Busse fahren weiter durch Könen

Auch nach dem geplanten Bau der Umgehungsstraße B 51, deren Realisierung durch den Planfeststellungsbeschluss einen großen Schritt weiter gekommen ist, wird Könen nicht vom öffentlichen Nahverkehr abgekoppelt.

Konz-Könen. "Der Durchgangsverkehr bringt auch keine nennenswerten Umsätze", sagen die an der B 51 liegenden Geschäftsleute übereinstimmend. Gerüchten zufolge würde die "Rhein-Mosel-Verkehsgesellschaft" (RMV) nach dem Bau der Umgehungsstraße "B 51 neu" den Busverkehr durch den links der Saar liegenden Stadtteil beenden und ihn auch über die neue Trasse führen.

Frieden: "Wir bemühen uns um eine bessere Anbindung"



Das sei vollkommen aus der Luft gegriffen, sagt Joachim Huber, der Trierer Niederlassungsleiter der RMV. "Ich kann mir nicht erklären, wie es zu diesem Gerücht gekommen ist. Von Seiten des RMV ist jedenfalls nichts dergleichen geplant."

Bürgermeister Karl-Heinz Frieden schlägt in die gleiche Kerbe: "Statt einer Abkopplung Könens vom ÖPNV bemühen wir uns um eine bessere Anbindung. "Ähnlich sieht das auch Ortsvorsteher Detlef Müller-Greis: "Beispielsweise können Schüler, die noch nachmittags Unterricht haben, zurzeit mit dem Bus nicht direkt vom Schulzentrum nach Könen fahren."

Die Geschäftsleute, deren Betriebe direkt an der Könener Ortsdurchfahrt liegen, erwarten vom Neubau der Umgehungsstraße keine Nachteile für ihre Geschäfte. "Im Gegenteil", meint Peter Kugel von der gleichnamigen Pension. "Unsere Gäste, egal ob Wanderer, Radfahrer oder Monteure, möchten in erster Linie ruhig schlafen." Kugel kann es deshalb kaum erwarten, bis die Ortsumgehung gebaut ist.

Sparkassen-Geschäftsstellenleiter Roland Lörscher würde sich über weniger Lärm genauso freuen. "Ein Beratungsgespräch zu führen ist bei geöffneten Fenstern praktisch unmöglich", schildert er seine Situation. Allerdings nimmt er an, dass die Automatennutzung zurückgehen wird.

Bei der Gaststätte Sturm ist die Meinung ganz eindeutig. Mittagstisch für die Durchreisenden? Fehlanzeige. Geöffnet wird um 17 Uhr, dafür steht ein Schild mit dem dringenden Wunsch nach dem Bau der Umgehungsstraße im Biergarten.

Die Metzgerei Backes ist schon seit Jahren geschlossen, und auch die Bäckerei Pull bleibt während der Mittagstunden zu.

"LKW-Fahrer, die mal schnell ein Sträußchen kaufen, habe ich bislang noch nicht erlebt", sagt auch Sascha Hennigs vom Floristik-Geschäft "Blütenträume". Wie Hennigs erwartet auch Ute Jakoby vom Imbiss neben dem Norma-Markt keinen Umsatzrückgang, wenn der Durchgangsverkehr einen Bogen um Könen macht. Und Klaus Hoffmann vom Getränkehandel Winnebeck weiß: "Unsere Kundschaft kommt aus der Umgebung. Einige Kunden kommen sogar zu Fuß."

Auch für die Einzelhandelsgeschäfte im Bereich Konzer brück seien keine Umsatzrückgänge zu erwarten. "Aus Untersuchungen wissen wir, dass die Kundschaft dieser Läden in erster Linie aus der Stadt und von der Obermosel kommt", sagt Bürgermeister Frieden. Außerdem: Die B 51 neu sei schließlich von den Bürgern gewollt. Frieden: "Ich sehe nur Vorteile, wenn die B 51 eines Tages endlich dem Verkehr übergeben werden kann."