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Mutmacher

Die neue „Steinzeit“, die glücklich macht

Steine so weit das Auge reicht: Martina Straten, Nicole Bender-Weicherding und Lillith (von links) präsentieren fast 2000 kleine Kunstwerke auf dem Geländer des Radwegs am Rande von Reinsfeld. FOTO: Herbert Thormeyer

Reinsfeld/Neuhütten/Konz-Roscheid Mit kleinen Kunstwerken Mut machen: In der Region gibt es viele Menschen, die mit Happy Stones am Wegesrand für gute Laune sorgen. Der TV stellt exemplarisch zwei Gruppen aus Konz und Reinsfeld vor.

Die Reihe der Steine, die auf dem Geländer des Ruwer-Hochwald-Radwegs am Ortsrand von Reinsfeld in Richtung Hermeskeil liegen, ist so lang wie das Auge reicht – fast 2000 Steine sind inzwischen zusammengekommen. Happy Stones: jeder einzelne bunt bemalt, mit Bildern oder guten Wünschen.

Martina Straten und Julia Frücht hörten im November vergangenen Jahres von dem Trend aus den USA und gründeten gemeinsam mit Nicole Bender-Weicherding eine Facebook-Gruppe (Facebook „happy stones hochwald“), in der zum Steinebemalen aufgefordert wurde. „Mittlerweile haben wir weit über 2000 Mitglieder – Tendenz steigend“, freut sich Straten über die Resonanz, die sie nie erwartet hätte. Sie koordiniert den Erfahrungsaustausch und staunt immer wieder, welch weite Reisen die Steine zurücklegen: „Wir hatten schon einen Stein auf einem Kreuzfahrtschiff und auf der Ferieninsel Fuerteventura.“

Nora Pokorni, Emelie Schmidt, Mia Schmidt, Johannes Pokorni, Roland Schmidt, Bianca Schmidt, Vera Pokorni und Markus Pokorni (von links) vom Kinder- und Jugendförderkreis Konz-Roscheid schmücken die „Zwetschgenallee“ mit „happy stones“. FOTO: Herbert Thormeyer
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Glückliche Steine – Ein Trend aus den USA

Vor fünf Jahren tauchten sie erstmals in den USA auf: die Happy Stones, bunt bemalte Steine, die am Wegesrand Spaziergänger erfreuen sollen. Der kommunikative Effekt ist, dass jeder, der einen Stein mitnimmt, auch wieder einen neuen, selbst bemalten auslegt. Den Findern sollen sie Glück bringen, was besonders in Corona-Zeiten ja nicht schaden kann. Die Idee ist „ansteckend“ und verbreitet sich gerade über ganz Europa.

Nicole Bender-Weicherding hat mit zehn Steinen angefangen. Mittlerweile sind es mehr als 1000, die sie bemalt und platziert hat. „Ich will Menschen eine Freude bereiten. Corona gab mir einen Motivationsschub“, sagt sie, denn: „Eine Extra-Portion Freude können wir doch jetzt gerade alle gut gebrauchen.“

Bunte Steine - Happy Stones in Konz und im Hochwald FOTO: Herbert Thormeyer

Über die sozialen Medien werden Fotos von den Steinen gepostet, die gefunden wurden. Neue werden versteckt, wenn sie nicht die Steinstraße am Radweg verlängern. Ein Ergebnis: Reinsfeld rückte näher zusammen. Die Aktion verbindet, auch in Neuhütten, wo hinter dem Bürgerhaus eine Steinschlange aufgebaut wurde, die zwar nicht ganz so lang ist, aber ebenso originelle Motive zeigt.

Seit dem 7. April sehr aktiv ist auch die Happy-Stones-Gruppe des Kinder- und Jugendförderkreises in Konz-Roscheid. „Corona gab dabei den Ausschlag“, sagt Bianca Schmidt, die ebenfalls über Facebook „happy stones konz-roscheid“ viele Menschen in diesem Stadtteil erreicht.

Mit den bunten Steinen wird hier die sogenannte „Zwetschgenallee“ verziert. Gut 500 Steine, vom kleinen bunten Kiesel bis zur Schiefertafel sind am Wegesrand bereits ausgelegt. Die Motive zeugen vom  Fantasiereichtum ihrer Schöpfer: Gute Wünsche, Comicfiguren, Eistütchen, weil die Eisdiele zu ist, Sportembleme bis zum Bilderrätsel ist hier alles zu finden. Über die Aktion informieren kann man sich auch im Internet unter www.kjfk.de oder per Mail an info@kjfk.de. Vorsitzender Markus Pokorni sagt: „Die meisten Steine kommen aus der Nachbarschaft im Stadtteil.“ Damit können die Kinder gut beschäftigt werden und so die Eltern im Homeoffice entlastet werden.

Die zehnjährige Mia hat schon viele Steine bemalt. Gemeinsam mit Vater Roland Schmidt hat sie diese im Wald gesammelt. Seine Tipps: „Acrylfarben eignen sich gut, aber auch Wachsmalstifte und Ostereierfarben.“ Bislang hat die Gruppe rund 40 Mitglieder.