Bonus für Einheimische

FISCH. Der Spatenstich zur Erschließung des Neubaugebiets "In Eimert" ist gemacht. In – wie die Ratsherren von Fisch meinen – rekordverdächtigen neun Monaten wurde aus der bloßen Idee zur Erweiterung des Dorfes um 19 Eigenheime ein rechtskräftiger Bebauungsplan.

Knochenhart gefroren ist der Boden an diesem Morgen auf dem Wiesengelände an der Kreisstraße 126 in Fisch. Nur mit Mühe schaffen es einige mit fabrikneuen Spaten ausgerüstete Herren, ein kleines Häufchen Erdreich "aufzutürmen". Das Strahlen in ihren Gesichtern verrät Zufriedenheit. Der symbolische Spatenstich für die Erschließung des Neubaugebiets "In Eimert" ist gemacht. Schon bald soll mit dem Bau der Kanalisation und der Erschließungsstraße begonnen werden, die die Zufahrt zu den insgesamt 19 Baugrundstücken ermöglicht. Falls alles glatt läuft, könnten schon im Frühjahr die Häuslebauer anrücken. Acht potenzielle Bauherren gibt es bereits, die je nach Lage der Grundstücke zwischen 50 und 54 Euro pro Quadratmeter auf den Tisch der Gemeinde geblättert haben. Ursprünglich war geplant, das Fischer Baugebiet "In Eimert" in zwei Phasen zu erschließen, doch wegen der großen Nachfrage entschlossen sich die Ratsherren schließlich, alles "in einem Abwasch" zu erledigen. Vom Aufstellen des Bebauungsplans bis zu dessen Rechtskraft vergingen "nur" rund neun Monate, denn nicht zuletzt der Wegfall der Eigenheimzulage, der sich bereits im Lauf des vergangenen Jahres abzeichnete, habe ein schnelles Handeln erforderlich gemacht, berichtet Ortsbürgermeister Dieter Schmitt. "Wir hätten bei einer Verzögerung mindestens vier Baustellen nicht so schnell verkaufen können." Sanierung des Ortskerns begleitet Neubau-Boom

Wer noch Bauland in Fisch haben will, muss sich allerdings beeilen. Sechs Grundstücke sind derzeit noch frei. Fünf weitere Grundstücke will die Gemeinde vorerst behalten. Denn: "Es ist zu erwarten, dass jüngere Leute, die in Fisch aufgewachsen sind, in den kommenden Jahren im Ort bauen wollen", erläutert Schmitt. Doch damit nicht genug. Wer in Fisch groß geworden ist, bekommt zudem einen Bonus, der nach Auskunft des Ortschefs bei rund fünf Euro pro Quadratmeter liegt. Schmitt erklärt: "Von unserem Baugebiet sollen nicht nur Ortsfremde profitieren - beispielsweise oftmals zahlungskräftigere Kunden aus Luxemburg, die zudem die Baulandpreise andernorts enorm in die Höhe getrieben haben." Abgesehen davon, wolle man verhindern, dass sich ein in sich geschlossenes "Satellitendorf" entwickelt. Bürgermeister Leo Lauer, der erst seit wenigen Tagen an der Spitze der Verbandsgemeinde Saarburg steht, erklärte beim Startschuss für die Erschließung des Baugebiets "In Eimert": "Die Zukunftsfähigkeit der Gemeinden hängt wesentlich von der Entstehung neuen Baulands ab." Die Gemeinde Fisch setzt bei der Entwicklung des Orts jedoch nicht nur auf das Neubaugebiet. Dieter Schmitt berichtet: "In jüngster Zeit wurden vier Häuser im alten Ortskern renoviert, umgebaut oder erweitert." Für den Erhalt des dörflichen Charakters sei es besser, bereits vorhandene Gebäude und Flächen innerhalb der alten Ortslage zu nutzen, als ständig neues Bauland auszuweisen. "In Fisch", so Schmitt weiter, "ist das Baugebiet ‚In Eimert' das letzte Projekt seiner Art für lange Zeit."