Bürgermeister Michael Hülpes Abschiedsfeier Wolfgang Reiland

Bürgermeisterabschied : Abschiedsfeier als Lohn für Engagement

In Rheinland-Pfalz ist es üblich, dass die Verabschiedung von hauptamtlichen Bürgermeistern mit öffentlichen Mitteln finanziert wird. In der Verbandsgemeinde Trier-Land war die Summe nach Protest der Fraktion der Grünen auf 7000 Euro gedeckelt worden (der TV berichtete).

In der Verbandsgemeinde Hermeskeil waren Kosten in Höhe von rund 8600 Euro für die Verabschiedung von Bürgermeister Michael Hülpes übernommen worden. Dieser meldet sich mit einer Stellungnahme zu Wort. Auch an seiner Abschiedsfeier hätten Verbandsgemeinderatsmitglieder, die Ortsbürgermeister, Bürgermeisterkollegen, Landräte, Mitarbeiter der Verwaltung, Wehrführer, Schul- und Behördenleiter teilgenommen. „Also alle Personen, mit denen ich in den 16 Amtsjahren zum Wohle der VG Hermeskeil zusammengearbeitet habe.“
Während seiner Dienstzeit habe er „fast jedes Wochenende mehrere dienstliche Termine, goldene und diamantene Hochzeiten, Vereinsjubiläen, Feuerwehrübungen und -einsätze und so weiter wahrgenommen.“ Zudem habe er weitere Ehrenämter übernommen. „Um den dienstlichen Pflichten angemessen nachzukommen, habe ich pro Jahr durchschnittlich auf vier bis sechs Tage Urlaub verzichtet.“

Als Bürgermeister sei man nicht nur Chef von rund 80 Mitarbeitern, sondern auch hauptverantwortlich für sauberes Trinkwasser, sauberes Abwasser, Brandschutz, die gute Betreuung der Grundschulen, die Infrastruktur. „Wenn hier etwas schiefläuft, werden sie zur Verantwortung gezogen, siehe PCB-Belastung des Schulzentrums Hermeskeil.“

Die besondere Stellung des Bürgermeisters dokumentiere sich auch in der Urwahl. „Selbstverständlich wird hierbei erwartet, dass er Wahlkampfkosten in Höhe von mehreren tausend Euro aus seiner privaten Tasche trägt.“

Hülpes: „Nach langjähriger, engagierter Pflichterfüllung halte ich eine Abschiedsfeier unter Teilnahme der politischen Vertreter und Mitarbeiter für vertretbar.“

Wenn man den Bürgermeister durch einen Verwaltungsdirektor ersetzen wollte, der werktags seine acht Arbeitsstunden abreiße und keine Wochenenddienste macht, dann könne die Abschiedsfeier bescheidener ausfallen.

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