Blumenschmuck statt Wasserlauf

Das neue Herz Schillingens wird vorerst ohne Wasserlauf auskommen müssen. Wo bis letztem November das Haus Gehlen stand, sollten quellengespeiste Tröge den Dorfmittelpunkt aufwerten. Dieses Oberflächenwasser vom normalen Schmutzwasser zu trennen, wäre jedoch zu teuer.

Schillingen. Rund 100 000 Euro lässt sich die Ortsgemeinde Schillingen die Gestaltung des neuen Dorfmittelpunktes kosten.

Darin enthalten ist der Ankauf und Abriss des Hauses Gehlen. 42 000 Euro kommen aus dem Dorferneuerungsprogramm der Landesregierung. Auf den 330 Quadratmetern wird das neue Herz Schillingens mit zwei Sandsteintrögen und Parkbuchten aufgewertet.

Zusätzlich bis zu 12 000 Euro hätte es gekostet, den geplanten Wasserlauf als Oberflächenwasser vom Schmutzwasser zu trennen. Um an das Rohr des Quellwassers zu kommen, hätte ein 4,50 Meter breites und 2,80 Meter tiefes Loch in die L 143 gegraben werden müssen. Die Ortsgemeinderäte entschlossen sich in ihrer jüngsten Sitzung, in die beiden Tröge vorerst lieber Blumen zu pflanzen.

Gegenüber dem Friedhof steht ein Wasserhäuschen, das Quellwasser für den Trog vor der Sparkasse spendet. Diese Quelle war ursprünglich auch für die Gestaltung des neuen Dorfmittelpunktes mit einem Wasserlauf vorgesehen. Doch Kläranlagen dürfen nur Schmutzwasser verarbeiten und nicht mit Oberflächenwasser in ihren Kapazitäten eingeschränkt werden. "Wenn sich eine Gelegenheit ergibt, bei der die L 143 sowieso aufgerissen werden muss, wird unser Plan mit dem Wasserlauf umgesetzt", kündigt Ortsbürgermeister Markus Franzen an. Sascha Kohlmann von der CDU findet: "Die Tröge können auch mit Blumenschmuck ein gestaltendes Element sein." SPD-Sprecher Ludwig Bohr sagt: "Bis zu 5000 Euro wären wir bei den Mehrkosten noch mitgegangen." Alle Räte stimmten für eine Verschiebung des Wasserlaufs auf unbestimmte Zeit. Sobald es die Witterung zulässt, wird mit den Bauarbeiten begonnen.

Im Sommer soll das neue Herz Schillingens eingeweiht werden. Ortschef Franzen sucht derweil einen Interessenten, der die ehemalige Bäckerei wiederbelebt, die durch den Abriss des Hauses Gehlen plötzlich an markanter Stelle steht: "Die Wiedereröffnung des Ladens wäre gut für unsere Nahversorgung."