Bürger spenden für neue Allee

Junge Bäume von der Fichte bis zur Birke zieren eine neue Allee zum Hermeskeiler Naherholungsgebiet Pflanzgarten. Zu verdanken ist das Projekt der Initiative zweier Vereine.

Hermeskeil Mit Spaten machen sich Kinder der Kita Adolph-Kolping ans Werk. Sie graben ein Loch, schieben mit Hilfe des Hermeskeiler Stadtbürgermeisters Mathias Queck den Stamm eines jungen Apfelbaums hinein und füllen die Grube mit Erde auf. Die fleißigen Helfer sind am Dienstag zum Wirtschaftsweg in der Nähe des Naherholungsgebiets Pflanzgarten gekommen, um ein besonderes Projekt mit einzuweihen.
Seit gestern ist die Allee der Bäume des Jahres offiziell eröffnet. Entlang des Wegs stehen Exemplare fast jeder Baumart, die diesen Titel seit 1989 verliehen bekam. Darunter sind eine Eberesche (Baum des Jahres 1997), eine Sandbirke (2000), eine Walnuss (2008) - und jetzt auch eine Fichte, aktueller Baum des Jahres (siehe Info).
Möglich wurde das Projekt, weil die Stadt im Rahmen einer Flurbereinigung den sieben Meter breiten Pflanzstreifen entlang der Allee erworben hat. Laut Stadtchef Queck haben Bürger die Bäume gespendet und Patenschaften dafür übernommen. Zusätzlich zu den Bäumen des Jahres wurden am Dienstag auch noch drei Apfelbäume gesetzt, um die sich die drei städtischen Kindergärten kümmern wollen. "Bürgerliches Engagement war für dieses Projekt enorm wichtig", lobt Queck.
Das Datum für die Pflanzaktion ist nicht zufällig gewählt. Am 25. April wird bundesweit der Tag des Baumes gefeiert, um auf die Bedeutung für Mensch und Natur hinzuweisen. "Wir wollen heute auch daran erinnern, wie wichtige Bäume für unsere Gesellschaft sind", sagt der Stadtchef bei der Begrüßung der zahlreichen Gäste aus Politik, Forst und Vereinsleben. Mitorganisiert wurde die Pflanzaktion vom rheinland-pfälzischen Landesverband der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW). Laut dessen Geschäftsführer Nikolai Kalinke begeht die SDW den Tag des Baumes seit Anfang der 1950er Jahre. "Es ist eine der größten Mitmachaktionen im Naturschutz", sagt Kalinke. "Bundesweit werden heute rund 1000 Bäume gepflanzt."
Bernhard Buss, Leiter des Forstamts Hochwald, freut besonders, dass die neue Allee "ein Verbindungselement" zwischen Wald und Wohngebiet herstelle: "Wenn man an den Bäumen entlanggeht, kommt man direkt in den schönen Hermeskeiler Stadtwald." Für jüngere Generationen sei es wichtig, zu sehen, "dass wir nicht nur von Autos und Computern leben". Zur Fichte, deren Rolle im Wald auch unter Experten umstritten ist, sagt Buss: "Sie war früher verhasst, als die Preußen sie hier gegen den Willen der Bürger angepflanzt haben." Heute stünden Fichten auf 38 Prozent der Fläche des Forstamts. Durch die guten Preise für Fichtenholz werde so mancher Gemeindehaushalt mitfinanziert. "Auch deshalb brauchen wir weiter Nadelhölzer im Wald", sagt Buss.
Die Idee zur Baumallee kam zunächst vom Hermeskeiler Heimatverein und dessen Vorsitzenden Hubert Clemens. Dieser wollte ursprünglich einen Philosophenweg mit Skulpturen, Sprüchen und Gedenktafeln anlegen. Dabei sollte der Stadtteil-Verein "Die Berger" helfen, der sich um ein schöneres Stadtbild "Am Berg", dem Viertel oberhalb des Altenzentrums, bemüht. 2011 schlug Clemens vor, "lieber etwas Naturnahes" zu machen und hatte die Idee zur Allee der Bäume des Jahres. Mit der Umsetzung mussten die Vereine warten, bis die Stadt 2016 die Flächen gesichert hatte. "Die Gelegenheit war günstig, den Weg, an dem hier viele spazieren gehen, schöner zu gestalten", sagt Ulrich Stark, Vorsitzender der "Berger".
Den Stadtchef freut, "dass sich auch die Kitas für das Projekt begeistern". Die Kinder lernten hier Natur kennen. "Viele wissen heute ja gar nicht mehr, welche Baumart wie aussieht."Extra: EIN TITEL UND EIN TAG ZU EHREN DES BAUMES


Die Fichte ist der Baum des Jahres 2017. Seit 1989 bestimmt ein Beirat, der aus einem Umweltschutzverein hervorgegangen ist, die Bäume des Jahres, um auf ihren Wert für die Gesellschaft hinzuweisen. Die Fichte gilt als Symbol für die gelungene Wiederbewaldung Deutschlands. Zugleich ist sie die heimische Baumart, die am meisten Probleme mit aktuellen klimatischen Veränderungen hat. Stärkere Stürme, höhere Temperaturen und längere Trockenheit werden dem Nadelbaum künftig vermutlich stark zusetzen. Der Tag des Baumes wird in Deutschland seit 1952 gefeiert. Bundesweit gibt es an diesem Tag Aktionen, die an die Bedeutung der Bäume als Sauerstoff- und Holzlieferanten erinnern.