Café soll Kirchenumfeld in Karthaus prägen - Neue Pläne für zentralen Platz des Konzer Stadtteils

Café soll Kirchenumfeld in Karthaus prägen - Neue Pläne für zentralen Platz des Konzer Stadtteils

Die neue Karthäuser Mitte nimmt Form an: Die evangelische Kirchengemeinde, die Caritas und die Stadt Konz stellen die neuesten Pläne zur Gestaltung des Geländes rund um die Kirche an der Karthäuser Straße vor. Geht es nach Pfarrer Christoph Urban, wäre der neue Platz 2017 fertig - zu einem besonderen Jubiläum.

Konz. Pfarrer Christoph Urban von der evangelischen Gemeinde Konz-Karthaus hat einen Traum: Das sanierte und neu gestaltete Gemeindehaus und der Platz rund um das Kirchengebäude erstrahlen zum Martin-Luther-Jubiläum am 31. Oktober 2017 in neuem Glanz. An diesem Tag vor 500 Jahren hatte Luther seine 95 Thesen an eine Tür der Schlosskirche in Wittenberg angeschlagen. Damit kritisierte er die katholische Kirche und begründete die Reformation.

Eine Fertigstellung des Platzes in Karthaus ist jedoch unwahrscheinlich, denn die Pläne, die Urban, der Architekt Hans-Jürgen Stein, Bernd Kettern von der Caritas und der Konzer Bürgermeister Karl-Heinz Frieden vorgestellt haben, sind umfangreich. Den stadtplanerischen Teil für die neue Mitte von Karthaus übernimmt Andreas Heinke aus Saarbrücken.

Alle Beteiligten machen deutlich, dass sie in gemeinschaftlicher Arbeit den großen Wurf versuchen wollen. "Es geht nicht nur um Funktionalität und Kosten, sondern auch um die Schaffung eines offenen Ortes als identitätsstiftenden Platz für die Karth äuser", sagt Architekt Stein.
Die Pläne der evangelischen Gemeinde sehen dementsprechend vor, dass das zu sanierende Gemeindehaus so umgebaut wird, dass es offen zum Platz und zur Karthäuser Straße wird. Es soll ein Café bekommen, und die Räumlichkeiten werden für viele Anlässe geöffnet. Durch die Fassadengestaltung soll laut den Planern die Verbundenheit mit der Kirche, aber auch Großzügigkeit und Offenheit hergestellt werden.

Die Caritas wird das ehemalige Schulgebäude an dem Kirchenvorplatz kaufen und seine Sozialstation dorthin verlegen, da der bisherige Standort im Zettelmeyer-Haus wegen dringend notwendiger Sanierungsarbeiten geräumt werden muss. "Wir wollen den Standort dann aber fest für einige Jahrzehnte nutzen", erklärte Bernd Kettern, Direktor des Caritas-Verbandes Trier. Dafür wird das alte Schulgebäude abgerissen und ein Neubau mit 14 Pflegeplätzen und der ambulanten Station neu gebaut. "Wir haben versucht, den Altbau zu erhalten, aber der lässt sich nicht barrierefrei herrichten", sagte Kettern auch etwa 50 Besuchern einer Bürgerversammlung im Gemeindehaus der evangelischen Kirche Karthaus.

Die Barrierefreiheit ist auch ein wichtiger Aspekt für das Umfeld der Kirche an der Karthäuser Straße. Stadtplaner Andreas Heinke erläuterte, dass die Bushaltestelle an der Karthäuser Straße und der gesamte Platz rund um die Kirche einschließlich des Durchgangs zur Römerstraße ein einheitliches Niveau bekommen.
"Man wird ohne Stufen vom Bus oder von der Straße in die Kirche, ins Gemeindehaus oder in die Sozialstation der Caritas gelangen", versprach Heinke.

Insgesamt werde durch eine Fahrbahnverengung vor der Kirche und eine "torartig" gestaltete Straßenführung für eine deutliche Verlangsamung des fließenden Verkehrs im Bereich der neuen Karthäuser Mitte gesorgt.
Die Stadt Konz will sich neben der Beteiligung an den Umbaumaßnahmen rund um die evangelische Kirche dafür einsetzen, dass der Bahnhof Karthaus von der Bahn im Zuge der Sanierungsarbeiten ebenfalls barriere-frei zugänglich wird. "Die Unterführung als Zugang zu den Gleisen wird durch eine Brücke abgelöst. Wir reden zurzeit mit der Bahn, um zu erreichen, dass Fahrstühle eingebaut werden. Bitte unterstützen Sie mit Ihrer Unterschrift unser Bemühen", umwarb Bürgermeister Frieden die anwesenden Zuhörer.

Bei der Nennung eines Zeitplans für die Neugestaltung des Kirchplatzes musste Frieden passen: "Erst, wenn die Hochbauten der Kirchengemeinde und der Caritas abgeschlossen sind, kann die Stadt ein Datum nennen, zu dem der Platz fertig werden sollte." Tenor war, dass 2018 auf jeden Fall alles fertig wird, aber da ist ja noch der Traum des Pastors, der die Arbeiten gerne zu Luthers Ehren 2017 beendet hätte.

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