Brummifahrer nerven Bauarbeiter

Die Bauarbeiter, die zurzeit in Pellingen die B 268-Ortsdurchfahrt ausbauen, beschweren sich über LKW-Fahrer, die sich nicht an die vorgeschriebene Umleitung halten. Immer wieder kommt es auf der engen Baustellenumfahrung zu brenzligen Situationen.

Pellingen. Vorarbeiter Michael Weinsberg ist genervt. Die Baubeiten auf der B 268 in Pellingen kommen zwar laut der Firma Schnorrpfeil planmäßig voran (siehe Extra), aber viele LKW-Fahrer halten sich auch nach mehr als vier Monaten nicht an die ausgeschilderte Umleitung. Eigentlich sollten alle Fahrzeuge, die mehr als 7,5 Tonnen wiegen, nicht durch die etwa drei Meter breite Spur an der Baustelle vorbeirollen, sondern von Zerf aus über die B 407 nach Saarburg, Konz und Trier fahren - analog führt der Weg für LKW von Trier aus Richtung Zerf. Doch immer wieder fahren sogar Sattelschlepper mit Hänger an der Ampel vorbei durch die enge Baustellenspur. Platz bleibt da kaum noch.
Weinsberg schildert, wie zweimal ein Notarztwagen auf dem Weg zum Einsatz nicht durchkam, weil ein großer Laster die Durchfahrt verstopfte. Erst nach mehreren Minuten konnten die Arbeiter laut Weinsberg den LKW so zur Seite lotsen, dass der Weg für den Arzt frei wurde.
Immer wieder schrammten zudem LKW haarscharf an den Warnbaken vorbei. "Wenn die so eine Bake erwischen und zur Seite schleudern, könnte ein Arbeiter schwer verletzt werden", sagt Weinsberg.
Regelmäßig Störungen


Der Vorarbeiter geht davon aus, dass etwa zwölf LKW pro Stunde an der Baustelle vorbeifahren. Nach einem Arbeitstag rechnet er mit 150. Die meisten hätten saarländische Nummernschilder, sagt Weinsberg.
"Wegen des noch sehr hohen Schwerlastverkehrs kommt es regelmäßig zu Störungen im Baustellenbereich", sagt auch Peter Braun vom Landesbetrieb Mobilität. Die Polizei werde regelmäßig informiert, halte sich jedoch mit Kontrollen zurück.
Markus Kohl, Leiter der zuständigen Polizeiinspektion in Saarburg, weist den Vorwurf zurück: "Wir haben im Rahmen unserer Möglichkeiten schon häufig kontrolliert. Von Zurückhaltung kann keine Rede sein." Kohl weist von Juni bis September neun Kontrollen wegen des Durchfahrtverbots nach, bei denen 39 Verstöße registriert wurden. Im Oktober wurde nicht kontrolliert. Kohl versichert aber, die B 268 weiterhin im Auge zu behalten.
Warum die LKW-Fahrer trotz des Verbots weiterhin durch Pellingen fahren, erläutert Ortsbürgermeister Horst Hoffmann: Das Verwarnungsgeld in Höhe von 15 Euro spiele für sie keine Rolle. "Die längere Umleitungsstrecke, der damit einhergehende Zeitverlust sowie die Benzinkosten wiegen dies allemal auf", meint er. Trotzdem fordert er weitere Kontrollen. Allerdings sehe er auch ein, dass nur eine permanente Kontrolle die LKW-Fahrer abschrecken könne. Das sei von der Polizei in Saarburg nicht zu leisten. Besonders schmerze ihn, dass "vereinzelt Lastzüge dann noch vollkommen schmerzfrei mit hoher Geschwindigkeit die enge Baustelle passieren", sagt der Ortschef. Er habe dem LBM deshalb vorgeschlagen, die Fahrbahn durch Betonelemente punktuell weiter einzuengen. So könnten der Verkehr ausgebremst und Fußgänger besser geschützt werden. Der LBM habe zugesagt, solche Maßnahmen im zweiten und dritten Bauabschnitt zu bedenken.
Extra

Die Pellinger Ortsdurchfahrt wird in drei Bauabschnitten auf einer Länge von 870 Metern ausgebaut. Das kostet insgesamt 1,1 Millionen Euro, die sich Bund, Verbandsgemeinde und Gemeinde teilen. Bis zum Wintereinbruch soll der Bereich des ersten Bauabschnitts asphaltiert werden. Vorarbeiter Michael Weinsberg ist zuversichtlich, dass sein Team das schafft, wenn das Wetter noch ein wenig hält. Während des Winters, wenn die Arbeiten ruhen müssen, könnte dann vielleicht sogar die Baustellenampel abgebaut werden. Der zweite Bauabschnitt - zwischen den Kreuzungen Wald- und Bergstraße und Wald- und Schulstraße - würde dann im Frühjahr angegangen. Dann wäre wieder eine Ampelschaltung notwendig. Der dritte Bauabschnitt bis zur Straße Am Höthkopf folgt danach. Nach insgesamt 370 Tagen - voraussichtlich im Juni 2013 - sind alle Arbeiten in Pellingen abgeschlossen. cmk