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Bombastische Klänge von Marsch bis Musical

Bombastische Klänge von Marsch bis Musical

Der Musikverein St. Remigius Kirf hat sein Festjahr zum 80-jährigen Bestehen mit einem ganz besonderen Ohren- und Augenschmaus eröffnet. Das Musikkorps der Bundeswehr gastierte in Saarburg und spielte zugunsten der Nachwuchsarbeit des Jubelvereins.

Saarburg/Kirf. Zum Musikkorps der Bundeswehr, das in Siegburg bei Bonn stationiert ist und bereits weltweit Erfolge feierte, hat der Musikverein St. Remigius Kirf eine ganz besondere Beziehung. Der ehemalige Dirigent und Bassklarinettist Christoph Strupp und der Posaunist Volker Biwer, Eigengewächse des Vereins, sind hier aktive Musiksoldaten. Erneut konnte so ein Gastspiel in Saarburg arrangiert werden, dessen Erlös diesmal in die Jugendarbeit des Vereins fließt.

"Wir investieren viel in unsere Jugendlichen. Sie zahlen keine Beiträge und genießen Unterricht bei professionellen Musiklehrern", erklärt der Vereinsvorsitzende Karl- Heinz Jakob dem TV.

Den Musikfreunden der Region ist das Musikkorps ein Begriff, denn es kam bereits zum dritten Mal nach Saarburg. Die Stadthalle füllte sich schnell mit 350 gespannt lauschenden Menschen. Königlich begrüßten die 51 Musiksoldaten ihre Zuhörer - mit dem Königsmarsch von Richard Strauss. Der Dirigent, Oberstleutnant Walter Ratzek, hatte Märsche, Klassik und Musicals im Gepäck.

Bereits im zweiten Stück, dem Concerto for Bass Trombone, Op. 239, des britischen Komponisten Derek Bourgeois kam Oberfeldwebel Biwer (30) zum Einsatz. Das schwierige Stück trieb dem uniformierten Posaunisten zwar die Schweißperlen auf die Stirn, er beherrschte es jedoch meisterhaft. Der Lohn des Publikums waren Bravo-Rufe und ein großer Applaus.

Die vielleicht berühmteste kleine Trommel ertönte bei Maurice Ravels "Bolero". Ein immer gleicher Rhythmus, 18-mal hintereinander dasselbe Thema - und dennoch lag eine knisternde Spannung in der Luft der Stadthalle, die sich bald in Jubel auflöste.

Ein besonderer Leckerbissen im zweiten Teil des Benefizkonzerts war der Auftritt der Sopranistin Leonor Amaral. Die 24-jährige gebürtige Portugiesin mit klassischer Ausbildung stellte in einer Viertelstunde nicht nur die berühmtesten Stücke aus fünf bekannten Musicals vor. Sie zog sich zwischendurch auch jedes Mal passend um, wechselte vom eleganten Festkleid der "Elisabeth" in den Glitzerlook für "Starlight Express".

Zuhörer Werner Jahke aus Kirchweiler bei Idar-Oberstein schwärmte: "Das ist die Vielseitigkeit studierter Musiker, die alles spielen können." Auch Adelheid Benzschawel aus Wincheringen stellte fest: "Das merkt man sofort, dass hier Profis am Werk sind."

Wie viel das Konzert gebracht hat, konnte der Musikvereins-Vorsitzende Jakob noch nicht sagen: "Da muss erst alles abgerechnet werden." doth

EXTRA

JUGEND IM MUSIKVEREIN KIRF



Derzeit sind elf Jugendliche im Alter von neun bis 13 Jahren beim Musikverein Kirf in Ausbildung. Die Jugendarbeit des 56 Mitglieder starken Vereins umfasst nicht nur das Musizieren. Während der Ausbildung nehmen die jungen Musiker an kostenlosen Wandertagen, Freizeitveranstaltungen und Zeltlagern teil. Die Jugendlichen werden von professionellen Musiklehrern an ihr Instrument herangeführt. doth