Bombenfunde und viel Handarbeit

Der Ausbau der Landesstraße 131 in Freudenburg soll bis Juli 2017 abgeschlossen sein. Die Verzögerung der Sanierung um ein Jahr hat viele Gründe. So mussten Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg geborgen werden.

Freudenburg. Etwa 30 Zuhörer sind am Mittwoch zur Versammlung ins Bürgerhaus von Freudenburg gekommen. "Ich hatte gehofft, dass sich mehr Bürger dafür interessieren, wie es mit der Sanierung der Landesstraße 131 in Freudenburg weitergeht", sagt Bernd Gödert zu Beginn der Veranstaltung. Über die Gründe hierfür kann der Ortsbürgermeister von Freudenburg nur spekulieren: "Wahrscheinlich interessieren sich die Freudenburger, vor deren Haus die Sanierungsarbeiten abgeschlossen sind, nicht mehr wirklich für das Thema."
Und so beginnt Gödert die Veranstaltung zunächst mit der guten Nachricht: "Die Stadt und deren Geschäfte sind von Saarburg aus wieder problemlos erreichbar." Der letzte Bauabschnitt ab der Gartenstraße in Richtung Weiten schränke nur noch die Erreichbarkeit des Saarlands ein.
In den kommenden Tagen beginnt die Sanierung des rund 400 Meter langen Abschnitts Mettlacher Straße. Die wird, so Frank Zimmer, der für den Landesbetrieb Mobilität (LBM) Trier den Neuausbau der L 131 betreut, voraussichtlich bis Juli 2017 dauern. "Auch hier sind die Arbeiten nur mit einer Vollsperrung der Landesstraße möglich", sagt Zimmer. Die Gründe hierfür seien vor allem versicherungsrechtliche, die Straße nicht breit genug, um sie halbseitig für den Verkehr zu öffnen. Die Verzögerung der Straßensanierung habe etliche Gründe, sagt Gödert. "Wir haben unter anderem vier Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg bergen müssen. Das allein hat uns mindestens 14 Tage gekostet", so der Ortsbürgermeister. Aber auch die Arbeiten der Westnetz GmbH, einer RWE-Tochter, an den Stromleitungen hätten Zeit gekostet.Mit Spitzhacke und Schippe


"Die waren anfangs nicht so umfangreich geplant. Aber wenn die abgeschlossen sind, verschwinden die Freileitungen innerhalb des Orts weitgehend", sagt Gödert. Auch hätten wegen der vielen Leitungen im Boden häufig mit Spitzhacke und Schippe gearbeitet werden müssen.
Kritik gibt es am Zustand der inoffiziellen Umleitungswege. "Da sind die Kanten an den Rabatten zum Teil so scharf, dass ich mir da schon einen Reifen platt gefahren habe", heißt es aus dem Publikum. Gödert verspricht, sich die Stelle anzusehen und aufschottern zu lassen, weist aber zugleich darauf hin, dass dieser Weg keine offizielle Straße ist. Er warnt davor, den Schleichweg im Winter zu nutzen. Gödert: "Ich weiß nicht, wie wir die Strecke im Winter geräumt bekommen. Mit unserem Räumgerät wird das schwierig."
Die Sanierung der Leukstraße, der Johann-König-Straße sowie der Mettlacher Straße in Freudenburg dauert seit Januar 2014 an und hätte nach dem damaligen Zeitplan im Sommer dieses Jahres abgeschlossen sein sollen. Veranschlagt waren für diese Operation an den Lebensadern der Gemeinde Kosten in Höhe von 3,6 Millionen Euro. Diese teilen sich Land, Verbandsgemeindewerke und Ortsgemeinde zu je einem Drittel. Teilweise haben sich die Kosten erhöht, genauere Zahlen sind aktuell nicht verfügbar.

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