gruppe gekaufte spezielle Saatgut aus.

Laut Pawlik soll die Blumenwiese erst ab dem kommenden Jahr jährlich gemäht werden. „Im Herbst lassen wir sie so stehen“, erklärte sie Besuchern. Werner Becker freute sich, das zu hören. Der Hermeskeiler Orchideen- und Insekten-Experte machte bereits etliche Schmetterlingsarten wie Bläuling oder Taubenschwänzchen in der Wiese aus. Und ab September dürften dort noch mehr Arten zu beobachten sein. Vielfalt bietet auch die Wiese selbst. Die Saatgutmischung enthielt vor allem gefährdete Arten, die so wieder angesiedelt werden sollen, erklärte Helga Hofmann aus Schillingen. Die Pflanzenexpertin, die in Saarbrücken Vegetationskunde lehrte, entdeckte etwa die seltene Kornrade auf der Wiese. Feldrittersporn und das Acker-Hasenohr seien möglicherweise bereits verblüht. Wichtig sei es, die „Natur schonend zu nutzen und nicht auszubeuten“, betont Hofmann. „Und es werden immer mehr Leute, die das zu schätzen wissen“, freute sie sich mit Blick auf die etwa 40 Besucher auch aus Nachbarorten.

Mit dabei der Hermeskeiler Leo Knippel, der appelliert: „Jedes Dorf müsste so eine Blumenwiese hegen und pflegen, damit Insekten wieder Futter finden.“ Erwin Jakobs, Gusenburg, erhofft sich von der Fläche „ein Gegengewicht zur Industrialisierung der Landschaft“. Wohin das führe, sei ja bereits um ihren Ort zu sehen, wo Maisfelder dominierten, was er als „Zerstörung der Kulturlandschaft“ bezeichnet. Ehefrau Christine wies zudem auf einen weiteren Aspekt hin: Es mache große Freude, solche Flächen, die zudem pflegeleicht seien, anzulegen. Auch für Georg Herrig, Grimburg, ist das nicht zu unterschätzen. Blumen seien doch auch schön anzusehen, was aber heute, wo vieles achtlos weggeworfen werfe, oft kaum geschätzt werde. Für den stellvertretenden Sprecher der Regionalgruppe (Info) steht schon deshalb fest, „dass man was machen muss“.

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