Bürgerbus fährt erst in drei Wochen

Bürgerbus fährt erst in drei Wochen

An der letzten Hürde sind die Macher des Bürgerbusses der Verbandsgemeinde (VG) Saarburg dann doch noch hängengeblieben: Die Sehtests für den Personenbeförderungsschein der Fahrer stehen noch aus - laut VG sind diese erst in dieser Woche möglich. Der Projektstart ist daher von heute auf den 7. November geschoben.

Saarburg. Er fährt über drei Linien, soll zunächst im Testbetrieb laufen und die Menschen aus den Dörfern mit der Stadt Saarburg verbinden: der Bürgerbus der VG Saarburg. Eigentlich sollte heute, Montag, der Testbetrieb starten (der TV berichtete). Doch daraus wird nichts - los geht es erst in drei Wochen, am 7. November.
Konzession ist erteilt


"Die Konzession ist erledigt, die Genehmigung unterwegs", sagt der Bürgermeister der VG Saarburg, Leo Lauer. Damit hat die VG die wohl größte Hürde genommen. Denn die Genehmigungsbehörde, der Landesbetrieb Mobilität (LBM) Trier prüft genau, dass das VG-Projekt keine Konkurrenz zu den kommerziellen Anbietern des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) ist.
Woran liegt es dann? Der Grund ist ein ganz banaler: Die letzten Bescheinigungen für die ehrenamtlichen Fahrer stehen noch aus. Sie müssen zum Augenarzt. Denn für den Personenbeförderungsschein, der sie berechtigt, den Bus zu fahren, müssen sie noch einen Sehtest absolvieren. Der ist neben weiteren Bescheinigungen wie dem Besitz des EU-Führerscheins oder einem Auszug aus dem Verkehrszentralregister in Flensburg Voraussetzung, um den Schein zu bekommen.
Sehtest ist Formsache


Der Termin beim Augenarzt war in der Ferienzeit nun aber nicht mehr vor dem 17. Oktober möglich. "Klar hätten wir uns auch drei, vier Wochen früher schon darum kümmern können", sagt Lauer.
Thomas Wallrich, bei der VG-Verwaltung für dieses Projekt zuständig, bestätigt, dass diese letzte Hürde dann in dieser Woche genommen werde: "Es ist nur noch Formsache."
Fahrten an drei Wochentagen


Ist diese erledigt, fährt der Bus zunächst einmal ein halbes Jahr lang - also bis in den April hinein. So hat es der Hauptausschuss des VG-Rats beschlossen. Montags, mittwochs und donnerstags soll der Bus auf drei Linien fahren.
Der Preis pro Fahrt beträgt in der Testphase einheitlich zwei Euro, egal, ob Gäste in Krutweiler oder in Kreuzweiler einsteigen. Das haben Verkehrsunternehmen und der Verkehrsverbund Region Trier im Vorfeld kritisiert. Denn innerhalb des Verbunds gibt es gestaffelte Fahrpreise je nach Streckenlänge. "Während der Probephase gilt der Einheitstarif", sagt Lauer. Wenn Erfahrungswerte vorlägen, würde man aber, sofern das Projekt nach der Testphase weitergeht, auch eine Preisstaffelung einführen.
Vor einigen Tagen haben die Fahrer sich bereits mit dem Bus vertraut gemacht, den sich die VG für die halbjährige Testphase beim Kreiskrankenhaus St. Franziskus leiht. Auf den ersten Probelauf soll im Sommer dann womöglich ein zweiter folgen. Das Bürgerbusprojekt der VG Saarburg wird mit Mitteln aus dem Leader-Programm der Europäischen Union finanziert. Die Leader-Förderung unterstützt die VG etwa bei den Personal- und Werbekosten. Außerdem unterstützt das Land Rheinland-Pfalz solche Projekte. Für das Fahrzeug gibt die VG zunächst kein Geld aus: Statt eines zu kaufen, läuft der Testbetrieb mit dem Fahrzeug des Kreiskrankenhauses St. Franziskus, das die VG leiht. Ein Fahrzeug wird erst gekauft, wenn feststeht, dass das Projekt über die Testphase hinaus weitergeführt wird. Ein solcher Bus kostet etwa 35 000 Euro. jka

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