Brennholz weiter heiß begehrt

Brennholz bleibt ein Renner. Die Forstämter Hochwald in Hermeskeil, Saarburg und Trier beobachten jedoch einen Boom bei Holzhändlern, Haushalten Holzscheite ofenfertig nach Hause zu liefern. Nur für diese Kunden kann es mit dem geplanten Nationalpark im Hochwald Einschränkungen bei den Bestellmengen geben.

Saarburg/Hermeskeil/Trier. "Die Mengen sind für gewerbliche Anbieter begrenzt. Da kann ich Ihnen keine Zusage geben", sagt der Leiter des Forstamts Hochwald, Bernhard Buss. Am anderen Ende der Leitung ist ein Händler, der mit ofenfertigen Scheiten ins Brennholzgeschäft einsteigen will.
"Brennholz hat weiter einen hohen Stellenwert in der Energieversorgung", stellt Buss im Gespräch mit dem TV fest. Doch für seinen Zuständigkeitsbereich von 15 000 Hektar Waldgebiet der Verbandsgemeinden Hermeskeil und Ruwer gibt es einen Sonderfall: Der Nationalpark wird immer wahrscheinlicher. "Ortsansässige Brennholzkunden brauchen sich keine Sorgen zu machen", beruhigt der Forstmann. Für sie sei ein Konzept entwickelt worden, bei dem Randgebiete des Parks weiter für den Einschlag von Nutzholz offenstehen.
Nachfrage konstant hoch


Die Nachfrage ist zwar im Vergleich zu 2012 nicht größer geworden. Sie hält sich aber auf hohem Niveau. Im Hochwald sind es 15 000 Festmeter pro Jahr, was eine Steigerung um 50 Prozent seit 2005 bedeutet. Die künftig gültigen Preise sind nur geringfügig - und zwar um einen Euro - gestiegen. Der Festmeter Brennholz aus dem Staatswald kostet nunmehr, gerückt am Weg, 52 Euro. Die Gemeinden legen ihre Preise für den Brennholzverkauf aus ihrem Wald selbst fest.
Die Aufarbeitung des von den Forstleuten am Waldweg gestapelten Holzes ist die bevorzugte Lieferform, denn, sagt Buss: "Selbstwerber im Wald sehen wir nicht so gerne, denn es besteht eine hohe Unfallgefahr und es werden Schäden verursacht." Die Umsätze seines Forstamtes werden wegen des Nationalparks wahrscheinlich leicht sinken, sagt er voraus. Informationen übers Brennholz gibt es per Telefon unter 06503/ 9279-0 oder im Internet unter www.hochwald.wald-rlp.de.
Für 23 000 Hektar Wald der Verbandsgemeinden Saarburg, Kell und Konz ist das Forstamt Saarburg zuständig. Amtsleiter Helmut Lieser rechnet vor: "Die Anhebung des Preises entspricht etwa einem Cent, wenn es ein Liter Heizöl wäre." Mit 7000 Festmetern im Jahr 2005 und aktuell geschätzten 22 000, ist die Steigerung der Nachfrage noch eklatanter, pendelt sich aber auch hier ein.
Der Forstmann empfiehlt die Internetseite www.saarburg.wald-rlp.de. Dort können Brennholz-Bestellscheine heruntergeladen werden. Die ausgefüllten Formulare können beim Förster, dem jeweiligen Ortsbürgermeister oder dem Forstamt abgegeben werden.
Auch im Forstamtsbereich Saarburg ist die Versorgung mit Brennholz gesichert. Doch es muss nicht immer Buche sein. "Auch Eiche und Birke heizen gut, wenn sie auf 20 Prozent Restfeuchte getrocknet sind", sagt Lieser.
Innenstädter heizen mit Holz


Schwerpunkt bei der Abnahme von Brennholz im Bereich des Forstamts Trier, das für 18 000 Hektar Wald der Stadt Trier sowie den Verbandsgemeinden Trier-Land und Schweich zuständig ist, wird immer stärker der Innenstadtbereich. Das sagt Leiter Gundolf Bartmann. Deshalb liegen erste Abschlüsse dort auch leicht über 52 Euro pro Festmeter.
Bartmann rät: "Brennholzkunden sollten sich auch an die Nutzung von Nadelholz gewöhnen, denn davon gibt es noch reichlich."
Bei allen drei Forstämtern stagniert zwar der Brennholzverkauf an private Abnehmer. Gleichzeitig nimmt allerdings die Zahl der Großkunden, die Holz ofenfertig zu Kunden nach Hause liefern wollen, deutlich zu. Informationen vom Forstamt Trier gibt es auch im Internet, unter www.trier.wald-rlp.de.
Extra

 Viel Arbeit mit der Kettensäge: Frank Müller (links) und Dirk Klein und sind zur Stelle, wenn die Großerntemaschine Harvester nicht mehr weiterkommt.TV-Foto: Herbert Thormeyer
Viel Arbeit mit der Kettensäge: Frank Müller (links) und Dirk Klein und sind zur Stelle, wenn die Großerntemaschine Harvester nicht mehr weiterkommt.TV-Foto: Herbert Thormeyer

"Reinsfeld ist ein Schwerpunkt für Selbstwerber", sagt Ortsbürgermeister Rainer Spies. Das sind Menschen, die sich mit dem Holzmachen auskennen, einen Traktor haben und auch sonst bestens für diese Aufgabe ausgerüstet sind. "Wir bieten diesen Bürgern das Holz für 20 Euro pro Raummeter", sagt Spies. Verkauft wird nur an Einheimische. Förster Martin Ritter achtet darauf, dass dabei keine Schäden entstehen. Der Staatswald biete Holz gerückt am Weg an. "Die neuen Holzpreise legt der Ortsgemeinderat erst im Dezember fest", erklärt Schillingens Ortschef Markus Franzen. Diese Ortsgemeinde bevorzugt das Angebot gerückt am Weg. Geliefert wird ebenfalls nur an Einheimische. Schillingen zeigt sich vorbildlich bei den erneuerbaren Energien: "Wir befürworten diese Form des Heizens, allein schon wegen der CO{-2}- Einsparung." Außerdem betreibt der Ort ein kleines Nahwärmenetz, das mit Biogas gespeist wird. Der Saarburger Stadtbürgermeister Jürgen Dixius, selbst gelernter Förster, freut sich: "Unser Holzverkauf wird vorbildlich über das Forstamt geregelt." Die Einnahmen daraus täten der Stadtkasse gut. Dixius empfiehlt das Heizen mit Holz, denn: "Die Heiztechnik hat sich in den vergangenen Jahren stark verbessert und ist effektiver geworden." Das sei erstens gut für die Öko-Bilanz, und zweitens sei nichts so behaglich wie ein knisterndes Feuer im Kamin. doth