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Carsharing in der Region Trier - neues Angebot in Konz, bestehende in Trier, Saarburg und Waldrach

Kostenpflichtiger Inhalt: Mobilität : Carsharing in der Region Trier: Auto teilen, Geld sparen, Umwelt schützen

Trier, Saarburg, Waldrach und seit März auch Konz: Dort gibt es Angebote für Carsharing. Doch auch diese Wachstumsbranche ist von der Corona-Krise getroffen.

Wer nicht selbst eines kaufen will oder dafür zu wenig Geld hat, kann sich Autos mit anderen teilen. Carsharing (deutsch: Auto teilen) ist nicht neu. Die erste Initiative gab es laut Branchenverband schon 1988 (siehe Info). In der Region Trier etabliert sich die Branche seit 2014. Seitdem gibt es mit Stadtmobil einen größeren Betreiber für Trier. 2017 kam ein Anbieter in Saarburg hinzu. Und im März wurden erstmals zwei Autos zum Teilen in Konz in Betrieb genommen.

Stationen in Konz und Saarburg Das Autohaus Werner aus Saarburg betreibt das Carsharing-Angebot, den Platz dafür hat die Stadt Konz geschaffen. Nachdem ein neuer Parkplatz in der Bahnhofstraße in Betrieb genommen wurde, war laut Stadtverwaltung genug Parkraum rings um den Bahnhof vorhanden. Seitdem stehen auf dem Park-and-ride-Parkplatz in der Güterstraße, der auf der gegenüberliegenden Seite der Gleise am Bahnhaltepunkt ist, ein kleinerer Wagen und ein Transporter mit acht Sitzen bereit.

Um sie zu nutzen, müssen sich die Kunden bei dem Saarburger Autohaus registrieren. Das kostet einmalig 9,90 Euro. Dann bekommen sie eine Karte. Sie müssen – je nach Größe des Autos – eine Stundenpauschale sowie – unabhängig von der Größe – eine Kilometer-Pauschale von 20 Cent bezahlen. Im Anschluss an die Nutzung des Autos müssen die Fahrzeuge wieder an der Stelle abgestellt werden.

Die Anmeldung bei dem Autohaus geht einher mit einer Registrierung für Flinkster. Das ist ein Carsharing-Angebot der Deutschen Bahn, die bundesweit in 400 Städten Autos zum Ausleihen anbietet.

In Saarburg hat sich das Angebot des Autohauses laut Mitarbeiter Heiner Behr seit 2017 etabliert. Er spricht von einer guten Auslastung und 300 registrierten Kunden. „Der Kleinwagen wird in Saarburg rund um die Uhr genutzt“, sagt er im Gespräch mit dem TV. Für Konz erwarte er wegen der Größe der Stadt noch größeren Zuspruch.

Angebot in Trier Dass Carsharing eine Wachstumsbranche ist, zeigt nicht nur die Entwicklung in Deutschland, sondern auch die in Trier. Dort haben die Stadtwerke Trier (SWT) 2014 zusammen mit dem Unternehmen Stadtmobil, das deutschlandweit laut eigenen Angaben in mehr als 180 Städten aktiv ist, 2014 ein Angebot aufgebaut. Damals standen fünf Autos – Kleinwagen und Mittelklassefahrzeuge – in zwei Parkhäusern der SWT sowie an der Tufa bereit. Heute, sechs Jahre später, stehen zwölf Fahrzeuge – darunter größere, zum Beispiel ein Kastenwagen am Südbahnhof – an zehn Standorten bereit. Diese würden regelmäßig von einem Kundenstamm von 250 Fahrern genutzt. Damit ist Patrick Wagner, der das Trierer Angebot federführend betreut, zufrieden.

E-Carsharing in der Verbandsgemeinde Ruwer Die Firma Innogy stellt seit 2017 mehrere Elektroautos (E-Autos) zum Teilen bereit. Seit 2017 in Bitburg, seit 2018 in Gerolstein und seit September 2019 in Zusammenarbeit mit der Verbandsgemeinde (VG) Ruwer in Waldrach. Das E-Auto steht an einer Ladesäule vor der VG-Verwaltung. „Innerhalb der ersten Monate ist das Elektrofahrzeug vor allem von den Mitarbeitern der Verwaltung der Verbandsgemeinde Ruwer für Dienstfahrten genutzt worden“, sagt Innogy-Pressesprecher David Kryszons auf TV-Anfrage. Er weist darauf hin, dass der Wagen während der Bürozeiten exklusiv den VG-Mitarbeitern zur Verfügung stehe. Bisher hätten sie mit dem Auto 5000 Kilometer zurückgelegt.

Sowohl das Unternehmen als auch die Verwaltung wünschen sich laut Kryszons, dass mehr Bürger das Auto am Wochenende und außerhalb der Dienstzeiten testen. „Wer das Elektroauto nutzen möchte, muss sich erstmals in der Verbandsgemeindeverwaltung persönlich registrieren“, sagt Kryszons. Hierfür benötige man einen gültigen Führerschein. Nach der persönlichen Legitimation ist die Buchung des Fahrzeugs auch über das Internet über das Buchungsportal von innogy unter der Adresse
eCar-Sharing.innogy.com möglich. Abgerechnet werden ohne Grundgebühr nur die gefahrenen Kilometer. In Gerolstein und Bitburg seien die E-Fahrzeuge jeden Monat im Durchschnitt 1500 Kilometer im Einsatz, sagt Kryszons.

Probleme durch Corona „Ursprünglich wollten wir dieses Jahr zwei weitere Fahrzeuge dazunehmen“, sagt er. Daraus wird jedoch vermutlich doch nichts. Wagner spricht für Trier von bis zu 70 Prozent Umsatzeinbußen nach Inkrafttreten des Kontaktverbots im Zuge der Maßnahmen zur Eindämmung des Sars-CoV-2-Virus. „Die meisten haben keinen Grund, irgendwo hinzufahren.“ Das Ostergeschäft sei zum Beispiel ausgefallen dieses Jahr, weil kaum jemand seine Familie besucht habe.

Hygienevorgaben Wo mehrere Menschen denselben Gegenstand nutzen, gibt es zurzeit verschärfte Hygienevorkehrungen. Laut dem Trierer Stadtmobil-Chef hat das Unternehmen seine Nutzer angewiesen, sich an die Hygieneregeln zu halten, indem sie die Hände waschen, bevor sie ins Auto steigen. „Die Autos werden bei der Reinigung zusätzlich und regelmäßig desinfiziert“, führt Wagner weiter aus. Allgemein gelte, dass die Nutzer bei übermäßiger Verschmutzung des Autos Strafen zahlen müssen. Dass komme jedoch so gut wie nie vor. Wagner: „Unsere Nutzer sind eher vernünftig.“

Dieser Kastenwagen steht bereit fürs Car-Sharing in Trier-Süd am Bahnhof. Foto: TV/Christian Kremer
Dieser Kastenwagen steht bereit fürs Car-Sharing in Trier-Süd am Bahnhof. Foto: TV/Christian Kremer

Nutzerperspektive Dass die Autos immer sauber sind, bestätigt auch eine 33-jährige Studentin aus Trier, die das Angebot laut eigenen Angaben zweimal pro Monat nutzt. „Weil ich kostenlos mit dem öffentlichen Nahverkehr fahren kann, brauche ich in der Regel kein Auto“, sagt sie. Nur wenn sie größere Besorgungen mache – zum Beispiel im Möbelhaus oder im Gartencenter, nutze sie das Car-Sharing-Angebot. Sie habe das auch während der Corona-Phase gemacht. „Das ist unkompliziert und günstig“, sagt die junge Frau. Sie habe sich dafür entschieden, um die Umwelt zu schonen und Geld zu sparen.