Buslinien im Raum Konz-Saarburg sind ab 2021 neu strukturiert

Kostenpflichtiger Inhalt: Busverkehr im Landkreis : Im Stundentakt durch Konz und Saarburg

Für den Bereich zwischen Saargau und Trier gibt es bald neue Buslinien. Von zusätzlichen Angeboten am Wochenende profitiert nur die eine Hälfte des Bezirks.

Angesichts anhaltender Debatten über Klimawandel sind Umweltthemen gerade in aller Munde. CO2-arme Mobilität und Öffentlicher Nahverkehr sind da wichtige Bestandteile. Und genau diese Themen hat der Trier-Saarburger Kreisausschuss am Montagabend vorangetrieben: einerseits mit einer Diskussion über eine mögliche Reform der ÖPNV-Tarife und andererseits mit der Neuordnung der Buslinien im Raum Konz-Saarburg.


Plan für Konz-Saarburg Anfang 2020 entscheidet sich voraussichtlich, welches Unternehmen künftig die Buslinien im Raum Konz-Saarburg bedient. Der Kreisausschuss hat am Montagabend die Ausschreibung verabschiedet, die den Busverkehr rings um Saarburg und Konz deutlich verbessern soll. Die neuen Verbindungen, von denen vor allem die Menschen in der Verbandsgemeinde Konz profitieren werden, sollen ihren Betrieb dann im Januar 2021 aufnehmen. Der Kern dieses Plans sind vier besonders wichtige Verbindungen, die künftig im Stundentakt fahren: die Linien 241 (Freudenburg-Kirf-Trassem-Saarburg), 291 (Saarburg-Ayl-Wawern-Tawern-Konz), 292 (Ober­emmel, Tälchen, Kommlingen, Berendsborn, Innenstadt Konz) und eine Linie (bisher ohne Nummer) zwischen Roscheid, Bahnhof Konz und Karthaus. Zwischen Saarburg, Irsch, Ockfen und Schoden wird von montags bis freitags ein Bus (Linie 242) alle zwei Stunden fahren. Die Linie 240  (Saarburg-Irsch-Zerf-Kell) soll ebenfalls erst 2021 im Rahmen des Linienbündels Ruwertal vergeben werden, bekommt laut Kreis Trier-Saarburg aber auch eine Stundentaktung.

Zeitfenster Der Kreis lässt den Busunternehmen bei der Ausschreibung des Linienbündels Saargau laut Landrat Günther Schartz bewusst viel Zeit. Der Grund dafür: Fachkräftemangel. Nicht das wirtschaftliche Betreiben der Linien, sondern das Rekrutieren von Busfahrern sei zurzeit die größte Sorge der Busfirmen in der Region, erläutert Schartz. Der Hintergrund: Die Angebote werden  im ganzen nördlichen Rheinland-Pfalz neu gegliedert. An vielen Stellen sind dabei Stundentaktungen am Wochenende vorgesehen. Deshalb ist die zusätzliche Nachfrage nach Busfahrern sehr groß. Der Arbeitsmarkt ist quasi leergefegt (der TV berichtete).

Sonntagsverkehr ergänzt Auch im Linienbündel Saargau sollen künftig laut der Ausschreibung sonntags im Stundentakt Busse fahren. Das hat der Kreisausschuss nun neu beschlossen. Vorgesehen ist das unter anderem für die Linie im Konzer Tälchen, für die in Wawern und Tawern sowie für die Linie, die das Wohngebiet Roscheid besser an die Stadt Konz und die dortigen Bahnhöfe anbinden soll. Die Linie 241 zwischen Freudenburg und Saarburg ist bei der Stundentaktung am Sonntag außen vor. Die Sonntagsfahrten nehme der Kreis bewusst mit in die Ausschreibung auf, damit er nicht durch Nachbestellungen Mehrkosten verursacht – wie zum Beispiel im Linienbündel Trier-Land, wo Wochenendfahrten im Nachhinein ergänzt wurden.

Direktverbindung für Roscheid Bei der Roscheider Linie ist der ursprüngliche Plan, den einige Konzer Kreispolitiker fraktionsübergreifend aufs Tableau gebracht hatten, noch nicht in trockenen Tüchern. Eigentlich wollte der Kreis, dass ein Bus regelmäßig von Roscheid direkt nach Trier fährt. Diese Verbindung sollte der Verkehrsverbund Region Trier (VRT) bestenfalls außerhalb des Linienbündels direkt an die Stadtwerke Trier (SWT) vergeben (der TV berichtete). Noch ist das Vorhaben nicht gesichert. Michael Schmitz, Pressesprecher der Stadt Trier, sagt auf TV-Anfrage: „Zu der angesprochenen Linie laufen Verhandlungen zwischen den Stadtwerken und der Verwaltung in Konz.“ Die Gespräche seien sehr konstruktiv. Sie drehten sich im Wesentlichen noch um die Finanzierung der Linie. Trotz dieser Gespräche taucht Roscheid auch in der Ausschreibung des Kreises auf. Darin führt die Linie von Roscheid nicht bis Trier, sondern „nur“ über den Bahnhof Konz nach Kar­thaus. Wie sie letztlich fahren wird, ist noch nicht entschieden.


Tarifdiskussion Die Fraktionen haben kontrovers über einen SPD-Vorschlag zur Reformierung des Tarifsystems diskutiert. Die SPD hatte einen Antrag eingereicht, Einzelfahrkarten mit Hilfe einer Abrechnung über das Smartphone anders als bisher zu berechnen. Beim sogenannten Luftlinientarif würde eine Grundgebühr sowie Pauschale pro zurückgelegtem Kilometer (Luftlinie) fällig. So wollen die Sozialdemokraten den geltenden Tarif kurzfristig ergänzen und günstiger machen (der TV berichtete). CDU-Fraktionschef Bernd Henter kritisiert, dass der Kreis so zusätzliche Kosten tragen müsse, weil weniger Einnahmen da seien. Er fordert eine transparente Kostenübersicht. Paul Port (Die Grünen) signalisiert seine grundsätzliche Zustimmung, meint aber, dass seiner Partei eine Reform der Einzeltickettarife nicht weit genug gehe. Katrin Meß (Die Linke) fordert die Einführung von Sozialtickets statt der Reformierung der Einzeltarife. Kathrin Schlöder (FWG) empfiehlt, die Tarifdiskussion erst anzugehen, wenn alle Linien neu vergeben sind. Letztlich verweist der Kreisausschuss das Thema in den Ausschuss für den öffentlichen Nahverkehr, wo es weiterdiskutiert werden soll.

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