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Bürgerservice schließt Betriebsstätte

Bürgerservice schließt Betriebsstätte

Der Bürgerservice macht seine Betriebsstätte in Saarburg dicht. Die 30 Angestellten werden teilweise von der Trierer Zentrale übernommen, teilweise vom Betriebsleiter, der sich selbstständig macht.

Saarburg. Aus und vorbei: Die Betriebsstätte des Bürgerservice in Saarburg schließt am 31. März ihre Türen. Und zwar für immer. Es sind betriebswirtschaftliche Gründe, die das Unternehmen mit Hauptsitz in Trier dazu veranlasst haben.
"Wir geben den gesamten Standort auf", sagt Gregor Schäfer, Prokurist beim Bürgerservice. Samt Leitung sind 30 Arbeitsplätze vor Ort davon betroffen. Seit 1996 war der Bürgerservice am Bahndamm auf Beuriger Seite angesiedelt.
"Die Entscheidung ist in unmittelbarem Zusammenhang mit der Kürzung der Mittel zu sehen", sagt Schäfer. Denn zum 1. April tritt ein Gesetz in Kraft, das Ein-Euro-Jobs und Maßnahmen zur beruflichen Eingliederung massiv herunterfährt: Bisher erhielt der Bürgerservice für die Betreuung eines Ein-Euro-Jobs 340 Euro vom Jobcenter. Arbeitsministerin Ursula von der Leyen will diesen Zuschuss auf maximal 150 Euro kürzen.
Damit kann sich das Unternehmen diese Betreuung aber nicht mehr leisten und hat daher alle Ein-Euro-Jobs gestrichen und zudem die Zweiradwerkstatt und die Textilwerkstatt in Trier geschlossen (der TV berichtete). Bis Ende des Jahres waren in Saarburg beide Bereiche vorhanden: Ein Betrieb mit Festangestellten, der sich vor allem um Garten- und Landschaftsbau kümmerte, und die Projekte zur Wiedereingliederung von Langzeitarbeitlosen in Form von Ein-Euro-Jobs.
Fester Kundenstamm


Die Ein-Euro-Jobs fielen bereits weg, und aufgrund der Kürzungen im Unternehmen werden innerhalb des Bürgerservice die Strukturen neu geordnet: Weil es für das Unternehmen einfacher ist, den Kreis Trier-Saarburg von Trier aus mit seinen Dienstleistungen zu bedienen, wandert die Grünabteilung aus Saarburg in Richtung Stadt Trier. "Wir wollen den Hauptbetriebssitz sinnvoll ausnutzen, um hier nicht auch noch Leerläufe zu haben", erklärt Horst Schneider, Bürgerservice-Geschäftsführer.
Genauer betrachtet fallen dann zwar 30 Arbeitsplätze vom Bürgerservice am Standort Saarburg weg. Das bedeutet aber nicht, dass alle 30 Mitarbeiter ihre Arbeit verlieren. War der Projektbereich teilweise von betriebsbedingten Kündigungen betroffen, gibt es bei den Festangestellten keine weiteren betriebsbedingten Kündigungen. Bei einigen Mitarbeitern laufen zwar Verträge aus. Ein Teil der Mannschaft des Gartenbaubetriebs wandert aber mit nach Trier. Ein weiterer Teil bleibt in Saarburg: Der bisherige Leiter der Saarburger Betriebsstätte, Ingo Burghardt, macht sich Anfang April mit einem Gartenbauunternehmen selbstständig.
"Wir werden zehn Mitarbeiter übernehmen", sagt Burghardt. So könne man weiter für den festen Kundenstamm arbeiten. "Ich habe auch eine gewisse Verantwortung gegenüber den Mitarbeitern", begründet Burghardt seinen Entschluss. Teilweise kenne man sich schon mehr als zehn Jahre. "Das möchte ich nicht von heute auf morgen kaputt machen."