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Braucht Konz ein Neubaugebiet am Berendsborn - Online-Petion dagegen ​

Wohnen : Braucht Konz ein weiteres Neubaugebiet?

Eine Petition gegen die Erschließung neuer Grundstücke am Berendsborn hat kurz vor Ablauf der Frist noch nicht genügend Unterstützer gefunden. Eine Debatte um Zersiedelung auf der einen und bezahlbaren Wohnraum auf der anderen Seite.

510 Unterstützer aus Konz haben die Petition gegen die Erschließung neuer Bauflächen auf einer Streuobstwiese neben dem Wohngebiet Berendsborn am Montag unterschrieben. 580 müssten es sein, damit das Portal Open Petition die Stadt Konz zu einer Stellungnahme zum Thema auffordert.

„Erreicht man innerhalb einer bestimmten Zeit eine bestimmte Anzahl an Unterschriften, so erhält man in der Regel eine öffentliche Anhörung – behandelt wird das Thema so oder so, wenn die Petition eingereicht wurde“, erläutern die Macher der Petitionsplattform im Internet. Erreicht ist mit Erreichen des Quorums in erster Linie, dass die Stimmen der Gegner von den Entscheidern wahrgenommen werden – nicht mehr und nicht weniger.

Hintergrund der laufenden Unterschriftensammlung sind die Pläne der Stadt Konz, angrenzend an das Wohngebiet Berendsborn ein neun Hektar (90.000 Quadratmeter) großes Neubaugebiet zu erschließen. Details dazu, wie viele Grundstücke dort entstehen und welche Art von Häusern auf den derzeit im Flächennutzungsplan als Ackerfläche ausgewiesenen Bereich passen, sind noch nicht geplant. Die Stadtratsmehrheit – bestehend aus CDU, FWG, FDP und SPD – sieht in dem Projekt jedoch eine der wenigen Möglichkeiten, die große Nachfrage nach Bauland in Konz zu befriedigen. Angesichts der Größe des Gebiets könnten dort, so zeigen es die Erfahrungen in ähnlich großen Neubaugebieten, auf jeden Fall mehr als 100 Grundstücke entstehen. Die große Nachfrage nach Bauland hat sich zuletzt beispielsweise in den Neubaugebieten Im Petschel II in Oberemmel mit 140 Anfragen auf 17 Grundstücke und Hinter Mennig in Konz-Obermennig mit 130 Anfragen auf zwölf Grundstücke gezeigt.

Die Kritiker – die Grünen-Fraktion und Die Linke – haben hingegen die Petition gegen die Erschließung der Flächen auf den Weg gebracht. Sie argumentieren damit, dass durch die Erschließung des Neubaugebiets Naturflächen versiegelt würden und ein Naherholungsgebiet verloren gehe. Zudem sei noch nicht geklärt, wie der zusätzlich zu erwartende Verkehr sich auf die ohnehin in Stoßzeiten teils überlastete Wiltinger Straße auswirken werde, lauten die Argumente. Auch die Folgekosten – zum Beispiel wegen notwendigen Erweiterungen von Kindergärten und Grundschulen – für die Stadt Konz seien zudem ungeklärt.

Die Verwaltung wiederum verweist in der Diskussion auf das noch sehr frühe Planungsstadium für das Baugebiet. Die von den Kritikern angemerkten Punkte würden ohnehin im Planungsverfahren diskutiert. Man könne nicht erwarten, dass beispielsweise in einer solch frühen Phase bereits ein Verkehrskonzept vorliege.

Ein Punkt, den der Oberemmeler CDU-Politiker Josef Geltz im Stadtrat bei der Diskussion über einen Beschluss für das Neubaugebiet Hinter Mennig angesprochen hat, spielt bei der Diskussion ebenfalls eine Rolle. „In Zukunft können sich ohnehin kaum noch Menschen Bauland leisten“, meinte er. Das ist ein Aspekt, der angesichts anziehender Baukosten und höherer Zinsen in Zukunft bei der Erschließung von Bauland zentral werden dürfte. Durchschnittsverdiener sind da angesichts der Kosten ohnehin in der Regel außen vor. Insofern rückt wohl bei der Diskussion über das Neubaugebiet die Bezahlbarkeit mindestens ebenso in den Fokus wie die Naturverträglichkeit.