Bürger fordern Ampel statt Tempo 30

Bürger fordern Ampel statt Tempo 30

Die kürzlich in Oberbillig eingerichtete Tempo-30-Zone, die das sichere Überqueren am Übergang der viel befahrenen Hauptstraße in der Ortsmitte gewährleisten soll, zeigt nach Meinung von Bürgern nicht den gewünschten Effekt. Marion Palm-Stalp, die die Diskussion um den Übergang bei der Bahnbrücke angestoßen hat, kämpft für eine Ampel, die nur bei Bedarf eingeschaltet wird. Ihre Forderung wird vom Ortsgemeinderat unterstützt.

Oberbillig. Seit einigen Wochen gilt Tempo 30 in Oberbilligs Ortsmitte. Die 30er-Zone über die Ortsdurchfahrt, die B 419, soll den mit einer Verkehrsinsel ausgestatteten Übergang bei der Brücke über die Bahn sicherer machen.
Doch das tut sie nicht - nach Überzeugung von Marion Palm-Stalp. Die Oberbilligerin sagt: "Die Tempo-30-Zone bringt null Verbesserung, sie bringt nur Unmut."
Die Autos würden ihre Geschwindigkeit nicht drosseln. Die blinde Frau hatte die Diskussion um den gefährlichen Überweg angestoßen und einen Antrag auf eine intelligente Bedarfsampel, also eine Ampel, die nur dann eingeschaltet wird, wenn sie benötigt wird, beim Landesbetrieb Mobilität (LBM) Trier gestellt.
Für die Ablehnung ihres Antrags (der TV berichtete) zeigt sie keinerlei Verständnis. Der LBM hatte argumentiert, dass eine Ampel an der Stelle oder auch ein Zebrastreifen gefährlicher sei als die jetzige Lösung mit der Überquerungshilfe.
Termin bei Malu Dreyer


Denn dann würden sich Fußgänger in falscher Sicherheit wähnen, und es komme womöglich zu Unfällen, die es bisher aber noch nicht gegeben habe. Zudem würde der besonders am Morgen und am Nachmittag starke Verkehr durch eine Ampel zu sehr abgebremst, so dass es zu Staus käme, hieß es weiter.
Nun will Marion Palm-Stalp an die Ministerpräsidentin persönlich herantreten. Im November hat sie einen Termin bei Malu Dreyer und gibt sich kämpferisch: "Ich werde auch auf höchster politischer Ebene für die Ampel kämpfen." Schließlich ginge es ja nicht nur um Sehbehinderte wie sie selbst, sondern vor allem um die vielen alten Menschen und die Kinder, die im Ort wohnen und ständig gezwungen seien, die gefährliche Straße zu überqueren. Dass Marion Palm-Stalp mit ihrer Meinung nicht allein ist, zeigen die zahlreichen Kommentare der Onlinepetition für die Ampel, die mittlerweile 179 Unterstützer unterschrieben haben (Adresse: <%LINK auto="true" href="http://www.openpetition.de/petition/online/sichere-querung-der-rennstrecke-b419-oberbillig-bedarfsampel" class="more" text="www.openpetition.de/petition/online/sichere-querung-der-rennstrecke-b419-oberbillig-bedarfsampel"%> ). Rainer Meyer aus Wiltingen meint dort beispielsweise: "Es wird höchste Zeit, muss erst etwas passieren?"
Oberbilligs Ortsbürgermeister Andreas Beiling sieht die Tempo-30-Zone zwar als ersten Fortschritt, aber nicht als ausreichend an. Er unterstützt daher gemeinsam mit dem Ortsgemeinderat die Forderung nach einer Bedarfsampel. Allerdings müsse man die Interessen aller Beteiligten in Erwägung ziehen, so Beiling. Auch die direkten Anwohner der Bundesstraße, die von dem stockenden Verkehr betroffen wären, dürfe man nicht vergessen.
Laut LBM passieren täglich 12 000 Autos - überwiegend Pendler nach und aus Luxemburg - die Ortsdurchfahrt. Die Straße teilt den Ort in zwei Hälften. "Die Verkehrssituation hat sich in den letzten Jahren durch die zahlreichen Luxemburg-Pendler verschärft", sagt Beiling. Die Zahlen, mit denen der Landesbetrieb Mobilität arbeite, seien veraltet. Um die Situation besser beurteilen zu können, wünscht er sich eine neue Erhebung. Mit ihrer Hilfe solle die Zahl der Fahrzeuge, die durch den Ort fahren, festgestellt werden und auch die Zahl der Fußgänger, die die Straße überqueren.

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