Blutige Rosenmontagsfeier

Ein 25-Jähriger aus Konz hat vor dem Trierer Landgericht zugegeben, an Rosenmontag einem 19-Jährigen ein Messer in den Rücken gestoßen zu haben. Der Konzer ist wegen versuchten Totschlags angeklagt.

Konz/Trier. "Ich wusste erst gar nicht, was da los war." Dass ihm Sekunden zuvor ein zehn Zentimeter langes Küchenmesser in den Rücken gerammt worden und er davon niedergestreckt worden ist, hat der 19-Jährige zunächst nicht gewusst. Erst als ihn Helfer in die Greimerather Grimoldhalle bringen, merkt er, dass er blutet. Vier Zentimeter tief ist die Wunde. Es besteht aber keine Lebensgefahr, stellen die Ärzte im Krankenhaus später fest.

Thomas L. ist am Rosenmontag von einem 25-Jährigen aus Konz angegriffen worden. Warum der durch jede Menge Alkohol und Drogen benebelte Konzer ihm ein Messer in den Rücken stieß, weiß der heute 20-Jährige noch immer nicht. Eigentlich habe er Michael F., der ihn attackiert hat, gar nicht gekannt, sagt das Opfer vor Gericht.

Vermutlich ist L. in eine Eifersuchtsgeschichte mithereingezogen worden. Er ist der Bekannte des Ex-Freunds von F.s Freundin. Der Konzer ist auf ihn eifersüchtig, wie er in seinem Geständnis sagt. Bereits am Fastnachtssamstag hat er den Ex-Freund bei einer Veranstaltung in Zerf zur Rede stellen wollen. Es soll schon an diesem Tag zum Streit zwischen den beiden gekommen sein. An Rosenmontag, nach dem Umzug in Greimerath, ist es dann erneut zur Auseinandersetzung zwischen F. und dem Ex-Freund seiner Freundin gekommen. Zuvor habe ihm das spätere Opfer gedroht, er solle den Ex-Freund seiner Freundin in Ruhe lassen. Zeugen wollen gesehen haben, dass F. eine Flasche nach dem Greimerather habe werfen wollen. Der Konzer wird nach dem Gerangel von der Feuerwehr aus der Halle und vom Platz davor verwiesen.

Er sei dann in die Wohnung seiner Freundin gegangen und habe Cannabis geraucht und Alkohol getrunken, sagt F. Bevor er wieder zurück zur Halle geht, steckt er sich zwei Küchenmesser ein. "Ich hatte Angst, dass ich angegriffen werde", sagt er. Staatsanwalt Manfred Stemper glaubt ihm nicht. Stemper ist überzeugt: F. hat die Absicht gehabt, jemanden zu töten. Als der 25-Jährige vor der Halle auf L. trifft, der auf dem Weg nach Hause ist, packt er ihn an der Schulter und sticht zu. Freunde des Opfers stürzen sich auf F., überwältigen ihn, reißen ihm das Messer aus der Hand, einer wird in dem Gerangel von dem Konzer am Arm geschnitten.

1,3 Promille werden später bei dem Konzer festgestellt, außerdem steht er unter Drogen. An Einzelheiten der Tat kann er sich bei seinem Geständnis nicht erinnern.

Alkohol und Drogen haben das bisherige Leben von F. bestimmt: Den ersten Vollrausch mit zehn Jahren, nach der siebten Klasse von der Realschule geflogen wegen Drogen, zwei Alkoholvergiftungen. Seit Jahren braucht er täglich seinen Rausch, kaum eine Droge, die er dabei auslässt. Zwei Ausbildungen hat er abgebrochen, hat sich bis zur Tat mit Aushilfsjobs über Wasser gehalten. Bei einem hat er seine Freundin kennengelernt.

Der Prozess soll in zwei Wochen fortgesetzt werden.

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