Brückenschlag zwischen Nachbarn

Ein wortwörtlicher Brückenschlag zwischen dem luxemburgischen Machtum und dem deutschen Nittel - noch sind die Gedankenspiele, die beiden Nachbarorte an der Obermosel mit einer Fußgänger- und Radfahrerbrücke zu verbinden, reine Spekulation. Aber dank des Förderprogramms "Interreg" könnte aus der Idee auch Wirklichkeit werden.

Nittel/Machtum. Der Deulux-Lauf 2006 an der Sauer könnte zum "Geburtshelfer" für eine Fußgängerbrücke zwischen Machtum und Nittel werden. Unter den rund 1500 Teilnehmern des Laufes waren auch einige Lokalpolitiker, die nach dem Sport noch beisammen saßen. Im lockeren Gespräch entwickelte der luxemburgische Distrikts-Kommissar Serge Sandt den Gedanken, dass es auch an der Mosel möglich sein sollte, unabhängig vom Autoverkehr die Flussseite zu wechseln. "Der geeignete Standort für eine Fußgänger- und Radfahrerbrücke zwischen Deutschland und Luxemburg ist bei Machtum und Nittel", meinte Sandt.Die Beziehungen vertiefen

Auf deutscher Seite fiel der Gedanke auf fruchtbaren Boden. Karl-Heinz Frieden, Erster Beigeordneter der Verbandsgemeinde Konz (und Kandidat für die Nachfolge von Bürgermeister Winfried Manns): "Die Idee hat nicht nur Charme, sie wäre auch eine logische Fortsetzung der engen Beziehungen der beiden Moselorte." Beispiel für den besonderen Charakter der Zusammenarbeit sei das alljährlich im August stattfindende "Weinhappening", das die beiden Dörfer gemeinsam organisieren.Mittlerweile hat die Idee den Sprung auf eine Liste in der Verbandsgemeinde Konz geschafft, auf der mögliche Projekte für das Förderprogramm "Interreg" aufgeführt sind. "Mit dem Förderprogramm soll die grenzüberschreitende Zusammenarbeit in der Großregion Saar-Lor-Lux-Trier-Westpfalz-Wallonie unterstützt werden", erläutert Frieden die Zielsetzung der Subventionen.Konkrete Planungen für eine Brücke über die Mosel zwischen Nittel und Machtum gibt es aber noch nicht. Das Projekt sei wesentlich komplizierter als beispielsweise die Brücken über die Sauer, die während des Deulux-Laufes überquert wurden. "Die Mosel ist eine wichtige Schifffahrtsstraße. Die internationale Moselkommission müsste zustimmen", erklärt Sandt, warum ein solches Bauwerk nicht allein von den Lokalpolitikern geplant und umgesetzt werden kann. Brücke darf Schiffsverkehr nicht behindern

Eine der Aufgaben der Moselkommission ist die Prüfung aller Bauvorhaben auf die Verträglichkeit mit den Interessen der Schifffahrt."So lange es keine konkrete Planung gibt, kann auch kein Antrag auf Förderung gestellt werden", räumt Karl-Heinz Frieden ein. "Neben dem touristischen Aspekt gibt es auch ganz praktische Vorteile. Die Machtumer könnten den deutschen Bahnanschluss nutzen", nennt er ein weiteres Argument für die Brücke. Doch Frieden bleibt vorsichtig: "Die Realisierung des Projekts liegt sicher noch in weiter Ferne."