Brötchen nur belegt

FARSCHWEILER. (kat) Ein Schwein im Wohnzimmer. Das ist für Familie Krist Alltag. Paula, den korpulenten Bergstresserknirps, gäbe niemand mehr her. Auch wenn sie sich manchmal wie ein Ferkel benimmt.

"Von Paula kann man manches lernen", sagt Mathilde Krist. Wenn es draußen schön luftig ist, legt sich das 100 Kilo schwere Schwein in die Wiese und genießt. Regen kann sie nicht leiden, und bei hochsommerlichen Temperaturen treibt sie so gar nichts aus dem Haus. Seit vier Jahren residiert sie im ehemaligen Kinderzimmer von Andrea (25), liegt auf dem Wohnzimmerteppich, während der Fernseher läuft, und begrüßt die Gäste, wenn es an der Tür klingelt. Übrigens: Von unangenehmen Gerüchen im ganzen Haus keine Spur. "Jede Woche bekommt sie Besuch. Studenten, Freunde und Leute, die zufällig von unserem Familienanschluss hören", sagt die humorvolle Familienmutter. Mit Paula habe sie einiges gemeinsam. "Wir haben gern unsere Ruhe, und wir essen gern." Es gibt eine goldene Regel im Hause Krist: Für Paula nur das Beste. Sie isst Brötchen nur belegt, und Dressing auf dem Salat ist ein Muss. Aus dem 400-Gramm-Schweinchen, das die Lücke des verstorbenen Dackels füllen sollte, ist eine schwere Sau geworden.Streicheln morgens um halb fünf

Grunzend watschelt das Tier zwischen Esszimmerstühlen und Sofas hin und her. Wenn Mathilde Krist morgens um halb fünf aufsteht, fordert Paula erst einmal ihre Streicheleinheiten ein. "Ansonsten wird sie wild. Sie ist ein Dickkopf." Das gleiche Ritual spielt sich ab, wenn Susanne den Tag beginnt. Die 20-Jährige ist für Paula die Chefin. Doch wehe, wenn das ungewöhnliche Haustier nicht genügend Aufmerksamkeit bekommt. Dann randaliert sie. "Wenn ich im Büro arbeite und ihr das nicht passt, dann holt sie die Ordner und beißt rein", sagt Mathilde Krist. Und: Wenn Karl-Heinz Krist von der Arbeit nach Hause kommt, muss ein Brot für Paula in der Tasche sein. Eine weitere Seltenheit im Hause Krist: Mathilde Krist betreibt mit ihren vier Schwestern, ihrer Mutter und Angestellten einen Supermarkt in Farschweiler. Früher ging Paula dann schon einmal alleine auf Tour. Doch da ihr manche Gartenpflanze während ihrer Ausflüge zum Opfer fiel, wurde ihr Territorium eingeschränkt. Manchmal lässt Paula eben die Sau raus. Trotzdem sind sich Andrea, Susanne, Mathilde und Karl-Heinz Krist einig: "Paula gehört einfach hierher."

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